Jahrgang 
1877
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2. Reallehrer Theophil Becker wurde am 27. Januar 1844 zu Badenheim in Rheinhessen geboren. Nachdem er im Herbst 1861 auf dem Gymnasium zu Darmstadt die Maturitätsprüfung bestanden hatte, studirte er in Giessen Theologie und machte Ostern 1865 die Facultätsprüfung. Nachdem er das Seminar in Friedberg besucht, nahm er eine Hauslebrerstelle zu Marktbreit in Baiern an, machte von da aus Herbst 1866 die Definitorialprüfung und wurde im Mai 1868 zum Pfarrvikar in Nieder- Ramstadt ernannt. Durch Verfügung der Grossh. Oberstudiendirection vom 2. November 1868 wurde er als provisorischer Lehrer an die Grossh. Realschule zu Michelstadt versetzt, durch Allerhöchstes Dekret vom 11. November 1869 als ordentlicher Lehrer daselbst bestellt und durch Allerhöchstes Dekret von 25. September 1876 als Lehrer an der Realschule zu Darmstadt.

Prov. Reallehrer Otto Feder wurde am 18. November 1819 zu Darmstadt geboren. Von der Secunda des Gymnasiums ging er in die erste Klasse der Realschule und von da auf das Kataster- büreau über. Eine Gelegenheit, mit einer amerikanischen Familie als Hauslehrer auf Reisen zu gehen, benutzend, besuchte er die Hauptstädte Deutschlands und nahm einen längeren Aufenthalt in der Franz. Schweiz, in Frankreich und Italien. Hierauf liess er sich 1839 in London als Privatlehrer nieder, kehrte 1846 in gleicher Eigenschaft nach Darmstadt zurück und siedelte 1855 nach Nord- Amerika über, wo er zwölf Jahre lang anMaplewood Institute einer grösseren Schulanstalt für Damen, in Pittsfield, Mass. als Lehrer thätig war. Von da kehrte er 1869 in Begleitung einer Anzahl seiner Schülerinnen als Pensionären nach seiner Vaterstadt zurück. Nach Auflösung seines Pensionats und nach Ablegung einer Special-Prüfung im Englischen und Französischen wurde er von Oktober 1876 an provisorisch als Lehrer an der hiesigen Realschule verwandt.

Dr. Christoph Schmehl wurde am 11. März 1853 zu Allendorf a. d. Lumda geboren. Er bestand im Herbst 1870 die Maturitätsprüfung an der polytechnischen Schule zu Darmstadt und studirte in Giessen Mathematik. Nachdem er im Herbst 1872 noch eine Ergänzungsprüfung in der lateinischen und griechischen Sprache an dem Gymnasium zu Darmstadt abgelegt hatte, bestand er am 15. Mai 1873 die Vorprüfung, im December 1874 die Fachprüfung für das höhere Lehramt vom Standpunkte der Mathematik und erwarb die philosophische Doctorwürde. Von April 1875 bis Oktober 1876 war er Hauslehrer in Frankfurt a. M. Durch Verfügung Grossh. Ministeriums des Innern, Ab- theilung für Schulangelegenheiten, vom 6. September 1876 wurde er zum provisorischen Lehrer an der hiesigen Realschule ernannt.

Ludwig Münch wurde am 3. Februar 1852 zu Gross-Gerau geboren. Er legte zu Herbst 1870 am Gymnasium zu Darmstadt die Maturitätsprüfung ab, studirte am Polytechnikum daselbst vier Semester Architektur und darauf in Göttingen drei Semester Mathematik. Durch Rescript des Königlich Preussischen Ministeriums wurde er Sommer 1874 zum Examen pro facultate docendi in Mathematik und Physik zugelassen, das er am 6. August desselben Jahres bestand. Von Herbst 1874 bis Herbst 1875 genügte er seiner Militärpflicht, studirte dann nochmals ein Semester lang Mathematik in München und wurde darauf im Sommer 1876 wieder zum Militärdienst eingezogen. Durch Ministerial- Rescript wurde demselben vom 15. Oktober 1876 an die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule zu Darmstadt übertragen.

Durch Allerhöchstes Dekret vom 12. Februar 1877 wurde der Reallehrer Herr Wilhelm Soldan- zum Director der Realschule in Giessen ernannt mit Wirkung vom 1. April 1877 an.

Durch Allerhöchstes Dekret vom 21. Februar 1877 wurde der Reallehrer Herr Dr. Philipp Hangen auf sein Nachsuchen wegen angegriffener Gesundheit seines Dienstes entlassen mit Wirkung vom 1. April l. J. an.

Durch Allerhöchstes Dekret vom 5. Mai 1877 wurde Reallehrer Herr Dr. Ludwig Walther an das Gymnasium in Darmstadt versetzt und schied demzufolge am 28. Mai I. J. von der Realschule.