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4. An den Vormittagen des 12. Mai, 1. Juli, 3. September, 10. September, 12. November, 8. Februar und 17. März unternahmen alle Klaſſen Schulſpaziergänge in die nähere und weitere Umgebung von Darmſtadt.
5. Am 24. Juni vereinigten ſich nach einer 2 ½ ſtündigen Sternwanderung die Schüler aller Klaſſen auf unſerer Spielwieſe am Böllenfalltor. Dort hielt Herr Studienrat Dr. Breidenbach eine Anſprache über„Deutſche Jugend und Auslandsdeutſchtum“. Vorträge des Schülerchors verſchönerten dieſen unſern Jugendfeiertag 1926.
Bei der Verfaſſungsfeier am 18. Auguſt hielt Herr Studienrat Dr. Hippler, bei der Toten⸗ feier am 20. November Herr Studienrat Hohenſtein eine Anſprache.
Am 30. Oktober gedachten wir in einer Schulfeier, an der die evangeliſchen Schüler und Lehrer teilnahmen, des Jahres, in dem— vor 400 Jahren— die Reformation in Heſſen eingeführt wurde. Die Bedeutung dieſer Tat würdigte in einer Gedenkrede Herr Studienrat Dr. Hammann.
Am 17. Februar galt eine gemeinſame Schulfeier dem Andenken Peſtalozzis, deſſen Weſen und Bedeutung uns Herr Studienrat Dern ſchilderte. Dem Andenken Beethovens war eine Feier gewidmet, die uns am 26. März vereinigte. Bei allen dieſen feſtlichen Veranſtaltungen wirkten unſer Schülerchor und unſer Orcheſter unter Leitung des Herrn Studienrat Kaiſer mit.
6. Eine beſondere Erwähnung verdienen in unſerem diesjährigen Bericht die Aufführungen, die am 14. Dezember für unſere Schüler, am 15. und 17. Dezember für ihre Eltern ſowie für Freunde und Gönner unſeres Gymnaſiums beſtimmt waren. Die 3 Abende boten uns griechiſche Muſik und ein Märchenſpiel von Sophokles.„Eröffnet wurde die Darbietung, die ſich den früheren Auf⸗ führungen dieſer Art würdig anreihte, durch einen gediegenen wiſſenſchaftlichen Vortrag des Herrn Studienrat Kaiſer„vom Weſen der griechiſchen Muſik.“.... Reicher Beifall dankte für die anſchau⸗ liche und klare Einführung. Und nun folgte ein erleſener und ſeltener künſtleriſcher Genuß. Altgrie⸗ chiſche Geſänge, in der Bearbeitung von H. Thierfelder, wurden unter der feinſinnigen Leitung des Herrn Studienrat Kaiſer vom Schülerchor und der künſtleriſch vollendeten Klavierbegleitung von F. W. Donat geboten. Die wundervollen Tenorſoli von Herrn Studienrat Dr. Stiefenhofer boten noch den weiteren Reiz, daß in ihnen das antike Melos im reichen Klang der Urſprache dahinſtrömte. Mit offenſichtlicher Liebe und Hingabe brachten die Schüler des Gymnaſiums, in Männer⸗ und Knabenſtimmen gegliedert, die altgriechiſchen Geſänge zu Gehör..... Dann folgte die Aufführung der„Spürhunde“ des Sophokles. Das muntere Spiel wurde in fröhlichſter Laune und flotter Darbietung gegeben und fand deshalb auch den ſtürmiſchen Beifall aller Zuhörer. Beſondere Anerkennung verdient der„Silen“ des Werner Laumann, der eine über den Durchſchnitt gehende darſtelleriſche Begabung verriet.— Eine ſtimmungsvolle Muſik zu der in Reimen abgefaßten Eskucheſchen Bearbeitung hat Wilhelm Pe⸗ terſen, ein früherer Schüler der Anſtalt und diesjähriger Büchnerpreisträger, geſchaffen.— Die vor⸗ zügliche Spielleitung lag in Studienrat Dr. Malzans ſeit Jahren bewährten Händen. Für die höchſt gelungenen Koſtüme hatte Studienrat Dern, für die Bühnenbeleuchtung Primaner Hemmerling ge⸗ ſorgt.— Die Schule kann auf dieſe mit großem Beifall aufgenommene Aufführung ſtolz ſein. Möge ſie bald wieder die Freunde humaniſtiſcher Erziehung zu einer ſolchen Stunde vereinigen!“(Aus Zei⸗ tungsberichten).
Die Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums in Offenbach a. M. lud unſere wackere Spielſchar ein, die ganze Darbietung zur Einweihung der neuen Bühne in der Turnhalle des Gymnaſiums in Offenbach a. M. zu wiederholen. Auch dort fand die Veranſtaltung eine begeiſterte Aufnahme. Zur Zeit ſchweben Verhandlungen mit Frankfurt a. M., wo gleichfalls ein ſolcher„Altgriechiſcher Abend“ gewünſcht wird.
7. Ein Elternabend gab uns am 9. März Gelegenheit, Eltern und Angehörige unſerer künftigen Sextaner kennen zu lernen. Der Direktor gab einige Erläuterungen zu den zur Zeit geltenden Beſtim⸗ mungen über den Uebergang aus der Grundſchule in die höhere Schule, Studienrat Dr. Boller ſprach über den Zweck und den Verlauf der Aufnahmeprüfung. In der Ausſprache konnte den Eltern auf mancherlei Anfragen Auskunft erteilt werden.
Unſere Schüler beſuchten, wie ſeither, verſchiedene Lehrfilmvorführungen, die Schülervor⸗ ſtellungen des Landestheaters und die Konzerte der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt. Die Verhandlungen mit den Veranſtaltern führten die Herren Dr. Ausfeld und Veith.
9. Im Sommerhalbjahr betrieben wir Bewegungsſpiele aller Art auf der Wieſe am Böllen⸗ falltor und auf unſerem Spielplatz an der Soderſtraße; auch im Winterhalbjahr wurde dieſer Betrieb der Leibesübungen ſo weit wie möglich durchgeführt.
An den Schlagballwettkämpfen um die Meiſterſchaft von Heſſen und um den vom Heſſiſchen Philologenverein geſtifteten Wanderpreis, das„Heſſenbanner“, beteiligte ſich eine aus Schülern unſerer Oberklaſſen ausgewählte Mannſchaft. Sie ſiegte im erſten Gang über die Mannſchaft der Ludwigs⸗Ober⸗


