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der genannten Tragödie auf der modernen Bühne, und zwar unter möglichſter Anlehnung an die antike Darſtellungsweiſe zum Zweck der Orientierung des atheniſchen Publikums, in die neugriechiſche Sprache überſetzen und im Druck erſcheinen ließ. Auch die von Herrn Dr. Bender redigierte Muſik des Philoktetes wurde für die Darſtellung dieſes Schauſpiels in Athen benutzt.
Auf Wunſch des erwähnten atheniſchen Vereins komponierte er auch eine Muſtk, die ſich genau an den griechiſchen Text der Chorgeſänge und der melodramatiſchen Partieen der Antigone des Sophokles anſchloß und zur Feier der Hochzeit des griechiſchen Kronprinzen Konſtantin mit der Prinzeſſin Sophie von Preußen in Athen aufgeführt wurde.
Nicht nur infolge der Anerkennung dieſer poetiſch⸗muſikaliſchen Beſtrebungen des Herrn Dr. Bender, ſondern auch unter Bezugnahme auf die von ihm verfaßte Geſchichte der altgriechiſchen Litteratur wurde er von Seiner Majeſtät dem König Georg I. von Griechenland zum Ritter des griechiſchen Erlöſerordens ernannt.
Die proviſoriſche Verwaltung der durch den Tod des Herrn Dr. Bender erledigten Stelle wurde infolge der Miniſterialverfügung vom 14. April 1891(Nr. M. J. 10532) dem proviſoriſchen Gymnaſiallehrer Dr. Ludwig Voltz zu Gießen übertragen: er trat am 19. April in den hieſigen Dienſt ein, wurde aber durch Miniſterialverfügung vom 22. Juni 1891(Nr. M. J. 16378) auf ſein Nachſuchen zum Zweck der Abſolvierung eines Acceſſes an der Großherzoglichen Hofbibliothek dahier ſeines Dienſtes an unſerer Anſtalt mit Wirkung vom 5. Juli 1891 enthoben. An deſſen Stelle wurde durch Miniſterialverfügung vom 22. Juli 1891(Nr. M. J. 20781) der Gymnaſiallehramtsecceſſiſt Friedrich Henk zu Worms zum proviſoriſchen Gymnaſiallehrer ernannt, und er trat am 3. Auguſt 1891 in ſeinen hieſigen Dienſt ein.
Durch Miniſterialverfügung vom 22. Juli 1891(Nr. M. J. 20573) wurde genehmigt, daß zum Zweck der Verwaltung der Stelle des zum Militärdienſt einberufenen proviſoriſchen Gymnaſial⸗ lehrers Dr. Rudolf Becker Mitglieder des hieſigen pädagogiſchen Seminars Unterricht in unſerer Anſtalt erteilten, und die Herren Acceſſiſten Dr. Hans Reis und Dr. Lorenz Schneider waren ſo freundlich, deſſen Unterricht zu übernehmen. Sie traten am 3. Auguſt 1891 bei uns ein. Herr Dr. Reis unterrichtete bis Ende September, Herr Dr. Schneider bis zu ſeiner etwas früher erfolgten Verſetzung an das Gymnaſium zu Laubach.
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 9. Juni 1891 wurde der proviſoriſche Gymnafiallehrer Dr. Eduard Otto, welcher die durch die Verſetzung des Herrn Dr. Lenz an das Neue Gymnaſium erledigte Stelle ſeit Herbſt 1890 verwaltet hatte, zum definitiven Lehrer an unſerer Anſtalt ernannt.
Der Geſangunterricht unſerer Anſtalt, der vom Tode des Herrn Muſikdirektors C. A. Mangold bis zum 9. Juni 1891 von dem Gymnaſialvorſchullehrer Otto Höcker mit recht dankenswertem Erfolge vikariert worden war, wurde am 10. Juni von dem Gymnaſiallehrer Arnold Mendelsſohn über⸗ nommen(Nr. M. J. 8753 vom 31. März 1891 und Nr. M. J. 15634 vom 30. Juli 1891).
In der Woche vom 14.—18. Dezember 1891 wohnte Herr Superintendent Dr. Köſtlin dem evangeliſchen Religionsunterricht aller Klaſſen des Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſiums bei.
Mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz und im Ein⸗ verſtändnis mit dem biſchöflichen Ordinariat zu Mainz wurde, nachdem der frühere katholiſche Religions⸗ lehrer Herr Kaplan Bayer nach Weihnachten 1891 Pfarrer in Gießen geworden war, auf deſſen Nachfolger Herrn Kaplan Johannes Schütz dahier die Erteilung des katholiſchen Religionsunterrichts unſerer Anſtalt übertragen. Herr Kaplan Schütz trat am 25. Januar 1892 dieſen Dienſt an.
Durch Allerhöchſte Dekrete Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV. vom 2. März 1892 wurden die beiden Stellen, welche durch die vor mehreren Jahren erfolgte Verſetzung des Profeſſors Dr. Schädel und den Tod des Kollegen Dr. Bender erledigt und zuletzt durch die Vikare F. Henk
und B. Weidig verwaltet worden(vgl. oben), mit dem Lehrer an dem Realgymnaſium und der Real⸗ 3


