Jahrgang 
1868
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Muſiklehrer Seminarlehrer K. Feye; 4) dem Oekonomieinſpector Seminarlehrer Ph. Zitzer; 5) dem Seminarhilfslehrer Th. Lautz.*)

2. Unterricht.

Die vom Direktor zu haltenden Unterrichtsſtunden fielen während der Vacanz im Anfange des Winterſemeſters fünf Wochen hindurch aus. Sonſt wurde der Unterricht ununterbrochen fortgeführt und kamen folgende Lehrgegenſtände zur Behandlung:

A. Wiſſenſchaftliche Gegenſtände.

a. Religion.

III. Kl. 1 St. woͤchentlich. Im Sommer: Das Kirchenjahr nach ſeinen Theilen, Kreiſen und Feſten, deren Entſtehung und Bedeutung. Lex.

Im Winter: Wiederholung des im Sommer Behandelten; ſodann Erklärung und Einprägung ausgewählter Perikopen. Hardt.

2 St wöchentlich. Bibliſche Geſchichte des alten Teſtaments. Nach denbibliſchen Geſchichten für die evangeliſchen Schulen in Naſſau und mit Vergleichung der heil. Schrift wurden die einzelnen Geſchichten von der Schöpfung an bis zum Verſtummen der Prophetie und der Ausbildung des jüdiſchen Tempelſtaates nach ihrem Zuſammenhange mit dem Plan der göttlichen Offenbarung durchgegangen, die ſchwlerigen eingehend und mit Rückſicht auf deren Behandlung in der Volksſchule erklärt.

Als Hilfsbuch diente den Schülern die Calwer Bibelerklärung auch Ditmars Wegweiſer. 1 St. Bibelleſen. Die Apoſtelgeſchichte im Sommer, der Römerbrief im Winter geleſen und in ziemlich eingehender Weiſe ausgelegt, die Schüler zu kleinen Ausarbeitungen und zur mündlichen Wie⸗ dergabe der Auslegung angehalten. Göz. II Kl. 2 St. Katechismus. Im Sommer: Aus der Glaubenslehre die Lehre von Gott und deſſen Werken unter Anlehnung an den Landeskatechismus mit Rückſicht auf deſſen Behandlung in der Schule. Lez. Im Winter: Wiederholung und Fortſetzung Die Lehre von dem urſprüng⸗ lichen Zuſtande und dem nachherigen Falle des Menſchen, die Erlöſung, ebenfalls mit Beziehung auf den andehfale hismus.

Hardt.

2 St. Im Sommer: Evangelienerklärung. Die Kindheitsgeſchichte Jeſu und die erſte Einleitung in das öffentliche Leben des Erlöſers mit Berückſichtigung des Praktiſchen und Her⸗ vorhebung des für die Glaubensbegründung apologetiſch Wichtigen.

Im Winter: Bibliſche Geſchichte des neuen Teſtaments. Außer einigen auf das erſte Auf⸗ treten Jeſu bezüglichen Geſchichten wurden die Wunderthaten Jeſu zum beſſeren Verſtändniß in Gruppen getheilt, deren ſpeculative und praktiſche Seite hervorge⸗ hoben und dann die einzelnen Erzählungen, ſoweit es die Zeit erlaubte, mit Rück⸗

8 ſicht auf deren Behandlung in der Volksſchule erklärt und eingeprägt. Hardt.

1 St. Hibelteſen. 11 Pſalmen, ausgewählte Capitelkaus Jeſajah, der erſte Chorintherbrief größten⸗ theils ausgelegt.

Kirchengeſchichtliches in Verbindung mit dem Weltgeſchichtlichen: Wiederholung des Wichtigſten aus der Apoſtelgeſchichte, Erzählungen aus der Märt yrerzeit und weiter bis zu Innocenz III.

Göz. I. Kl. 2 St. Im Sommer: Erklärung der Evangelien von der Purimreiſe Jeſu Joh. 5 bis zur Verklärung auf dem Berge. Lex.

Im Winter: Bibliſche Geſchichte. Nach eingehender Grklärung einiger Stücke aus dem

Leben Jeſu wurde übergegangen zur Betrachtung der Lehrweiſe des Herrn und

deren verſchiedenen Formen, woraus verſchiedene didactiſche Regeln entwickelt wur⸗

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2 *) Seminarhilfslehrer Lautz wurde im December 1867 zur zweiten Staatsprüfung für das Lehrfach der Mathematik und Naturwiſſenſchaften zugelaſſen und laut Reſeript vom 6. Februar c. N. II. 22246 alsgut beſtanden, in der Reallehrer⸗Prüfung angenommen.