Jahrgang 
1930
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Schon vor 2 Jahren waren die Vorarbeiten für das Feſt in Angriff genommen worden, und bis zum Beginn der Feier hatten verſchiedene Ausſchüſſe in eifriger und umſichtiger Arbeit die Vorbedingungen für einen würdigen und eindrucksvollen Verlauf der ganzen Veranſtaltung geſchaffen.

In einer Zeit der Not, die nicht nur den einzelnen, ſondern auch Staat und Gemeinde zur Ein⸗ ſchränkung aller Ausgaben zwingt, können und dürfen auch wir nicht daran denken, etwa in Form einer Beilage zu unſerem Jahresbericht über den Verlauf des ſchönen Feſtes in der Ausführlichkeit zu berich⸗ ten, wie es unſerem Wunſch und der Hoffnung vieler Teilnehmer entſpräche.

Wir müſſen uns deshalb damit begnügen, noch einmal feſtzuſtellen, daß alle Teilnehmer ihre Be⸗ friedigung und ihre Anerkennung über das Geſehene, das Gehörte und das Erlebte wiederholt mündlich und ſchriftlich geäußert haben. Hatten ſich doch über 800 ehemalige Schüler, zum Teil aus weiter Ferne, zu dieſer Erinnerungs⸗ und Wiederſehensfeier eingefunden!

Für uns ſelbſt war es eine große Freude und der ſchönſte Lohn für alle Mühe und Arbeit, zu ſehen, mit welch aufrichtiger Anhänglichkeit die Schüler von 6 Jahrzehnten ihremalten Pennal die Treue gehalten und dies auf mannigfache Weiſe bekundet und bewieſen haben.

Der uns auferlegte Zwang, den Jahresbericht ſo kurz wie möglich zu faſſen, verbietet uns leider auch, alle die Spenden, Geſchenke und andere Ehrungen, die uns bei unſerer 300⸗Jahrfeier zu teil geworden ſind, im einzelnen aufzuzählen und damit denen nochmals zu danken, die uns mit ſolchen Be⸗ weiſen wohlwollender Geſinnung bedacht und ausgezeichnet haben.

Wir machen aber nochmals darauf aufmerkſam, daß mittlerweile eine beſondere Denkſchrift über die Tage vom 31. Auguſt bis 2. September erſchienen iſt.

DasErinnerungsbuch an die Dreihundertjahrfeier des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums in Darmſtadt, herausgegeben von Karl Eſſelborn, läßtin anſchaulicher Schilderung nochmals das ganze Feſt vor unſeren Augen vorüberziehen. Das Büchlein gibt einen kurzen Rückblick auf die Jubel⸗ feiern der Jahre 1792, 1829 und 1879 und bringt dann eine ausführliche Schilderung der 300⸗Jahr⸗ feier ſelbſt. Es erwähnt die beiden Ausſtellungen, bringt den Wortlaut aller Reden und Anſprachen, die bei dem Begrüßungsabend, dem Feſtgottesdienſt und der akademiſchen Feier gehalten worden ſind, und ſchildert ausführlich die Feſtaufführung derVögel des Ariſtophanes, die ganz beſondere Anerkennung bei den 1200 Zuſchauern gefunden hat.Den Abſchluß der Aufzeichnungen bildet ein Bericht über die Leiſtungen früherer Schüler unſeres Gymnaſiums auf dem Gebiet des Segelfluges vor dem Weltkrieg.

Das Erinnerungsbuch koſtet 1. M. und kann unmittelbar von der Leitung der Schule oder durch Vermittlung unſerer Lehrer und Schüler bezogen werden.

Alle, die Schüler des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums waren oder ſind, ſeien nochmals auf dieſe wertvolle Denkſchrift aufmerkſam gemacht!

8. Die Beſtrebungen, für die Schüler unſerer Anſtalt ein eigenes Landheim zu begründen, ſind vor, während und nach der 300⸗Jahrfeier dadurch gefördert worden, daß uns Stiftungen desVereins Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium in die Lage verſetzten, ein ſeither als Jugendherberge eingerichtetes Haus in Dorndiel(im nordöſtl. Odenwald, 8 km öſtl. Groß⸗Umſtadt) als Landheim für unſer Gymnaſium in Ausſicht zu nehmen.

Am 26. März 1930 hatten die Erziehungsberechtigten bei einem Elternabend in unſerem Feſtſaal, am 28. März die Schüler ſelbſt Gelegenheit, zu der Landheimfrage Stellung zu nehmen.

Wir hoffen, im nächſten Jahresbericht über das Ergebnis unſerer Verhandlungen mit dem Gau Heſſen des Verbandes für Jugendherbergen Näheres berichten zu können.

9. Im Sommerhalbjahr trieben wir Bewegungsſpiele aller Art auf unſerer Wieſe am Böllen⸗ falltor, auf der Kampfbahn des Sportvereins und auf unſerem Spielplatz an der Soderſtraße. Bei dem Mangel an verfügbaren und entſprechend vorgebildeten Lehrkräften konnten wir dieſen in den Lehrplänen ausdrücklich vorgeſehenen Teil der Leibesübungen nur in beſchränktem Umfang durchführen.

An den Schlagballwettkämpfen um den vom Heſſiſchen Philologenverein geſtifteten Wanderpreis, dasHeſſenbanner, beteiligte ſich eine aus Schülern unſerer Oberklaſſe gebildete Wettſpielmannſchaft und wurde Provinzmeiſter für Starkenburg.

An den Reichsjugendwettkämpfen nahmen 136 Schüler teil. 8 Schüler errangen die Ehren⸗ urkunde des Herrn Reichspräſidenten, 71 die Ehrenurkunde des Reichsausſchuſſes für Leibesübungen.

Von unſeren Oberprimanern beſitzen 3 das deutſche Turn⸗ und Sportabzeichen. 8 Ober⸗ primaner, 2 Unterprimaner und 3 Oberſekundaner tragen das Jugend⸗Turn⸗ und Sportabzeichen.

Bei den Schwimmwettkämpfen der Darmſtädter Schulen im Städtiſchen Hallenſchwimmbad errang bei der 10250 m⸗Staffel unſere Mannſchaft in der Oberſtufe und in der Mittelſtufe den zweiten Preis. Bei der 202 ½ Runden⸗Staffel des Ausſchuſſes für Leibesübungen errangen unſere Schüler allerdings außer Wettbewerb den erſten Preis in der Oberſtufe, in der 202 ¼ Runden⸗ Staffel der Unterſtufe den zweiten Preis.

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