15
den. Insbeſondere wurden die Gleichniſſe gruppirt und die auf Entſtehung, Ent⸗ wicklung und Vollendung des Reiches Gottes bezüglichen eingehend erklärt und ein⸗
geprägt mit Ruͤckſicht auf deren Behandlung in der Volksſchule. Hardt. 2 St. Im Sommer: Katechetik als Centrum der Volksſchuldidaktik ganz in organiſcher, aber populär praktiſcher Weiſe. Lex.
Im Winter: Lehrübung im Katechismusunterricht mit Knaben aus den oberen Elementarſchul⸗ klaſſen. Die Aufgaben wurden vorher ausführlich beſprochen mit Rückſicht auf die praktiſche Behandlung. Der Stoff wurde ſodann ſchriftlich gegliedert und ausge⸗ führt, doch nicht in katechetiſcher Form. Nach Durchſicht der ſchriftlichen Arbeiten wurde katechiſirt und hierauf von den Semiinariſten unter Leitung des Direktors kritiſirt. Hardt.
1 St. Im Sommer: Katecheſen in der oberen Mädchenſchule über die Glaubenslehre bis zu den Vorzügen des Menſchen. Die ſchriftlich ausgearbeiteten Katechiſationen wurden vor dem Halten corrigirt und beſprochen, nach dem Halten von den Mitſchüͤlern und dem
Direktor kritiſirt. Lex. Im Winter: Uebung in der katechetiſchen Erklärung von Bibelſprüchen in derſelben Weiſe wie bei den Lehrübungen im Katechismusunterricht. Hardt.
1 St. Katecheſen uͤber bibliſche Geſchichten in der Elementarſchule nach vorheriger Beſprechung der Präparation und mit nachfolgender Kritik durch die Seminariſten und den Lehrer.
1 St. Kirchengeſchichtliches(in Verbindung mit der deutſchen Geſchichte). Vom Verfall des Papſtthums durch das Schi sma, Concil in Conſtanz und Hus; die Reformation ausführlich im Anſchluß an das Leben der vier großen Reformaloren; Reſormation im Naſſauiſchen, im außerdeutſchen Europa; Ueberſicht uͤber die weitere Entwickelung der evang. Kirche, beſonders mit Erzählungen aus Spener's und Franke's Leben, ſowie einem Ueberblick über die Geſchichte des deutſch⸗evang. Kirchenliedes mit kurzen biographiſchen Notizen; Einiges von der Zeit der Aufklärung und dem Wiedererwachen des Glau⸗ bens nach den Freiheitskriegen. Göz.
b. Deutſche Sprache.
IHI. Kl. 2 St. Grammarik. Die Laut⸗ und Flexionslehre und die Wortbildung, nach Bauer's nhd. Grammatik. Häufige Analyſirübungen im Leſebuch Orthographiſche Uebungen. Lautz.
2 St. Leſen in dem Leſebuch von Hopf und Paulſieck I, 3. Die meiſten proſaiſchen und poetiſchen Stücke wurden durchgeleſen und theils eingehender theils kürzer beſprochen und dabei die Schüler im Wiedergeben des Inhalts und der Erklärung geuübt, eine Anzahl leichter Gedichte memorirt.
1 St. Stylübung. Zwoölf größere Aufſätz e(Beſchreibungen, Vergleichungen, Erzählungen, Briefe u. dergl.) wurden ausgearbeitet und ſowohl ſchriftlich als mündlich corrigirt. Auch bei der Erklärung der Gedichte, ſowie beim Religionsunterrichte wurden kleine Ausarbeitungen geliefert und wenigſtens durch Be⸗ ſprechung des Gegenſtandes corrigirt.. Göz.
Il. Kl. 2 St. Grammatik. Satzlehre noch Bauer's Grom. vollſtändig durchgegangen; ſodann Wiederholung der ganzen Grammatik, Analyſirübungen, orthographiſche Dictate. Ein Theil der Stunde wurde während des Winters zu Mitheilungen aus der neueren Literaturgeſchichte von Opitz an, beſonders aus dem Leben der bedeutenderen Dichter bis zu Schillers Tode, unter Vorleſung und kurzer Beſprechung von poetiſchen Proben, benützt; eine Anzahl Schüler übten ſich im freien Vortrage einer ausführlicheren Bio⸗ graphie der Dichter.
2 St. Leſen und Beſprechen der meiſten Leſeſtücke in Hopf und Paulſtek I, 3. Zwölf Gedichte wurden zum Deklamiren eingeübt.
1 St. Styl übungen. Zwoölf Aufſätze mit ſchriftlicher und mündlicher Correctur. Außerdem Ausarbeitung von kleineren Geſchäftsaufſätzen(Quitlungen, Scheine, Anzeigen u. dergl.), ſowie von Qrdlchteersrungen.
— 5z.
I. Kl 4 St. Aus der Stiliſtik die allgemeinen Eigenſchaften eines guten Stils, die Redefiguren, die proſaiſchen Stilarten und das Wichtigſte aus der Poetik.— Leſen und kurzes Erklären der meiſten Stücke in dem Leſebuch von Hopf und Paulſiek, Th. II, 1. Eine Anzahl Gedichte, welche die Zöglinge memorirten wurden eingehender beſprochen. Kurze und überſichtliche Orientirung über die Haupterſcheinungen in der deutſchen Literaturgeſchichte, eine Anzahl Biographieen wichtiger Dichter.— Folgende Themata wurden ſchriftlich bearbeitet: 1) Drei Blicke thu' zu deinem Glück: Blick aufwärts, vorwärts, ſchau zurück. 2) Frei von Tadel zu ſein, iſt der niedrigſte Grad und der höchſte; denn nur die Ohnmacht führet oder


