Jahrgang 
1892
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ſchule zu Gießen Dr. Theodor Eger und dem Lehrer am Neuen Gymnaſium dahier Dr. Hugo Müller mit Wirkung vom 16. April l. J. beſetzt(Nr. M. J. 22423 v. J. 1891). Gleichzeitig wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 2. März l. J. der Lehrer am Neuen Gymnaſium dahier Heinrich Fritz mit Wirkung vom 16. April l. J. an unſere Anſtalt verſetzt(Nr. M. J. 22423 v. J. 1891). Herr Fritz tritt als definitiver Lehrer in unſre Anſtalt ein. Dieſe erhält dadurch einen definitiven akademiſch gebildeten Lehrer mehr als vorher. Über die Veränderungen, die infolge der Er⸗ nennungen der Herren Dr. Eger, Dr. Müller und Fritz bei uns eingetreten, wird ſpäter berichtet.

Dem Gymnaſiallehrer Dr. Helm wurde zum Zweck einer Studienreiſe nach Italien ein Urlaub für die Zeit vom 19. März bis 2. Mai l. J. gewährt. Dies wurde dadurch ermöglicht, daß mit Genehmigung des Großherzoglichen Miniſteriums vom 19. März l. J.(Nr. M. J. 6319) die beiden Acceſſiſten des Neuen Gymnaſiums Herr Dr. Hans Reis und Friedrich Sommerlad in liebens⸗ würdiger Weiſe bereit waren, in der Zeit vom 19. März bis zum Schluſſe des Winterhalbjahres die erforderlichen Vikariate zu übernehmen und ſchon vorher in dem Unterrichte, den ſie freundlichſt über⸗ nahmen, zu hoſpitieren. Aber dabei war es nicht zu umgehen, noch in den letzten Wochen des Semeſters in fünf Klaſſen einen Unterrichtswechſel eintreten zu laſſen.

3. Acceſſiſten und Volontäre.

Infolge Miniſterialverfügung vom 31. März 1891(Nr. M. J. 8754) wurde dem Gymnaſial lehramtsacceſſiſſen Theodor Ritſert die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an dem Neuen Gymnaſium dahier übertragen.

Gymnaſiallehramtsacceſſiſt Dr. Friedrich Schmidt wurde durch Miniſterialverfügung vom 4. April 1891(Nr. M. J. 8189) zum proviſoriſchen Lehrer an dem Gymnaſium zu Bensheim ernannt.

Die Volontäre Auguſt Balſer und Friedrich Noack verließen unſere Anſtalt ſchon vor Oſtern 1891, dagegen blieb der Volontär Dr. Auguſt Köhler noch bis zum 16. April 1891 in unſerer Anſtalt, die er verließ, um an der Univerſität Gießen eine Aſſiſtentenſtelle zu übernehmen.

Gymnaſiallehramtsacceſſiſt Friedrich Henkel unterrichtete auch im zurückgelegten Schuljahre als Volontär in unſerer Anſtalt.

Die Acceſſiſten des Neuen Gymnaſiums Dr. Hans Reis, Dr. Lorenz Schneider und Friedrich Sommerlad leiſteten(vgl. oben) im Sommerhalbjahr 1891 und in den letzten Wochen des Winter⸗ halbjahres 1891/92 in Vertretung der Gymnaſiallehrer Dr. R. Becker und Dr. Helm in unſerer Schule freundlichſt Aushülfe, und wir ſprechen denſelben dafür aufrichtigen Dank aus.

4. Organiſation des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums.

Die Organiſation unſeres Oſtergymnaſiums erfuhr nach Oſtern 1891 eine Erweiterung. Nach⸗ dem die Oſterobertertia vor Oſtern 1891 in die höhere Klaſſe verſetzt worden war, wurde mit dem Be⸗ ginn des Sommerhalbjahrs 1891, ohne Vermehrung der Lehrkräfte, wieder eine Oſterunterſecunda ins Leben gerufen.(Vgl. Chronik des Programms unſerer Anſtalt von Oſtern 1891, Seite 2123.) Die dafür erforderlichen Lehrkräfte wurden gewonnen, indem die beiden Cöten der ſeit Herbſt 1890 geteilten Herbſtuntertertia nach Oſtern 1891 wieder in einer Klaſſe vereinigt wurden. Dies konnte geſchehen, weil ihre Frequenz geringer geworden war. Im Herbſte 1891 wurde auch die Spaltung der Herbſtunterſecunda, die von Herbſt 1890 bis Herbſt 1891 ebenfalls in zwei Parallelcöten geſpalten war, wieder aufgegeben, weil vom Herbſt 1891 auch dieſe Klaſſe geringere Frequenz aufwies.

5. Auch in der Zeit von Oſtern 1891 bis Oſtern 1892 beſuchten die katholiſchen Schüler des Neuen Gymnaſiums dahier den katholiſchen Religionsunterricht des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums.