vom heſſiſchen Landesverband veranſtalteten Werbewoche mit Eifer beteiligt. Mit einer beſonderen Feier im Feſtſaal, an der die ganze Schule teilnahm, wurde die Werbewoche eröffnet. Herr Privatdozent Dr. Fritzler aus Buchſchlag hielt einen eindrucksvollen Vortrag über das Wolgadeutſchtum; Vorträge des Schülerorcheſters und des Chors umrahmten die Veranſtaltung.— Die Hausſammlung durch unſere Schüler erbrachte die anſehnliche Summe von 885 RM., die der Betreuungsarbeit in der Bukowina und Dobrudſcha zu gute kommen. S unſerer Schüler konnten wegen ihres beſonderen Sammeleifers mit der von dem Hauptvorſtand in Berlin geſtifteten Ehrenurkunde ausgezeichnet werden.
Im Juni führte unſere Gruppe durch eine Anzahl älterer Mitglieder das ſiebenbürgiſche Schauſpiel „Bauern“ von Eberh. Wolfg. Moeller an 3 Abenden hintereinander auf; brachten uns dieſe Aufführungen der hohen Koſten wegen auch keinen geldlichen Ueberſchuß, ſo förderten ſie doch das Verſtändnis für unſere Arbeit. Der einen Aufführung wohnten zwei führende Männer des Deutſchtums in der Bukowina, Herr Dr. Kohlruß und Dr. Lebouton, bei.
Unter Führung des Schulgruppenleiters nahmen 25 Schüler an der Pfingſtfahrt nach Goslar teil. Gerade die Goslar⸗Tagung iſt ihnen allen zu einem ſtarken Erlebnis geworden. An ſie ſchloſſen ſich 3 Wandertage an, die uns nach Braunſchweig, dem nördlichen Harzgebiet, dem Brocken und ſchließlich nach dem Kyffhäuſer⸗Denkmal führten.— Der gut gelungene Goslarfilm, der im Februar allen Klaſſen vorgeführt wurde, friſchte die Erinnerung an jene herrlichen Pfingſttage auf.
Die Jugendzeitſchriften„Jung⸗Roland“ und die„Roland⸗Blätter“ haben auch im abgelaufenen Jahre unſere Schüler mit gleichem Eifer wie früher geleſen. Der Opferwille unſerer Gruppe konnte dem heſſiſchen Landesverband auch diesmal einen Betrag von 200 RM. für die Unterſtützungsarbeit zuführen.
12. Durch eifrige und erfolgreiche Werbe⸗ und Sammlertätigkeit unterſtützten unſere Schüler die „Heſſiſche Künſtlerhilfe 1927“, die Straßenſammlung zugunſten des„Roten Kreuzes“ und den Vertrieb der Hindenburg⸗Wohlfahrtsmarken.
13. An dem von der Stadt Darmſtadt eingerichteten Milchfrühſtück nahmen 88 Schüler teil, zum größten Teil gegen eine Vergütung von 10 Pfennigen für den Tag. Während der Monate Januar und Februar mußten wir die Verabreichung des Frühſtücks einſtellen, weil uns die erforderlichen Räume fehl⸗ ten. Die Ausgabe des Milchfrühſtücks beaufſichtigt Herr Studienrat Dr. Ausfeld.
14. Der Schularzt unſeres Gymnaſiums, Herr Dr. med. Leydhecker, überwacht nach den Be⸗ ſtimmungen der Dienſtanweiſung dauernd den Geſundheitszuſtand unſerer Schülerſchaft. Die Kinder der einzelnen Klaſſen werden planmäßig unterſucht. Die für Kuraufenthalt in Betracht kommenden Schüler werden von ihm beſonders berückſichtigt. Ueber die Ergebniſſe ihrer Unterſuchungen erſtatten die Darm⸗ ſtädter Schulärzte beſonderen Bericht. Im Schuljahr 1927/28 waren 7 Schüler durch Vermittlung des Städtiſchen Wohlfahrtsamtes zu Kuraufenthalten entſandt.
15. Im Laufe des Sommers wurde der Hitze wegen mehrmals die letzte Vormittagsſtunde und der Nachmittagsunterricht ausgeſetzt.— In dem froſt⸗ und ſchneearmen Winter war leider kaum Ge⸗ legenheit zu den geſunden Sportübungen des Schlittſchuhlaufens, Schneeſchuhlaufens und Rodelns.
16. Die Beſtände unſerer Hilfsbücherei haben ſich dadurch vermindert, daß in vielen Fächern neue Lehrbücher eingeführt wurden. Es wird unſer Beſtreben ſein, den Ausfall allmählich wieder zu ergänzen. Guterhaltene Schulbücher nimmt die Hilfsbücherei— als Geſchenk oder gegen entſprechende Vergütung— jederzeit entgegen. Werden neue Bücher entliehen, ſo muß in der Regel eine geringe Leihgebühr entrichtet werden.
17. Im Winterhalbjahr wurden in unſerem Lehrerzimmer die Mittwoch⸗Leſeabende der Freunde des Humaniſtiſchen Gymnaſiums wieder aufgenommen, zu denen ſich, wie ſeit einer Reihe von Jahren, eine Anzahl Teilnehmer aus allen Fakultäten zuſammenfand. Die Herren Dr. Büchner und Dr. Ausfeld überſetzten und erläuterten Homers Odyſſee 2. Teil und die Medea des Euripides.
18. Schüler⸗Kurzſchriftverein Gymnaſium. In dieſem Sommerhalbjahr leitete der Unter⸗ primaner Schulz einen Anfängerkurs mit 12 Teilnehmern. Im Winter führte Oberſekundaner Prings⸗ heim ebenfalls einen Anfängerkurs mit 9 Teilnehmern durch. Der Oberprimaner Sann leitete einen Redeſchriftkurs mit 12 Teilnehmern. Am 10. Juli hielt unſer Verein ein Wettſchreiben in unſerer Schule ab, an dem 60 Perſonen teilnahmen. Am 4. Dezember feierten wir unſer 30 jähriges Jubiläum. Am Morgen veranſtalteten wir ein Wettſchreiben mit 103 Teilnehmern. Abends war ein Feſtakt im Fürſten⸗ ſaal. Die Feſtrede hielt der Gründer unſeres Vereins, Herr Oberſtudiendirektor Pfaff. Herr Ober⸗ ſtudiendirektor Lauteſchläger und Herr Regierungsrat Scheible wurden zu Ehrenmitgliedern er⸗ nannt. Anſchließend war die Preisverkeilung. Wir konnten 84 Preiſe vergeben, darunter 15 Ehren⸗ preiſe, die von hieſigen Firmen geſtiftet waren. Der Verein zählt augenblicklich 36 Mitglieder, die faſt alle regelmäßig Diktatkurſe von 60 bis 160 Silben beſuchen. Der Verein beſitzt eine Bücherei mit 50 Büchern. Als 1. Vorſitzender leitet den Verein zur Zeit der Oberſekundaner Geißner.
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