Jahrgang 
1877
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secretär Busch von dem Landesgewerbverein zugezogen waren. Indessen wurde von einer Seite wieder der Plan angeregt, die Stadt möge die für den Neubau einer Realschule beiläufig in Aussicht ge- nommenen 400,000 Mark dem Staate zum Bau eines neuen Polytechnikums zuschiessen und das von dieser Anstalt benutzte Gebäude dann für die Realschule herrichten. Der Plan wurde noch einmal sorgfältig geprüft, dann aber, besonders da die Aussicht auf Erbauung eines neuen Polytechnikums zu weit hinausgeschoben war, in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 29. Juni 1876 der Bau einer Realschule nach dem Bauplane des Herrn Stadtbaumeisters Hechler endgültig be- schlossen und 500,000 Mark dafür verwilligt. Im Herbste 1876 begann man noch mit dem Aus- graben des Grundes und den ersten Fundamenten und nahm dann im Frühjahr 1877 den Bau ernst- lichst in Angriff. Am 6. Juni 1877 wird der Grundstein mit den erforderlichen Einlagen gelegt. Wie nothwendig für die Realschule ein neues, umfangreiches Gebäude ist, geht daraus hervor, dass sie gegenwärtig im Schuljahr 1876 77 722 Schüler zählt, welche auf folgende 17 Klassen vertheilt sind: Ober-Prima, Unter-Prima, Ober-Secunda, Unter-Secunda 1, Unter-Secunda 2, Tertia 1, Tertia 2, Quarta, Quinta und Sexta der Realschule I. Ordnung und Klasse I, Klasse II, Klasse III, Klasse IV, Klasse Va., Klasse V b. und Klasse VI der Realschule II. Ordnung. Dabei sind immer noch 3 Klassen mit über 60 Schülern, die in Parallelklassen getrennt werden müssen, sobald durch den Ausbau des neuen Schulhauses die nöthigen Räume da sind.

Das gegenwärtige Lehrerpersonal der Realschule ist folgendes:

(Folgt das Verzeichniss der Lehrer, wie vorn unter IV. zu ersehen.)

Um völlig würdigen zu können, was die Stadt Darmstadt, beziehungsweise deren Bürgermeister und Stadtverordnetenversammlung, für das Schulwesen dermalen leisten, muss noch angeführt werden, dass gleichzeitig mit dem neuen Realschulgebäude noch ein neues Schulhaus in der Müllerstrasse ge- baut wird und in der Rundenthurmstrasse zwei neue Schulhäuser, alle 3 zusammen zu 300,000 Reichs- mark veranschlagt. Ausserdem wurden noch provisorische Schullocale eingerichtet, die höhere Mädchen- schule und ein Lehrerinnen-Seminar auf städtische Kosten errichtet. Seit dem 1. Mai 1877 sind die städtischen Schulen zu Darmstadt alsgemeinsame Schulen(Communalschulen) eingerichtet, d. h. es werden evangelische, katholische und israelitische Kinder gemeinsam unterrichtet und die confessionelle Trennung der Schulen hat aufgehört.

Die Stadtverordnetenversammlung der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt, welche diese löb- lichen und in ihren Folgen gewiss segensreichen Beschlüsse fasste und ausführen liess, besteht aus folgenden Mitgliedern:

1) Der Grossh. Bürgermeister Albrecht Ohly, früher Advokat.

2) Appfel, Georg, Rentner, Beigeordneter.

3) Lauteschläger, Christian, Rentner, Beigeord- neter.

4) Berntheisel, Jakob, Rentner, Ortsgerichtsvor- steher.

5) Blumenthal, Heinrich, Commerzienrath.

6) Diefenbach, Jakob Friedrich, Weinhändler.

7) Diehl I., Philipp, Rentner.

8) Diehl II., Karl, Bierbrauer.

9) Dr. Eigenbrodt, Carl, Arzt.

10) Dr. Felsing, Johannes, Institutsvorsteher.

11) Glöckner, Ferdinand, Seifensiedereibesitzer.

12) Gerschlauer, Karl, Rentner.

13) Gehbauer, Balthasar, Bleichgärtner. 14) Gaulé, Karl, Generalagent.

15) Hauser, Ludwig, Domänenrath.

16) Heyl, Karl, Kaufmann.

17) Hess, Ferdinand, Oberrechnungsrath. 18) Huter, Wilhelm, Gastwirth.

19) Hickler, Gustav, Kaufmann.

20) Holzapfel, Johannes, Stadtgerichtsassessor. 21) Jordis, Georg, Rentner.

22) Dr. Küchler, Ludwig, Steuerrath. 23) Lautz, Robert, Rentner.

24) Lehr, Heinrich, Schuhmachermeister. 25) Lorey, Hermann, Realschuldirector. 26) Merck, Wilhelm, Fabrikant.

27) Möser, Georg, Rentner.

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