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Eine unmittelbare Bereicherung in gleicher Richtung gaben uns auch ein zweimaliger Rundgang durch dieſes„deutſche Rom und Kthen“, der Beſuch des Engliſchen und des an Arkaden und Fresken reichen hofgartens mit ſeinem eigenartigen Ehrenmal für die Gefal⸗ lenen, am Donnerstag ſchließlich unſer Kusflug nach Nymphenburg mit dem Weg durch den nach franzöſiſchem Muſter regelrecht angelegten Park zwiſchen dem Luſtſchloß und den Rokokopavillons.— Eine Führung durch die dortige Porzellanmanufaktur verſchaffte uns einen gründlichen Einblick in den techniſchen und künſtleriſchen Prozeß dieſer Fabrikation.
Um der Ermüdung durch ſolche Studien und der Eintönigkeit einer Schulfahrt vor⸗ zubeugen, um friſch und aufnahmefähig zu bleiben, fuhren wir des Nachmittags hinaus zur Thereſienwieſe, dem Schauplatz des alljährlich ſtattfindenden Oktoberfeſtes, zu Füßen der Koloſſalfigur der Bavaria und dem klaſſiziſtiſchen Bau der Ruhmeshalle gegen⸗ über gelegen.
Kls Hhöhepunkt der Veranſtaltung wurde aber von ſämtlichen Teilnehmerinnen einhellig unſer Ausflug ins Bayriſche hochland bezeichnet, vorüber am Starnberger See mit ſeinen Erinnerungen an dort ſchaffende Meiſter, hinein in den lieblichen Talkeſſel der Loiſach und in die villenreichen Luftkurorte Garmiſch und Partenkirchen vor den ſchneeigen Wänden der umgebenden Gebirge. Ein wundervolles Panorama lag ſchon unterwegs, dank der günſtigen Sicht, vor unſeren durſtigen Augen. Statt nach dem Bader⸗ und Eibſee hinzuwandern, ent⸗ ſchloſſen wir uns nach der Ankunft, zwiſchen den Felswänden der Partnachklamm, die wieder eröffnet war, zum Forſthaus Graseck emporzuſteigen. Wir hatten dieſe knderung unſeres Wochenplanes nicht zu bereuen. Der Weg durch die vereiſte Klamm bot zwar Ge⸗ fahren und koſtete Mühe, aber er entſchädigte reichlich durch das Naturwunder der rieſen⸗ haften hängenden Eiszapfen und die Schau von der höhe hinein in das beſonnte Wetterſtein⸗ und Rarwendelgebirge. Rur eins haben wir bedauert: Die Rebel verhüllten den höchſten Berg unſeres Reiches, die Zugſpitze, vor den ſehnſüchtigen Blicken unſerer Wanderſchar.
Su dem Gewinn, den dieſe Fahrt uns eintrug, darf man auch die Beobachtungen des bayriſchen Charakters und des bayriſchen Sprachidioms rechnen. Wie viele prächtige Menſchen ſind uns dort begegnet, von der idealen herbergsmutter an bis hin zu der liebenswürdigen und geſchäftstüchtigen Förſterin in Vorder⸗Graseck und den unvergeßlichen Geſtalten im Münchener hofbräuhaus!
In der großen, vorbildlich eingerichteten, der ganzen deutſchen Jugend zugeeigneten herberge der hauptſtadt haben wir uns bei ſtrengſter Sauberkeit und Herbergszucht ſehr wohl⸗ gefühlt. Mit ℛℳ 40.— konnten wir alle Ausgaben für Eiſenbahnfahrten, reichliche Benutzung der elektriſchen Straßenbahn, Beſichtigungen, Übernachtung und Verpflegung beſtreiten,— und wahrlich, wir haben keine kärglichen Mahlzeiten miteinander gehalten, haben uns weder einen abendlichen Beſuch der„Bierkeller“ als Kusklang arbeitsreicher Tage, noch einen Mokka mit einem Stück Corte entgehen laſſen! Ich bin überzeugt, daß dieſe verhältnismäßig geringe Kusgabe von ℛNℳ 40.— ſich gelohnt hat.
Wie die hinfahrt über Stuttgart— Ulm, ſo war auch die heimreiſe über Würzburg er⸗ götzlich durch allerlei Kurzweil und abwechſlungsreich durch manches neue Landſchaftsbild, das wir aus unſerem„Schülerwagen“ ſchauen durften.
„Was⸗ vergangen, kehrt nicht wieder. Kber fiel es leuchtend nieder, leuchtet's lange noch zurück.“..
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