Jahrgang 
1927
Einzelbild herunterladen

von Frl. Naumann über die Ziele des Vereins für das Deutſchtum im Ausland und des Direktors über ſeine Sommerreiſe nach Kärnten und Steiermark. Bei der Ferd. Freiligrath⸗ Feier am 18. März hielt Dr. Avemarie die Gedächtnisrede. Am 21. und 22. März luden wir zu einer Ausſtellung ſämtlicher Schülerinnen⸗Arbeiten der techniſchen Fächer aller Klaſſen ein, die von über 2000 Perſonen beſucht wurde(ſiehe Anhang). Am Freitag, 26. März fand die Entlaſſungsfeier ſtatt. Vorträge hielten die Frauenſchülerinnen Inge Brandt überDie Volkswirtſchaftslehre und Gertrud Gils überGeſundheitslehre. Abſchiedsworte ſprachen Prof. Heußel und Eliſabeth Petry.

Dieſer kurze Rückblick zeigt, daß im abgelaufenen Schuljahr bei uns reges Leben im Verkehr mit den Eltern herrſchte. Wir bedauern nur, daß es uns nicht möglich war, den Jahresbericht erweitert durch Aufſätze über unſer Landheim und Bilder aus dem Leben in dieſer ſegensreichen Einrichtung drucken zu laſſen. Die Geldknappheit zwang zur Sparſamkeit. Der Landheim⸗Ausſchuß veranſtaltete die Herausgabe eines SonderheftesUnſer Landheim, das durch Wort und Bild für das Landheim werben will.(Preis 75 Pfg.)

Schuljahr 1926/27

Das Schuljahr 1926/27 brachte eine merkliche Erweiterung, aber auch manch ſtörende Veränderung des Lehrkörpers. Die Anmeldung zur Frauenſchule war ſo zahlreich, daß eine weitere Klaſſe errichtet werden mußte; die Frauenſchule hatte daher vier Klaſſen. Als Vertreter des beurlaubten Studienrats Dr. Schmidt kam Studienaſſeſſor Dr. Grebert. Ferner trat Studienaſſeſſor Koch bei uns ein. Frl. Dr. Trapp erhielt eine halbe Stelle, die ſie aber infolge längerer Erkrankung nicht antreten konnte; für ſie blieb Frl. Dr. Olga Löſch. Aſſeſſor Dr. Mahlerwein mußte ſich mit einer halben Stelle begnügen. Ebenſo ging es den Aſſeſſoren Dr. Spalt und Keſter. Die techniſche Lehrerin Frl. Knöpp konnte volle Beſchäftigung finden, und Frl. Diehl erhielt eine halbe Stelle. Vom 16. Auguſt bis zu den Herbſtferien war Reallehrer Haſter zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit beurlaubt. In ſeine Vertretung teilten ſich die Aſſeſſoren Dr. Spalt und Dr. Mahlerwein. Frl. Dittmar war von Oſtern bis Pfingſten beurlaubt. Nach kurzem Dienſt mußte ſie ſich wieder in Behandlung begeben. Ihr Urlaub wurde vom 18. Auguſt an zunächſt für einige Wochen erteilt, dann bis 1. Dezember verlängert. Am 25. September verließ uns Frl. Löſch, um eine Stelle an der Studienanſtalt in Lübeck anzunehmen. Mit Beginn des Winterhalbjahrs 11. Oktober kehrte Real⸗ lehrer Haſter wieder zu uns zurück. Frl. Trapp kam immer noch nicht. Neu trat Aſſeſſor Dr. Müller bei uns ein. Am 16. Oktober ging Dr. Mahlerwein nach Lemgo in Lippe⸗Detmold; am 20. Oktober kam Frl. Dr. Schork an unſere Anſtalt mit einer halben Stelle. Profeſſor Dr. Heußel war leider in den Herbſtferien erkrankt und mußte zu einem Teil von den hieſigen Pfarraſſiſtenten Dr. Wendel und Georgi bis Weihnachten vertreten werden. Ende November erkrankte Frl. Willenbücher; ſie iſt leider noch nicht wieder geneſen. Am 1. Januar wurde Frl. Dittmar auf Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt. Der wohlverdiente Dank begleitete die von uns allen geſchätzte Amtsgenoſſin bei ihrem Scheiden. Am 6. Januar trat Frl. Annelieſe Cramer als Vertreterin von Frl. Willenbücher bei uns ein. Leider erkrankte auch Frl. Schork und mußte 6 Wochen dem Unterricht fernbleiben. Die ungünſtige Witterung des Winters brachte außerdem noch manche Otörung durch kürzere Grippenanfälle einer Anzahl von Amtsgenoſſen.

Auch in dieſem Schuljahr wurden verſchiedene Feſtlichkeiten abgehalten. Das Jugend⸗ feſt begann mit einer gemeinſamen Feier am Bismarckturm. Die Anſprache des Direktors gedachte der Deutſchen im Ausland. Nachher zerſtreuten ſich die Klaſſen zu Ausflügen in die Waldunegn. Die Monatswanderungen wurden regelmäßig ausgeführt. Im Landheim herrſchte fröhliches Treiben. Die Frage eines eignen Anweſens tritt immer näher an uns heran; der Ausſchuß iſt auf der Suche nach einer befriedigenden Löſung. Dr. Heldmann

11