vertrat unſere Anſtalt bei der Tagung der Landheimleute in Düſſeldorf. Wie wir das Schuljahr mit einer gemeinſchaftlichen Feier eröffnet hatten, ſo gedachten wir in ähnlicher Weiſe bei Beginn des Winterhalbjahres des Gründungstages unſerer Schule(12. Oktober).
Am 16. November fand ein ſehr gut beſuchter Elternabend ſtatt, bei dem Dr. Avemarie unter Vorführung von Lichtbildern über„Erziehung zum Kunſtſinn“ ſprach. Am 25. Februar eröffnete er die Ausſprache über„Kind und Geld“. Dr. Heldmann berichtete über„Die Landheimbewegung in Deutſchland“; er brachte zur Veranſchaulichung eine große Anzahl von Lichtbildern. Bei der Trauerfeier zum Gedächtnis unſerer Toten im Weltkrieg ſprach Frl. Nau. Eine anſprechende Einleitung des Weihnachtsfeſtes brachte unſer Chor unter Leitung des Oberreallehrers Schaefer mit einer muſikaliſch⸗deklamatoriſchen Abendfeier am 21. Dezember„Winter und Weihnachten“. Die Schulgruppe des Vereins für das Deutſchtum im Ausland unter Führung von Frl. Naumann fand mit ihrer Veranſtaltung ſolchen Beifall, daß dieſe noch zweimal wiederholt werden mußte. Dr. Heldmann ſprach über den Wert der Mundarten; es folgten Gedichte der verſchiedenen deutſchen Mundarten. Den Abſchluß bildete das Darmſtädter Luſtſpiel„Der Kaktusfreund“. Ein annehmbarer Betrag floß dem Unterſtützungswerk zu. Auch bei unſerer Peſtalozzifeier waren viele Eltern erſchienen. Den Vortrag hatte kurz entſchloſſen wenige Tage vor dem Feſt unſere Frauenſchülerin Emma Breidert übernommen und gut durchgeführt. Bei der für den 26. März wieder geplanten Beethovenfeier wird Frl. Goldſchmidt die Arbeit unſeres Chors durch einen Feſtvortrag unterſtützen.
Auch der Verein ehemaliger Eleonoren⸗ und Frauenſchülerinnen hielt ſeine Zuſammen⸗ künfte in unſerer Turnhalle in gewohnter Weiſe ab. Leider erlitt er einen ſchweren Verluſt durch den frühen Tod ſeiner tatkräftigen Vorſitzenden, Frau Elſe Leinberger geb. Schittler, die in ihrem 24. Lebensjahr nach einem am Weihnachtsabend begonnenen, ſechs Wochen andauernden Schmerzenslager im Anſchluß an eine notwendig gewordene Operation durch Herzſchlag ihrem ſeit Sommer 1926 in der Türkei berufsmäßig tätigen Gatten und dem 1 ½ jährigen Knaben entriſſen wurde. Ehrliche Teilnahme ward am frühen Grabe der lieben jungen Mutter laut. Im Namen des Vereins legte der Direktor einen Kranz an ihrer Ruheſtätte nieder. Ihr Gedächtnis bleibe in Ehren!
Unſere Schneeſchuhläuferinnen gingen unter Führung von Frl. Schmuck drei Tage in den Taunus, wo ſie auf dem Feldberg im Turnerheim gute Unterkunft fanden. Frauen⸗ ſchülerinnen unternahmen unter Leitung von Dr. Avemarie, den die Kolleginnen Darmſtädter und Schmuck unterſtützten, eine Fahrt nach Würzburg, Nürnberg und Rothenburg; die Benutzung von Jugendherbergen ermöglichte die billige Ausführung dieſes Ausflugs, an dem auch der Direktor teilnahm. Daneben wurden noch von verſchiedenen Klaſſen im Anſchluß an den Unterricht Nachbarſtädte zur Beſichtigung von Kunſtwerken, Fabrikanlagen und Fürſorge⸗Einrichtungen aufgeſucht. Unſer Kindergarten blüht in erfreulicher Entwicklung weiter. Mütterabende halten das Verſtändnis für dieſe Arbeit rege; die Jugendleiterinnen ſind immer wieder aufs neue erfinderiſch, die Räume muſtergiltig auszuſtatten. Einen neuen Anſtrich erhielten auch ſämtliche Unterrichtsräume unſeres Hauſes. Dieſe Erneuerung geſchah zum größten Teil in den Weihnachtsferien. Doch ward auch der Reſt dieſer Arbeit in einer Weiſe vollzogen, daß wir durch die Anweſenheit der hier Beſchäftigten nicht weſentlich geſtört wurden.
Dem hauswirtſchaftlichen Seminar winkt die Hoffnung auf ein eignes Heim. Wir konnten ſchon in dieſem Jahr ihm keinen Saal mehr für ſeine wiſſenſchaftlichen Stunden überlaſſen, da wir ſelbſt alle Räume für unſere Klaſſen brauchten. Wir wünſchen ihm baldige Erfüllung ſeiner Hoffnung um ſeinet⸗ aber auch um unſerer Anſtalt willen, die dann nach dem Wegzug dieſes Gaſtes über die Küchenräume ſo verfügen kann, wie es der derzeitige, ſehr verzweigte Betrieb der Frauenſchule notwendig erſcheinen läßt.
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