Jahrgang 
1882
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Im Turnen bildeten die Knaben 2 Abtheilungen, während die an Zahl ſchwächeren Mädchen in einer Abtheilung unterrichtet wurden.

a) Knaben: I. Abtheilung(Claſſe I, II, III, IV): Freiübungen, Marſchiren mit Wendungen, Uebungen mit den von den Knaben ſelbſt gefertigten hölzernen Ge⸗

wehren; wöchentlich 2 Stunden. Löw II. II. Abtheilung(Claſſe V, VI, VII): Bewegungen der verſchiedenen Körpertheile, Wend⸗

ungen und allerlei Freiübungen; wöchentlich 2 Stunden. Meuſer. b) Mädchen: Glieder⸗, Geh⸗, Marſch⸗ u. Ordnungs⸗Uebungen; Turnſpiele; wöchentl.

2 Stunden. Löw I.

C. discipſin.

Wir können auch dieſes Mal berichten, daß Betragen und Fleiß unſrer Zöglinge lobenswerth waren. Was einmal beſtimmt und als gut und nützlich anerkant war, wurde conſequent und un⸗ beirrt durchgeführt. Es war ſo unſer Beſtreben, die Zöglinge an Pünktlichkeit, Reinlichkeit, Fleiß und Gehorſam zu gewöhnen. Die Aneignung dieſer Tugenden ebnet ihnen den Weg im ſpäteren Leben, hilft zu einem gedeihlichen Fortkommen.

Zu dem Erziehungswerke bedarf aber die Anſtalt der weſentlichen Beihilfe der Pflegeeltern. Es iſt nöthig, daß ſelbſt bei kleinen Vergehen ſchoͤn die Anſtalt in Kenntniß geſetzt wird, um wach⸗ ſam ſein zu können und ein Weiterwandeln auf verbotenen Wegen verhüten zu können.

Weſentliche Beihilfe kann auch die Anſtalt von den Pflegeeltern im Kampfe gegen die Ge berdenſprache beanſpruchen. Hierin iſt es ſchon beſſer geworden und es zeigt ſich ſchon bei ver⸗ ſchiedenen Zöglingen, daß das Pflegehaus die Bemühungen der Anſtalt fördert, daß ſie zu Hauſe angehalten werden, Bitten und Wünſche in der Lautſprache vorzubringen und ebenſo Aufträge aus⸗ zurichten.

Seit vorigem Jahre werden nun auch ernſtgemeinte Bedingungen in dieſer Richtung in die Verpflegungsverträge aufgenommen und hoffen wir auf dieſe Weiſe der Lautſprache zum Siege zu verhelfen.

D. Geſundliieitspflege und Geſundliieitszuſtand.

Die Pflege der Geſundheit war auch in dieſem Jahre eine unausgeſetzte Sorge der Anſtalt, welche hierin eine wirkſame Stütze an dem Anſtaltsarzte, Herrn Dr. Fluck, hatte. Zu dem Ende wurde ſowohl in den benutzten Lehrräumen, als auch in den übrigen Lokalitäten auf fleißiges Lüf⸗ ten gehalten. Die Pauſe wurde zu Turnſpielen, Marſch- und Ererzierübungen benützt, um die Schüler zu tüchtiger Bewegung und Aspiration zu zwingen. In jeder Woche wurde aus eben demſelben Grunde ein größerer Spaziergang ausgeführt. Regelmäßige Beſuche der Pflegehäuſer, Unterſuchungen ſeitens der Lehrer auf Reinlichkeit und des Arztes auf körperliches Befinden übten eine ſehr heilſame Controle aus.

Den ſcrophulöſen oder ſchwächlichen Kindern wurden während des Winters täglich 12 Löffel Leberthran verabreicht, was einen guten Erfolg hatte.

Auch das Baden wurde regelmäßig betrieben.

Bei Beginn des Schuljahres wurden die Ohren der Neuaufgenommenen ausgeſpritzt und da⸗ bei Ohrenſchmalzpfropfen, Knochentheile und Fruchtkörner zu Tage gefördert, die zum mindeſten be läſtigen, wenn ſie nicht Störungen ſchlimmerer Art verurſachen. Auf das Gefährliche zu hoher oder niederer Temperatur, ſchlechter Luft, ungeeigneter Kleidung wurden die Schüler bei jeder Ge⸗ legenheit aufmerkſam gemacht.