III. Zur Geſchichte der AUnſtalt
Das Schuljahr 1928/20 brachte durch ſchwere Erkrankungen einer verhältnismäßig großen Knzahl von Lehrkräften weſentliche Störungen des Unterrichtsbetriebes. Die Damen Gold⸗ ſchmidt und Zimmermann mußten noch einige Monate der Schule fernbleiben. Frl. Naumann erkrankte in den Oſterferien. Sie nahm ihren Dienſt nach den herbſtferien zur hälfte und nach den Weihnachtsferien erſt wieder in vollem Umfang auf. Frl. Pöpperling fehlte von den Sommerferien bis zum Beginn des Winterhalbjahres. Nach den Sommerferien kehrte Frl. Zimmermann mit halber Stelle zu uns zurück. Rach den herbſtferien übernahm ſie wieder ihre volle Arbeit. Frl. Goldſchmidt hatte zwiſchen Sommer⸗ und herbſtferien mit
einer kleinen Stundenzahl wieder begonnen, um ebenſo im Oktober die volle Tätigkeit auf⸗
zunehmen. Dafür fehlte infolge ſchwerer Erkrankung wieder die zu Oſtern kommiſſariſch von Friedberg an unſere Anſtalt verſetzte Kollegin Srl. Schott bis zum Januar 1929, und die letzten vier Wochen des Schuljahres war Oberſtudienrat Dr. heußel durch Erkrankung an der Aus⸗ übung ſeines Berufes verhindert. Zur Vertretung der erkrankten Lehrkräfte kamen Frl. Schott, Frau Steinmetz, Frl. Helm, Studienaſſeſſor Dr. Müller zu uns; aber auch ſie mußten den Unter⸗ richt infolge des fortwährenden Wechſels im Lehrkörper immer wieder in anderen Klaſſen übernehmen, ſo daß ein ruhiger Fortgang des Unterrichts nicht überall erreicht werden konnte. Es beſteht kein Zweifel, daß eine derartige Störung auch der Entwicklung der Schülerinnen ſchädlich ſein mußte. Wir wünſchen dringend, daß mit dem neuen Schuljahr unſerer Anſtalt wieder eine Zeit ruhiger Arbeitsmöglichkeit gegeben werde.
Das Schuljahr 1928/29 ward am 23. Kpril mit einer ſchlichten Schulfeier eröffnet, bei der wir Frl. Schott und die hoſpitantin für das techniſche Fach, Frl. Warnecke, begrüßten. n Stelle von Frl. Kunkel trat Frau Steinmetz. Am 20. Mai kam Frl. helm zunächſt zur Vertretung von Frl. Naumann; im herbſt trat ſie aus, um ſich zu verheiraten. AÜſſeſſor Dr. Müller ſchied mit Ende Dezember wieder aus. Frau Steinmetz blieb im letzten Viertel⸗ jahr als Hoſpitantin bei uns, war aber zweimal an Grippe erkrankt und mehrere Wochen dienſtunfähig. Frl. Warnecke nahm eine Stelle außerhalb heſſens an.
Frau Nick, Frl. Pöpperling und Frl. Naumann wurden zu Oberreallehrerinnen, Studien⸗ rat Dr. heußel zum Oberſtudienrat, Dr. Grebert zum überplanmäßigen Studienrat, Reallehrer haſter zum Oberreallehrer ernannt. Von den wiſſenſchaftlichen Lehrerinnen erhielten bis jetzt Frl. Nau und Frl. Schott die Ernennung zur Reallehrerin.
Bei der Dürerfeier am 26. Mai ſprach Studienrat Dr. Avemarie. Der Jugendtag ver⸗ ſammelte unſere Anſtalt an der Ludwigseiche. Dort ſprach die Jugendleiterin Frl. Frenzel. Bei der Verfaſſungsfeier hatte Frl. Büchner, techniſche Lehrerin, den Seſtvortrag„Die Frau und die Verfaſſung“ übernommen. Die Feſtrede der Schubertfeier am 17. November hielt Studienrat Dr. Grebert. Eine Wiederholung der Veranſtaltung am Abend des 24. November verſammelte die Eltern. Eine weitere Veranſtaltung geſchah zum Beſten des Landheims am 1. Dezember. Es wirkten dabei mit die frühere Schülerin Frl. hilde Groß(Sopran), ferner die Herren Dr. Grebert(Geige), Dr. Kaffenberger(Cello), Dr. Menger(Cello), Dr. Schäfer (Bratſche), Schildge(Geige), Dr. Schneider(Klavier). Bei der Leſſingfeier am 22. Januar hielt Studienrat Dr. Schmidt den Feſtvortrag. In der letzten Stunde vor den Weihnachts⸗ ferien verſammelten wir uns in der Turnhalle zur Verteilung der Siegerurkunden aus den Reichsjugendwettkämpfen; voraus ging ein Vortrag über den Turnvater Jahn des Rollegen Dr. Spalt. Ein hinweis auf das Weihnachtsfeſt ſchloß dieſe Veranſtaltung.


