24 IV. Der Erwerb des Zeugnisses der Reife für Ober-Secunda befreit bei dem Eintritt als Kadett in die Kaiserliche Marine von einem Theil der Eintrittsprüfung, nämlich von der Prüfung in der lateinischen und deutschen Sprache und in der Geschichte. V. Der einjährige erfolgreiche Besuch der Secunda: 1) genügt zum Nachweis der wissenschaftlichen Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst; 2) befähigt zur Aufnahme in die Militär-Rossarztschule zu Berlin.
Darmstadt, den 29. Juli 1876. Grossherzogliche Direction der Realschule zu Darmstadt. . Lorey.
Bekanntmachung.
Die Grossherzogliche Realschule zu Darmstadt ist als eine im Sinne des§. 90. 2. a. des ersten Theils der deutschen Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 berechtigte Realschule I. Ordnung an- erkannt und als solche in die Kategorie derjenigen höheren Lehranstalten aufgenommen worden, bei welchen der einjährige erfolgreiche Besuch der zweiten Klasse zur Darlegung der wissenschaftlichen Befühigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst genügt.
Berlin, den 3. Mai 1876.
Das Reichskanzler-Amt. (unterz.) Eck.
Der am 10. Mai 1875 erfolgte Tod des Reallehrers Herrn Tresser, die Versetzung des Real- lehrers Herrn Dr. Stöpler an das hiesige Gymnasium und der Weggang des Reallehrers Herrn Dr. Eisen- huth nach Laubach machten für den Beginn des Schuljahres den Eintritt neuer Lehrkräfte nöthig. Für Herrn Tresser trat Herr Schönfeld, für Herrn Dr. Stöpler Herr Wagner und für Herrn Dr. Eisenhuth Herr Dr. Bernhard Schädel aus Darmstadt(einstweilen provisorisch) und, nachdem dieser mit dem 15. April 1876 ans Gymnasium nach Giessen versetzt war, Herr Dr. Schneider ein.
Reallehrer und Mitprediger Friedrich Schönfeld wurde am 24. December 1831 zu Wendels- heim im Kreise Alzey geboren. Nachdem er die Maturitätsprüfung am Gymnasium zu Bensheim im Herbst 1849 bestanden hatte, studirte er in Giessen Theologie und machte daselbst die Facultätsprüfung im Herbst 1852; Ostern 1854 bestand er die Definitorialprüfung. Vom 10. Februar 1856 bis Oktober 1859 war derselbe Pfarrvikar zu Osthofen, dann vom 16. Oktober 1859 bis Oktober 1861 Pfarrvikar in Darmstadt. Durch Dekret Grossh. Ober-Studien-Direction vom 12. September 1861 wurde er zum provisorischen Lehrer an der höheren Mädchenschule ernannt, und durch Allerhöchstes Dekret vom 25. Juli 1862 wurde ihm diese Stelle definitiv übertragen. Durch Allerhöchstes Dekret vom 18. August 1871 wurde er zum Pfarrer in Messel ernannt und blieb dort vom Herbst 1871 bis zum November 1873. Am 27. Oktober 1873 wurde er durch Allerhöchstes Dekret wieder zum Lehrer an der höheren Mädchenschule in Darmstadt ernannt und dann durch Allerhöchstes Dekret vom 16. September 1875 zum Lehrer an der hiesigen Realschule. Diese Stelle trat er am 18. Oktober 1875 an, blieb aber nach Anordnung höchster Behörde während des Schuljahrs 1875/76 nebenbei noch Dirigent der höheren Mädchenschule.
Reallehrer Philipp Wagner wurde am 10. September 1846 zu Kassel geboren. Er legte zu Ostern 1864 die Maturitätsprüfung in Kassel ab, studirte in Marburg Philologie und Geschichte und


