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realſchule, im zweiten über die der Liebigs⸗Oberrealſchule, im dritten über die der Oberrealſchule am Stadthaus in Offenbach a. M., unterlag aber im Kampfe gegen die Mannſchaft der Aufbauſchule Bens⸗ heim, die in der Schlußrunde den Wanderpreis gewann. Wir werden im kommenden Sommer unſer Glück mit neuen Kräften verſuchen!
An den Reichsjugendwettkämpfen nahmen 133 Schüler teil. 74 von ihnen, die doppelte Zahl wie im vorigen Jahre, wurden Sieger im Sinn der Wettkampfbeſtimmungen, ſodaß 67 die Ehrenurkunde des Deutſchen Reichsausſchuſſes für Leibesübungen, 7 die Ehrenurkunde des Herrn Reichspräſidenten erhielten.
Bei dem Kampfſpielwerbetag, der am 27. Juni die Vereine und Schulen Darmſtadts zu einer großzügigen Veranſtaltung zuſammenführte, belegte in der 15* 100 m Staffel unſere Schülermannſchaft in beiden Stufen den zweiten Platz, indem ſie beidemale unmittelbar hinter dem„Sportverein“ vor den übrigen Schülermannſchaften durch das Ziel ging.
Auch in dieſem Jahre wurden die Schüler der Quarta, nach einem Lehrgang im Trockenſchwimmen, im Sommer im Woog, im Winter im ſtädtiſchen Hallenbad im Schwimmen ausgebildet. Bei den Schwimmwettkämpfen um die Wanderpreiſe des Amtes für Leibesübungen— am 24. November 1926— wurde die Mannſchaft unſeres Gymnaſiums in einer 10 50 m Staffel in der Oberſtufe zweiter Sieger.
Die Leitung der Leibesübungen, der Wettſpiele, der Reichsjugendwettkämpfe und des Schul⸗ ſchwimmens lag in den Händen des Herrn Studienaſſeſſors Dr. Rink.
10. Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz veranſtaltete im Januar und Februar 1927 einen Lehrgang für Schüler höherer Lehranſtalten in der erſten Hilfeleiſtung bei Unglücks⸗ fällen. Von unſerer Schule nahmen 21 daran teil.
11. Der Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland(V. D. A.) gehörten im abgelaufenen Schuljahr 220 Schüler an; in den einzelnen Klaſſen ſchwankte die Mitgliederzahl zwiſchen 40 und 100 v. H. Hoffentlich gelingt es allmählich, möglichſt alle Schüler in der großen kulturellen Aufgabe des V. D. A. zuſammenzufaſſen.
An der Pfingſtfahrt nach Hirſchberg i. Schl. nahmen 13 Schüler teil. Ueber den Verlauf der dortigen Tagung und die daran ſich anſchließende Wanderung berichtete im Juli unter Vorführung zahl⸗ reicher Lichtbilder der Obmann der Gruppe, der Oberprimaner Donat.— Am 22. Juni veranſtaltete unſere Schulgruppe einen Deutſchen Abend, der aus Elternkreiſen gut beſucht und von muſtkaliſchen Darbietungen des Schülerorcheſters und Gedichtvorträgen umrahmt war; im Mittelpunkt ſtand ein Vortrag des Schulgruppenleiters Studienrat Dr. Breidenbach über„Deutſche Bildung und Auslanddeutſchtum“. Im Dezember ſprach in einer Mitgliederverſammlung unter Benützung wohlgelungener Lichtbildaufnahmen der Oberprimaner Scheunemann über„Deutſche Kulter in den oſtdeutſchen Städten“, und im März hielt Oberprimaner Gg. W. Roth einen Vortrag über„Die Deutſchen im Baltenlande“.
Ein Teil der eingegangenen Gelder wurde zur Errichtung einer Bücherei verwendet, die größere und kleinere Werke über wichtige Fragen des Auslanddeutſchtums enthält und monatlich erweitert werden ſoll.
Außer den vorgeſchriebenen Kopfgeldern hat die Gruppe den anſehnlichen Betrag von 150.— RM. für die Arbeit im Betreuungsgebiet dem Heſſ. Landesverband überweiſen können.
12. Unſere Schüler beteiligten ſich eifrig beim Verkauf von Loſen für die Künſtlerhilfe, beim Vertrieb von Wohlfahrtsmarken und bei der Förderung der Verloſung zugunſten der Krüppelfürſorge.
13. An dem von der Stadt Darmſtadt eingerichteten Milchfrühſtück nahmen über hundert Schüler teil, zum größten Teil gegen Entrichtung der entſprechenden Vergütung. Mit Beginn der Winterkälte mußten wir die Verabreichung einſtellen, weil es uns an geeigneten, insbeſondere heizbaren Räumen fehlt.
14. Der Schularzt unſeres Gymnaſiums, Herr Dr. med. Leydhecker, der ſeit dem 1. Mai 1926 ſeines Amtes waltet, überwacht dauernd den Geſundheitszuſtand unſerer Schülerſchaft. In derſelben Weiſe wie ſeither ſchon in den Volksſchulen werden nunmehr auch in den höheren Schulen die Kinder planmäßig unterſucht und einzelne für Kuraufenthalte ausgewählt, die Gebäude und Einrichtungen der Schulgrundſtücke beſichtigt und geprüft. Ueber die Ergebniſſe der Unterſuchungen erſtatten die Darmſtädter Schulärzte beſonderen Bericht. 1—
15. Im Laufe des Sommers wurde der Hitze wegen mehrmals der Nachmittagsunterricht ausgeſetzt. Im Winter war leider kaum Gelegenheit zu den geſunden Sportübungen des Schlittſchuhlaufens, Schnee⸗ ſchuhlaufens und Rodelns..
16. Die Hilfsbücherei wurde durch Spenden abgehender Schüler ergänzt; die Schulbücherei erhielt einen erfreulichen Zuwachs dadurch, daß ſich die Quintaner eine eigene Klaſſenbücherei von 53 Bänden ſchufen..
17. Von den bei den öffentlichen Darbietungen unſerer Schüler erzielten Einnahmen konnte für den neuſprachlichen Unterricht und für die Muſikunterweiſung ein Grammophon und eine größere Anzahl von Sprech⸗ und Schallplatten, ſowie Noten für Orcheſter und Chorgeſang angeſchafft werden.


