8 5. Geſundheitszuſtand.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war trotz der wechſelnden Witterungsverhältniſſe im Ganzen recht befriedigend. Nur 2 Schüler der II. und 1 Schüler der III. Klaſſe waren mehre Wochen durch Krankheit vom Beſuche des Unterrichtes abgehalten: zwei davon waren zu Hauf bei ihren Eltern, der dritte wurde im Internat verpflegt.
Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war recht befriedigend. 1
Mit dem Herrn Medicinalaſſiſtenten Dr. Thewalt iſt im Jahr 1856 durch den Seminar⸗ direktor ein Kontrakt abgeſchloſſen und von der Herzogl. Landesregierung genehmigt worden, der noch heute gilt. Nach dieſem Kontrakt beſorgt H. Dr. Thewalt die ärztliche Behandlung aller Seminariſten, nimmt zu geeigneter Zeit, beſonders beim Eintreffen der Schüler aus den Ferien, Generalviſitationen vor, überwacht in medicinaldiseiplinariſcher Hinſicht die Lebensordnung der Schüler im Internat, hat die Krankenpflege der Anſtalt unter ſeiner Obſorge und gibt den Schülern der I. Klaſſe gegen Ende des Winterſemeſters in 6— 10 Lehrſtunden die erforderliche Anleitung zur dringenden augenblicklichen Pflege Erkrankter vor Herbeiſchaffung des Arztes, zur Behandlung von Scheintodten und plötzlich Verunglückten ꝛc. Als Honorar erhält der Arzt von jedem Seminariſten im Semeſter 1 fl. Einzelnen ſehr armen Schülern wird nach dem Gutachten des Direktors die Zahlung des Honorars erlaſſen..
Den vorgenannten Funktionen hat H. Dr. Thewalt ſich auch in dieſem Schuljahre mit gleich rühmlicher Gewiſſenhaftigkeit unterzogen.
II. Chronik.
Die vorjährige Abiturientenprüfung wurde unter Leitung des Seminardirektors am 6. und 7. Mai 1867 abgehalten. Zur Schlußberathung resp. zur Feſtſtellung der Praͤdikate nach den Erfahrungsnoten(Jahresnoten) und dem Ergebniß der ſchriftlichen und mündlichen Prüfung war als Königl. Regierungscommiſſarius Herr Profeſſor Dr. Gr eiß von Wiesbaden eingetroffen. Von den 19 Abiturienten wurden 9 mit der Note II.= gut und 10 mit der Note III.= genügend entlaſſen.
Die öffentliche Jahresprüfung wurde unter Leitung des Seminardirektors am 8. und 9. Mai 1867 abgehalten. Die Rede des Seminardirektors hatte zum Thema: Die Fort⸗ bildung des Lehrers, und zwar deren Nothwendigkeit und Weſen im All⸗ gemeinen.
Zu der am 10. und 11. Mai 1867 unter Leitung des Seminardirektors abgehaltenen Konkurs⸗ oder Aufnahme⸗Prüfung waren 24 Prüflinge für die III. und 1 für die II. Klaſſe erſchtenen. Die Aufnahme aller Prüflinge wurde vom Lehrerkvllegium beantragt und von der Königlichen Regierung genehmigt.
Zu der am 26. Juni 1867 unter Leitung des Seminardirektors von den Seminarlehrern Müller und Meiſter und den ſtädtiſchen Elementarlehrern Herber und Hilpiſch abge⸗ haltenen Adſpirantenprüfung(der 14jähr. Adſpiranten) waren 23 Prüflinge erſchienen. Nach dem Ergebniß der Prüfung konnten alle Prüflinge für beſtanden erklärt werden. Da aber nicht alle Prüflinge das zur Aufnahme im Jahr 1868 resp. 1869 erforderliche Alter haben(ſie müſſen im Mai des betr. Jahres 16 Jahre alt ſein), einige, die wohl das Alter zur Aufnahme im Jahr 1868 haben, aber bis dahin der bet. Inſtruktion, die einen zweijährigen Präparanden⸗ unterricht herlangt, nicht ganz entſprochen haben; ſo iſt eine Entſcheidung über Zulaſſung dieſer


