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An ſeiner Stelle ſehen wir jetzt die kleinen Räume Nr. 1, 14, 26 des 1. bis 3. Stockes. Nach der gegenwärtigen Einteilung befinden ſich im 1. Stock die Räume Nr. 1—13, nämlich: der Lehrſaal, das Sammlungszimmer und ein weiterer Arbeitsraum für Phyſik, der Lehrſaal für Naturgeſchichte und ein dazugehöriges Sammlungszimmer, die Lehrſäle für die Klaſſen 4a, 4b, 4c und 7, ein Zimmer für die Schülerbibliothek, ein Aufenthaltszimmer für auswärtige Schüler, ein Sammlungs⸗- und das Pförtnerzimmer. Im 2. Stock ſind untergebracht die Räume Nr. 14—25, nämlich: die Lehrſäle für die Klaſſen 3a, 3 b, 5a, 5 b, 6a, 6 b, das Lehrer⸗ und das Kartenzimmer, der Zeichenſaal, 2 kleinere Räume für die Schulleitung und ein ſolcher für Zeichengeräte. Im 3. Stock ſind gelegen die Zimmer Nr. 26— 35, nämlich: der Feſtſaal, die Lehrſäle der Klaſſen 1a, 1b, 2a, 2b, der Sing⸗ ſaal, ein Saal für geometriſches Zeichnen, die Lehrerbibliothek, ein Lehrer- und ein Sammlungszimmer. Im Erdgeſchoß liegen 2 Pedellenwohnungen, die Räume für Heiz-⸗ und Brennmaterial und eine Reihe von Arbeitsräumen für Chemie. Mitten im Hofe, den Schulhof vom Turnſpielplatz trennend, liegt ein einſtöckiges Gebäude, das die geräumige Turnhalle und die nötigen Räume für den chemiſchen Unterricht enthält. Dankend müſſen wir hervorheben, daß faſt ſämtliche Klaſſen neue Schulbänke beſten Muſters erhalten haben, daß der Turnſaal in reichſter und vortrefflichſter Weiſe ausgeſtattet wurde, daß der Feſtſaal nicht nur mit neuen Stühlen und Bänken, ſondern auch mit einem ganz vortreff⸗ lichen Bechſtein'ſchen Flügel bedacht wurde. Eine im Realgymnaſium aufgeſtellte Uhr beſorgt ſelbſt⸗ thätig für dieſe und unſere Anſtalt das Schellen für den Schluß und Beginn der Unterrichtsſtunden. Aber auch damit begnügte ſich nicht die Fürſorge der Stadt. Es wurden uns ebenſo bereitwillig die Mittel zum Anſchluß an das ſtädtiſche Elektricitätswerk bewilligt, ſo daß jetzt in den Lehrſälen für Phyſik, Chemie und Naturwiſſenſchaften der Leitung Elektricität in der nötigen Spannung und Stärke entnommen werden kann.— Freudig und dankbar arbeiten Lehrer und Schüler unter den neuen, reichen und wohlthuenden Verhältniſſen.
Am 14. Dezember 1896 bewilligte die Vertretung der Stadt in gleicher Hochherzigkeit und Ein⸗ ſicht auf Antrag hoher Schulabteilung die auf ihren Anteil entfallenden Mittel zum demnächſtigen Ausbau unſerer Schule zu einer Oberrealſchule.
Der gemeinſame Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernſt Ludwig und Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin Victoria Melita, ſowie der Geburtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers Wilhelm II. wurden in herkömmlicher Weiſe durch eine Schulfeier feſtlich begangen, bei denen bzw. die Herren Reallehrer Magel und Walger die Feſtreden hielten.
Von Herrn H. Meier, ſeither Kaiſerlicher Sekretär beim Gouverneur in Kamerun, erhielten wir unter anderen Naturalien dieſer Kolonie mehrere Prachtexemplare der Geſpenſterheuſchrecke, eine Anzahl ſeltener Käfer und einen Leguan. Von demſelben Herrn und dem früheren Schüler der Anſtalt Karl Herbert wurden uns Haffiſchgebiſſe überlaſſen. Der Schüler Heinrich Beſt ſchenkte uns einen Gold⸗ faſan, der Schüler Heinrich Göbel ein Schwanenei. Von dem Herrn Kollegen Stammler empfingen wir zwei Schlangenhäute aus Argentinien, von Herrn Kollegen Balſer zwei Kaſten mit Inſekten.
Den freundlichen Gebern ſagen wir auch an dieſer Stelle unſeren herzlichſten Dank. Zu ganz beſonderem Danke ſind wir aber Herrn Rentner und Stadtverordneten Karl Beſt dahier verpflichtet, der uns anläßlich des Einzugs in das neue Schulgebäude das Werk des Großen Generalſtabs über den Krieg 1870/71 nebſt allen Karten und Beigaben überreichen ließ.
Die vorgeſchriebenen monatlichen Spaziergänge fanden regelmäßig ſtatt.
Wegen allzugroßer Hitze fiel der Unterricht an 4 Nachmittagen aus.


