Jahrgang 
1929
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Ein Gönner unſerer Anſtalt, der uns ſchon mehrmals bedacht hat, überwies uns im Dezember wieder eine Spende, mit der wir mehreren Schülern eine unverhoffte Weihnachtsfreude bereiten konnten.

Für die biologiſche Sammlung ſchenkten uns die Schüler Lotz(V) einen Würger, die Brüder Nieswandt(V) zwei Geweihſtangen des Edelhirſchs, Bohnſack(IIIb 2) einen präparierten Seeſtern, Herr Major a. D. Hoffmann eine Elſter, Herr Dr. med. Koepke eine Röntgenaufnahme des Bruſtkorbs; für die chemiſch⸗geologiſche Sammlung die Schüler Nieswandt(1b 1) ein Goldblatt, Werner Ia 1 Ammoniten aus dem Jura, Herr Oberlehrer Kaffenberger einige große Zuckerkriſtalle. Die Brauerei⸗Vereinigung Darmſtadt ſchenkte uns einen Kolonialkalender und einen Kalender für das Deutſchtum im Ausland, Herr Geh. Rat Prof. Dr. Anſchütz, Abiturient von 1870, 23 Bände wertvoller Bücher aus dem Gebiet der Geſchichte und Archäologie, Herr Oberregierungsrat a. D. Engelmann in München ſeine Schrift über Horaz, Herr Rechtsanwalt Dr. Maurer 16 Bände der Zeitſchrift des Deutſchen und Oeſterreichiſchen Alpenvereins mit Karten, Herr Sanitätsrat Dr. Heil ein Bild der Philoktetaufführung des Gymnaſiums i. J. 1887.

VI. Mitteilungen an die Eltern.

1. Das neue Schuljahr beginnt am Montag, dem 15. April 1929, mit den Aufnahmeprüfungen um 8 ½ Uhr, der Unterricht am Dienstag, dem 16. April, um 8 Uhr. 2. Ferienordnung für 1929:

erſter letzter Ferientag Oſterferien: 24. März 14. April Pfingſtferien: 19. Mai 26. Mai Sommerferien: 13. Juli 11. Auguſt Herbſtferien: 29. Sept. 13. Okt. Weihnachtsferien: 22. Dez. 5. Jan. 1930

3. Anträge auf Gewährung von Freiſtellen müſſen alsbald nach Beginn des neuen Schuljahrs eingereicht werden, ebenſo Geſuche um Befreiung von einzelnen Unterrichtsfächern(Turnen, Schwimmen, Spielen uſw.)

Für derartige Anträge ſind die bei den Klaſſenführern erhältlichen Vordrucke beſtimmt.

4. Der Schulhof wird vormittags 10 Minuten vor Beginn des Unterrichts, die Klaſſenzimmer werden 5 Minuten vor Anfang des Unterrichts geöffnet. Es iſt daher zwecklos, wenn Schüler ſich vor dieſer Zeit vor dem Schulgebäude einfinden. Sie werden durch das ermüdende Warten unfähig zur Arbeit und behindern den Straßenverkehr. Nur auswärtige Schüler, die mit der Eiſenbahn ankommen und vor der oben angegebenen Zeit am Schulgebäude eintreffen, dürfen ihre Klaſſenzimmer aufſuchen.

5. Wir verweiſen auf§ 31 der Schulordnung, der beſagt:

Es iſt dringend erwünſcht, daß die Erziehungsberechtigten mit der Schule in dauernder Fühlung bleiben und die an der Schule eingerichteten Sprechſtunden häufig im Laufe des Schuljahres beſuchen, um mit den Lehrern über die geiſtige und körperliche Förderung ihrer Pflegebefohlenen zu beraten.

Wir bemerken dazu: Die Beſprechungen der Eltern mit dem Direktor, dem Klaſſenführer oder den Fachlehrern haben nur dann einen Zweck, wenn ſie rechtzeitig, d. h. nicht erſt am Schluß des Schuljahres erfolgen. Es empfiehlt ſich jedenfalls, den Beſuch vorher anzumelden, um Ort und Zeit der Ausſprache zu vereinbaren.

6. Im vorigen Jahresbericht waren bereits einige Mitteilungen veröffentlicht worden über die Vorbereitungen zu der 300 Jahrfeier unſeres Gymnaſiums.

Der Hauptfeſttag wird Sonntag, der 1. September 1929 ſein. Für den Vormittag iſt eine akademiſche Feier im Großen Haus des Landestheaters, für den Nachmittag eine Aufführung der Vögel des Ariſtophanes durch Schüler unſeres Gymnaſiums in Ausſicht genommen. Am Tag vorher, alſo am 31. Auguſt, ſoll abends ein Feſtkommers im Städtiſchen Saalbau alle ehemaligen Schüler und Lehrer unſerer Anſtalt verſammeln. Nach Jahrgängen mit ihren einſtigen Klaſſenkameraden vereint ſollen ſie dort ein frohes Wiederſehen feiern. Am Montag, dem 2. September, werden vormittags unſere Schüler auf der Kampfbahn der Techniſchen Hochſchule ſportliche Uebungen und Wettkämpfe zeigen, und am Nachmittag ſoll ein gemeinſamer Ausflug die Feſtteilnehmer in die Bergſtraße führen.

Verſchiedene Ausſchüſſe ſind bereits mit der Vorbereitung des Feſtes beſchäftigt. Unſere Bemühungen, die Anſchriften möglichſt aller ehemaligen Schüler des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums und des Neuen Gymnaſiums denn auch ihnen ſoll das Feſt gelten zu ermitteln, werden dauernd fortgeſetzt. Sie werden aber nur dann vollen Erfolg haben, wenn ſie unterſtützt werden von allen, die einſt unſere Schüler waren. Es iſt uns lieber, wenn einzelne Anſchriften uns mehrmals mitgeteilt werden, als wenn eine unermittelt bleibt. Jedenfalls werden wir allen, deren Namen uns bekannt geworden ſind, rechtzeitig weitere Nachrichten über das Feſt zugehen laſſen.

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