22
wendigſte aus der Poetik, Metrik und Tropenlehre; gedrängte Biographien und Chaxakteriſtiken derjenigen Schriftſteller, von denen Muſterſtücke geleſen wurden; Deklamationsübungen; Anleitung zur Privatlektüre.
c. Styliſtik und Aufſätze. Das Wichtigſte aus der Siyliſtik, mit beſonderer Beachtung des daraus in der Elementarſchule zu Verwerthenden; ſchriftliche Ausarbeitungen, deren Themata vorſchriftsmäßig hier folgen: 1. Der Glaube an Gott, die feſteſte Stütze im Unglück. 2. Der Uebel größtes iſt die Schuld. 3. Unrecht leiden iſt beſſer, als Unrecht thun. 4. Der Baum, ein Bild des menſchlichen Lebens. 5. Der Mond, ein Bild des menſchlichen Lebens.(Die Wahl unter 2 und 3, dann unter 4 und 5 war freigeſtellt.) 6. Regeln zur Verhütung des Mißverſtändniſſes und Mißbrauches deutſcher Sprichwörter. 7. Jung ge⸗ wohnt, alt gethan. 8. Des Sängers Fluch von Uhland in Form einer Erzählung. 9. Der ceichſte Fürſt von Kerner und Graf Eberhard in Bart von Zimmermann mit einander verglichen. 10. u. 11. Grammatiſche Analyſe zweier Gedichte von Schiller. 12. Der Geſelligkeitstrieb in pädagogiſcher Hinſicht. 13. Die Pflege des Schönheitsſinns in der Elementarſchule. 14. Wie ſoll der Elemen tarlehrer zu ſeiner Fortbildung lehren?— Auch die andern Lehrer ließen in jedem Trimeſter wenigſtens eine größere Probearbeit in jedem ihrer Lehrgegenſtände machen. Kehrein.
d. Sprachpraxis. 3 St. Verſuche in der Sprachpraxis durch alle Klaſſen der Elementarſchule mit durchlaufenden ſchriftlichen Ausarbeitungen zur Regelung und Kontrole der Vorbereitung. Hartmann.
3. Mathematik. (Lehrbuch von Wittſtein.)
a. Arithmetik.
IIHI. Klaſſe wöchentlich 3 St. Sommer: Der Zahlenbau und deſſen Anwendung auf Schreiben und Leſen der Zahlen; Erweiterung der Grundrechnuugzarten mit Bezug auf Zahlengeſetze und Rechnungskürzungen; arith⸗ metiſche und geometriſche Verhältniſſe und Proportionen; die Theilbarkeit der Zahlen; Weſen, Eintheilung und Veränderung der gemeinen Brüche.— Winter: Die vier Species der gemeinen Bruͤche; Behandlung des Doppel⸗ und Kettenbruches; die Grundoperationen der Deeimalbrüche; gegenſeitige Verwandlung der Brüche, insbeſondere die Behandlung des periodiſchen Bruches; Weſen und Eintheilung des bürgerlichen Rech⸗ nens, Schlußfolgen und Löſungsarten; einfache und zuſammengeſetzte Regel⸗de⸗tri; Zins⸗, Termin⸗, Rabatt⸗ und Geſellſchaftsrechnung mit Anwendung der verſchiedenen Löſungsarten.
II. Klaſſe wöchentlich 2 St. Sommer: Kurze Wiederholung des Früheren aus dem bürgerlichen Rechnen; Zins⸗, Termin⸗, Rabatt⸗, Geſellſchafts⸗ und Miſchungsrechnung mit beſonderer Berückſichtigung der kürzeſten Rech⸗ nungsregeln bei den verſchiedenen Löſungsarten.— Winter: Die Lehre von den entgegengeſetzten Größen; Quadrieren und Quadratwurzelausziehen; Kubieren und Kubikwurzelausziehen; reine und angewandte Glei⸗ chungen vom erſten Grad mit einer und mehreren Unbekannten, letztere mit Bezug auf die verſchiedenen Lö⸗ ſungsarten; Kontrole der Uebungsaufgaben.
I. Klaſſe wöchentlich 4 St., 2 für die Theorie und 2 für die Praxis.— Sommer: Kurze Wiederholung des Quadrat⸗ und Kubikwurzelausziehens und der Lehre von den entgegengeſetzten Größen; reine und ang ewandte Gleichungen vom erſten Grad bis zu 4 Unbekannten nach den verſchiedenen Löſungsarten; reine quadratiſche Gleichungen.— Winter: Fortſetzung der Gleichungen vom zweiten Grad, insbeſondere die gemiſchtquadra⸗ tiſchen Gleichungen; arithmetiſche und geometriſche Progreſſionen; das Weſentlichſte von den Logarithmen und dem Gebrauche der Vega'ſchen Tafeln; Wiederholung des Wichtigſten aus den drei Seminarklaſſen. Rechen⸗ praxis durch alle Klaſſen der Elementarſchule und Kontrole der betreffenden Vorübungen. Zirvas.
b. Geometrie.
III. Klaſſe wöchentlich?2 St. Sommer: Gruppierung und Beſchreibung der mathematiſchen Körper als Grund⸗ lage für den Weiterbau; die Lehre von den Winkeln und Parallellinien; die Lehrſätze über dieUmfangs⸗ und Außenwinkel des Drei⸗, Vier⸗ und Vielecks; Ausmeſſung der graden und krummen Linien mit Uebungsbei⸗ ſpielen.— Wanter: Kongruenz der Dreiecke und deren Anwendung zur Löſung von Aufgaben; die gegen⸗ ſeitigen Beziehungen der Seiten und Winkel im Dreieck; die Lehre von den Parallelogrammen; der pytha⸗ goräiſche Lehrſatz mit ſeinen weſentlichſten Zuſätzen; räumliche Vergleichung des Quadrats auf irgend einer Seite des ſpitz⸗ oder ſtumpfwinkeligen Dreiecks mit der Summe der Quadrate auf den übrigen Seiten; Aus⸗ meſſung der verſchiedenen Arten von Vierecken, Drei⸗ und Vielecken des Kreiſes, Kreisrings, Sektors und Seg⸗ ments, der Ellipſe und des hippokratiſchen Mondes.
II. Klaſſe wöchentlich? St. Sommer: Wiederholung und Erweiterung der Lehre von den Parallelogrammen; Verwandlung gradliniger Figuren; die Lehre vom Kreis.— Winter: Die weſentlichſten Hilfsſätze zur Lehre von der Aehnlichkeit; die Aehnlichkeit der Dreiecke und Anwendung derſelben auf das Strahlenſyſtem des Kreiſes und zur Löſung von Aufgaben; Rektifikation des Kreiſes; Berechnung des Oberflächen⸗ und kubiſchen Inhalts der Prismen, Pyramiden und des Kegelſtumpfes.


