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Mit der Vermehrung der Klaſſenzahl war auch eine ſolche der Lehrkräfte erforderlich und wurden durch Allerhöchſtes Decret vom 3. Oktober 1873 Dr. Hugo Saur zu Coblenz, Realſchullehrer Alexander Friedrich dahier und Gymnaſiallehrer Dr. Ferdinand Bender zu Büdingen zu Lehrern am Großh. Gymnaſium dahier ernannt. Dieſelben machen über ihren bisherigen Lebensgang folgende Mittheilungen:
Dr. Joh. Heinr. Hugo Saur, Sohn des Rentners Joh. Saur in Coblenz, katholiſcher Confeſſion, geboren daſelbſt am 26. November 1839, beſuchte die höhere Bürger⸗ ſchule, trat in das Comptoir der Großhandlung Fr. Jobſt& Co., wandte ſich dem Stu⸗ dium zu, wurde 1855 in die Unterſecunda des Gymnaſiums ſeiner Vaterſtadt aufgenommen, 1859 mit Erlaß der mündlichen Prüfung reif erklärt, ſtudirte anfangs Philoſophie und Theologie, bald nur Philoſophie in Münſter, München, Bonn, wurde Mitglied hiſtoriſcher und philologiſcher Seminare(Preisträger in Bonn 1865), in München 1864 Mitarbeiter an der hiſtoriſchen Klaſſe der Kgl. Akademie der Wiſſenſchaften. Im Jahr 1866 legte er in Bonn die Magiſter⸗, Doctor⸗ und Staatsprüfung pro facultate docendi ab, ſowie die Probelection in der Oberſecunda des Gymnaſiums daſelbſt, trat im Sommerhalbjahr 1867 das Probejahr am Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt mit dem ſtellvertretenden Ordinariat der Tertia an, wurde Oſtern 1868 an das Friedrich⸗Wilhelm⸗Gymnaſium und die Realſchule I. O. zu Cöln, Oſtern 1871 an das Gymnaſium mit Realklaſſen zu Saarbrücken, Herbſt 1871 als Director zur Neubegründung des Collége(Progymnaſium mit Realklaſſen und Vorſchule) nach Saarburg in Lothringen berufen, erwirkte nach Errichtung der Secunda ſeine Entlaſſung aus dem elſaß⸗lothringiſchen Schuldienſte zu Oſtern 1873 und ward unterm 4. October deſſ. J. an dem Großherzogl. Gymnaſium dahier angeſtellt. Im Drucke ſind von ihm unter ſeinem Namen erſchienen: De statuto Nicolai II. de electione papae, Bonn 1866.—„hUeber die Verfaſſung der römiſchen Kirche von W. von Gieſebrecht“, Beſprechung in der hiſtoriſchen Zeitſchrift, München 1867, 1. Heft.— Studien über Bonizo, Forſchungen zur deutſchen Geſchichte, Göttingen 1868.— Gereimte Welteaſus vaterländiſchen Generis, Cöln 1869.— Der Kaiſer. Patriotiſche Phantaſie ꝛc., Deutſche Schaubühne, Novemberheft 1869, zu Neujahr 1870.— Collége de Sarrebourg en Lorraine. Compte rendu. Première année, Metz 1872.— Gedächtnißverſe zur deut⸗ ſchen Geſchichte(Gereimte Weltcaſus ꝛc.), 2. Aufl., Straßburg und Mannheim 1873.— Pädagogiſche Zankäpfel im Septemberheft der Zeitſchr. f. d. Gymnaſialweſen. Berlin 1874.— Betheiligt war er an Waitz' Herausgabe des Jordanus Osnabr. de imperio Romano 1868.
Alexander Friedrich, geboren den 23. September 1843 zu Wertheim am Main im Großherzogthum Baden, beſuchte das Lyceum ſeiner Vaterſtadt und bezog nach beſtandener Maturitätsprüfung Herbſt 1861 die Univerſität Heidelberg, um ſich dem Stu⸗ dium der Philologie und Theologie zu widmen. Letztere gab er jedoch im 4. Semeſter auf, beſtand, nachdem er ununterbrochen Mitglied des philolog. Seminars geweſen, Ende des Jahres 1864 ſeine Staatsprüfung und wirkte in den folgenden Jahren als Privatlehrer an einer Penſionsanſtalt und Inſtituten zu Darmſtadt. Nach dreivierteljähriger Thätigkeit am Lyceum zu Heidelberg, wohin er Neujahr 1868 zurückgekehrt war, wurde derſelbe durch Hohes Reſcript vom 31. Auguſt 1868 proviſoriſch und durch Allerhöchſtes Decret vom
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