Der Verein ehemaliger Eleonoren⸗ und Frauenſchülerinnen hielt im abgelaufenen Jahre zwei Fuſammenkünfte ab. Über die Arbeit der Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland wird der Bericht der Leiterin nähere Mitteilungen bringen.
Die Klaſſe IIb 1 beſuchte unter Führung von Dr. Grebert die Lippmann⸗fusſtellung am 13. Juli 1928.
Am 2. März leitete Dr. Grebert eine Studienfahrt der Klaſſe nach Frankfurt a. M. zur Beſichtigung des Doms und der Städelſchen Gemäldeſammlung.
Eine Studienfahrt führte herr Dr. Grebert mit der Rlaſſe IIb 2 nach Frankfurt a. M. zur Beſichtigung des techniſchen Betriebes der Frankfurter Zeitung. Den Schülerinnen wurde das Werden einer großen Seitung vom Einlaufen der erſten Telegramme bis zur Fertig⸗ ſtellung der Zeitung durch die großen Rotationsmaſchinen gezeigt.
Mit der Klaſſe IIb A unternahm Dr. Grebert vom 28.—30. Juni eine Studienfahrt nach Rothenburg o. T., die beſonders dem geſchichtlichen und kunſtgeſchichtlichen Unterricht der Klaſſe von Rutzen war. Am 11. Juli beſuchte Dr. Grebert mit der Klaſſe die Lippmann⸗Ausſtellung, am 14. Dezember zur Ergänzung des Geſchichts⸗ und Runſtgeſchichtsunterrichts Dom, Römer, Paulskirche und Städelſche Gemäldeſammlung in Frankfurt a. M.
Dr. Schmidt unternahm mit IIb 2 und IIIb 2 je eine kulturgeſchichtliche Wanderung nach Uſchaffenburg.
Die FIIb machte mit ihrem Klaſſenführer, Dr. heldmann, am 12. Juni einen Kusflug nach heidelberg. Sie beſuchte am 12. Juli die Ausſtellung der Gemälde des Odenwaldmalers Prof. Lippmann, der perſönlich ſo liebenswürdig war, den Schülerinnen während ihres Land⸗ heimaufenthaltes im Auguſt in ſeinem heim in Lichtenberg einen Einblick in ſeine künſtle⸗ riſche Arbeit zu geben. Am 1. September wurde bei einem Spaziergang der Gehaborner Hof beſichtigt. Am 13. Dezember wohnte die Klaſſe einer Sitzung des heſſiſchen Landtages und am 17. Januar einer der Darmſtädter Stadtverordnetenverſammlungl bei Vorausgegangen war eine Beſichtigung des Rathauſes.
Wie alljährlich unternahmen Frauenſchülerinnen der beiden erſten Klaſſen unter Führung von Studienrat Dr. Avemarie und Frau eine von der Witterung begünſtigte mehrtägige Studienfahrt. Sie führte in den Tagen vom 4.— 9. März in die Stadt der Kirchen und Muſeen, des Barock und Rokoko, der Kunſt und— des Biers, nach dem lebensfreudigen München. Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtand das Deutſche Muſeum auf der danach benannten Iſar⸗Inſel, eine wahre Weiheſtätte deutſchen Schaffens. Sein Reichtum an Meiſter⸗ werken der Naturwiſſenſchaft und Technik, die in 300 Sälen auf einer Flucht von 14 km, nach dem Entwicklungsgedanken geordnet und darum allgemein verſtändlich, zur Schau geſtellt ſind, zwang zur Beſchränkung. Nach einem flüchtigen Überblick über die Sammlungen ſuchten wir an zwei Tagen durch Beſichtigung von drei Kbteilungen in Lichtbild und Modell, in Zeichnung und Verſuch Anregungen und Belehrungen zu erhalten. Wir bewunderten die Muſeumspädagogik, die Verbindung von Wahrheit und Schönheit in dieſem gewaltigen Bau, die willensſtarken helden der Arbeit. Wir gewannen einen tiefen Eindruck davon, wie eng die fortſchreitende Ziviliſation doch mit dem Gang der ganzen kulturellen Entwicklung eines Volkes verflochten iſt.
Ein heiligtum anderer Art erſchloß ſich uns in den prächtigen Renaiſſancebauten der Alten und Reuen pinakothek. In den Kabinetten dieſer beiden Gemäldegalerien ent⸗ deckten wir die hervorragendſten Schöpfungen bildender Künſtler in herrlichen Originalen, vor allem die Werke der Münchener Schule ſelbſt, darunter zu unſerer Freude Bilder, die uns aus der Runſtbetrachtung im Schulunterricht bereits lieb geworden waren. Der Wert des ſtillen Ganges in kleinſten Gruppen durch dieſen„Tempel der Uunſt“ wurde erhöht durch die glückliche Kufſtellung, die jedem einzelnen Raum für ſich einen beſtimmten Feitcharakter verleiht.


