Die Leitung der Leibesübungen, der Wettſpiele, des Schwimmwettbewerbes und der Reichs⸗ jugendwettkämpfe lag, wie ſeither, in den Händen des Herrn Studienrat Dr. Rink. Er erteilte auch, gemeinſam mit Oberſtudiendirektor Lauteſchläger, den verbindlichen Schwimmunterricht der Quarta.
10. Der Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland gehörten im abge⸗ laufenen Schuljahr 240 Schüler, d. h. etwa ⅛ von der geſamten Schülerſchaft, an. Viele von ihnen wirkten mit anerkennenswertem Eifer bei der Werbewoche des Landesverbandes mit; die Hausſammlung unſerer Schüler erbrachte im Mai den Betrag von 600 RM., die der Betreuungsarbeit in der Dobrudſcha und Bukowina in Rumänien zu gute kommen. Die eifrigſten Sammler konnten auch diesmal mit Ehren⸗ gaben bedacht werden.— Die Pfingſttagung des V. D. A. in Kiel beſuchten 14 Schüler unter Leitung von Studienrat Dr. Hippler; dieſe alljährlich wiederkehrenden Feſttage, die den Ausdruck eines ſtarken großdeutſchen Kultur⸗ und Lebenswillens darſtellen, und die ſich anſchließenden Wanderfahrten durch die holſteiniſche Schweiz, vor allem die Seefahrt nach Helgoland und Hamburg, haben bei allen Teilnehmern nachhaltige Eindrücke hinterlaſſen.— Im Mai ſprach Dr. König⸗Gießen vor der ganzen Schule über „Deutſches Volkstum und V. D. A.⸗Arbeit“, und im Januar d. J. gelang es, den Prior des Stiftskloſters St. Wilten bei Innsbruck, Dominikus Dietrich, zu einem Vortrag über„Deutſche Not in Südtirol“ zu gewinnen.— Nachdem der Hauptvorſtand in Berlin vor einiger Zeit aus Anlaß des 50 jährigen Be⸗ ſtehens des V. D. A., das in dieſem Jahre in Salzburg gefeiert wird, die deutſche Jugend zu einer Spende für das bedrängte Deutſchtum im Oſten aufgerufen hatte, veranſtaltete unſere Gruppe im Februar einen Elternabend, in deſſen Mittelpunkt ein Vortrag des Schulgruppenleiters Oberſtudien⸗ rat Dr. Breidenbach über„Die Lage des Deutſchtums im Oſten“ ſtand; den Vortrag umrahmten muſikaliſche Darbietungen unſeres Schülerorcheſters und des Chores unter Leitung von Studienrat Kaiſer. Einen wirkungsvollen Abſchluß gaben der gut beſuchten Veranſtaltung die wuchtigen nieder⸗ ländiſchen Volkslieder. 75.— RM. waren das Ergebnis des Abends, die dem großen Hilfswerk zugeführt werden konnten.— Außer den vorgeſchriebenen Kopfbeiträgen in Höhe von 130.— RM. konnten 200.— RM. dem Landesverband für ſeine Betreuungsarbeit überwieſen werden.— Die Jugendzeitſchriften des V. D. A., beſonders„Jung⸗Roland“, fanden auch in dieſem Jahre bei unſeren Schülern eifrige und be⸗ geiſterte Leſer.
11. Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz veranſtaltete auch in dieſem Jahre wieder einen Lehrgang für Schüler höherer Lehranſtalten in der erſten Hilfeleiſtung bei Unglücks⸗ fällen. Von unſeren Unterprimanern und Oberſekundanern nahmen 12 daran teil.
Dem Tierſchutzverein gehörten— auf Veranlaſſung des Herrn Studienrat Veith— 115 Schüler an.
12. Unſere Schüler beſuchten, wie ſeither, verſchiedene Vorträge und Lehrfilmvorführungen, die Schülervorſtellungen des Landestheaters und die Konzerte der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt. Die Verhandlungen mit den Veranſtaltern führten die Herren Dr. Ausfeld und Veith.
13. Unter ſachkundiger Führung beſichtigten die Schüler der oberen Klaſſen die ſehenswerte Segel⸗ flugzeugausſtellung in der ſtädtiſchen Feſthalle auf dem Exerzierplatz.
14. Durch Werbe⸗ und Sammlertätigkeit unterſtützten unſere Schüler die„Heſſiſche Künſtler⸗ hilfe 1929“ und den Vertrieb der Wohlfahrtsmarken.
15. An dem von der Stadt Darmſtadt im Winterhalbjahr eingerichteten Milchfrühſtück nahmen 45 Schüler teil, meiſt gegen eine Vergütung von 10 Pfg. für den Tag. Die Ausgabe des Milchfrühſtücks, die Herr Studienrat Prof. Dr. Ausfeld leitete, iſt nach wie vor mit Schwierigkeiten verknüpft, weil uns ein geeigneter Raum fehlt.
16. Der Schularzt unſeres Gymnaſiums, Herr Dr. med. Leydhecker, überwacht nach den Be⸗ ſtimmungen der von der Stadt Darmſtadt erlaſſenen Dienſtanweiſung dauernd den Geſundheitszuſtand unſerer Schüler. Die Kinder der einzelnen Klaſſen werden planmäßig unterſucht. Die für einen Kur⸗ aufenthalt in Betracht kommenden Schüler werden von ihm beſonders berückſichtigt. Ueber die Ergeb⸗ niſſe ihrer Unterſuchungen erſtatten die Darmſtädter Schulärzte beſonderen Bericht.
17. Im Laufe des Sommers wurde der Hitze wegen mehrmals die letzte Vormittagsſtunde und der Nachmittagsunterricht ausgeſetzt.
Der milde Winter bot wenig Gelegenheit zur Ausübung des Schlittſchuhlaufens und des Schnee⸗ ſchuhſports.
18. Die Beſtände unſerer Hilfsbücherei, an unſerer Anſtalt eingeführte Lehrbücher, ſollen an Söhne unbemittelter Eltern unentgeltlich verliehen werden. Für neuangeſchaffte Bücher muß in der Regel eine geringe Leihgebühr erhoben werden. Guterhaltene Schulbücher nimmt die Hilfsbücherei— als Geſchenk oder gegen entſprechende Vergütung— jederzeit entgegen.
19. Im Winterhalbjahr wurden in unſerem Lehrerzimmer wie ſeither die Mittwoch⸗Leſeabende des Vereins der Freunde des Humaniſtiſchen Gymnaſiums weitergeführt. Der Kreis der Zuhörer, der ſich aus Angehörigen der verſchiedenſten Berufe zuſammenſetzt, hat ſich erfreulicherweiſe vergrößert.—
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