Jahrgang 
1882
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VI. Chronik der Anſtalt.

a. Amtliche Mittheilungen.

1. Durch hohe Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für

Schulangelegenheiten, wurde den Gymnaſial⸗ und Realſchul⸗Lehramts⸗Acceſſiſten: Heinrich Fritz aus Beſſungen,(Verf. v. 10. Sept. 1881),

Otto Weinsheimer aus Wonsheim,(Verf. v. 10. Sept. 1881), Philipp Rothermel aus Goddelau,(Verf. v. 13. Jan. 1882), Georg Vollhardt aus Groß⸗Gerau,(Verf. v. 28. März 1882), der Acceß an der Realſchule geſtattet. 2. Zu Verwaltern von Lehrerſtellen an der Vorſchule der Realſchule wurden am 19. April 1882 ernannt: Heinrich Kaßlick, Lehrer an der Realſchule zu Alzey, unter Wahrung ſeiner Rechte als definitiv angeſtellter Volksſchullehrer, und Wilhelm Stumpf, Schulverwalter zu Darmſtadt. 3. Großherzogliches Miniſterium des Innern und der Juſtiz hat durch hohe Verfügung vom 18. Juli 1882 genehmigt, daß die definitive Errichtung und organiſche Verbindung der Vorſchule mit der Real⸗ ſchule in Kraft trete.

b. Jahresbericht.

1. Das Winterſemeſter 1881 82 nahm Montag den 19. September 1881 ſeinen Anfang mit 900 Schülern, wovon 420 der Realſchule I. Ordnung, 241 der Realſchule II. Ordnung und 239 der Vor⸗ ſchule angehörten. Das Sommerſemeſter 1882 wurde am 17. April mit 934 Schülern begonnen, von welchen 422 die Realſchule I. Ordnung, 224 die Realſchule II. Ordnung und 288 die Vorſchule beſuchten. Die Geſammtzahl der Schüler in beiden Semeſtern betrug 994, hiervon entfallen auf die Realſchule I. Ordnung 443, die Realſchule II. Ordnung 253 und auf die Vorſchule 298.

2. Die Errichtung der Vorſchule war nach hoher Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 21. September 1879 nur eine proviſoriſche zu Laſten der Stadtkaſſe; nachdem nun die Stadtverordneten ſowie die Ständekammern ihre Zuſtimmung zur definitiven Errichtung und organiſchen Verbindung der Vorſchule mit der Realſchule erteilt und die desfallſigen Beſchlüſſe die Genehmigung Großherzoglichen Mi⸗ niſteriums erhalten haben, iſt die Errichtung der Vorſchule eine definitive geworden und die organiſche Verbindung derſelben mit der Realſchule in Kraft getreten.

Die geſteigerte Schülerzahl aller Vorſchulklaſſen nötigte ſchon im Schuljahre 1880 81 zu einer Trennung der Klaſſen in je zwei Abteilungen für die wichtigſten Lehrfächer. Mit Beginn des Sommer⸗ ſemeſters 1882 trat eine abermalige Zunahme der Frequenz ein, und es erfolgte deshalb die vollſtändige Scheidung dieſer Abteilungen in allen Fächern. Die Vorſchule beſteht jetzt aus acht getrennten Klaſſen, wovon vier Oſter⸗ und vier Herbſtaufnahmen haben. Die Durchführung dieſer erfreulichen Änderung wurde durch die Ernennung von zwei neuen Lehrern, den Herren Heinrich Kaßlick aus Alzey und Wilhelm Stumpf aus Darmſtadt ermöglicht, deren Dienſtantritt am 17. April l. J. ſtattfand. Da die Zahl der verfügbaren Schullocale im Pädagoggebäude nicht ausreicht, ſo werden einzelne Unterrichts⸗ ſtunden in Schulſälen der Realſchule erteilt.

3. Durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 25. Juli 1881 iſt, wie wir ſchon im vorjährigen Programm mitgeteilt haben, die Umwandlung der an der Realſchule I. Ordnung errichteten Parallelklaſſen in Oſter⸗ und Herbſtklaſſen genehmigt worden. Mit dem Beginn des Winterſemeſters 1881 82 wurde dieſe Umwandlung von Sexta bis Tertia einſchl. vorgenommen, für Unter⸗Secunda zu Oſtern l. J.; Ober⸗Secunda wird erſt im nächſten Jahre an die Reihe kommen.

4. Der Unterricht hat durch Erkrankungen unter dem Lehrperſonal nicht geringe Störungen er⸗ fahren. Die meiſten Fälle beſtanden glücklicherweiſe nur in leichterem mehrtägigem Unwohlſein, Herr Kollege Nodnagel aber mußte ſchwerer Erkrankung wegen ſieben Wochen ſeine Thätigkeit an der Schule