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I. Kl. wöch. 2 St. Die Schule als Erziehungsanſtalt: der Menſch nach ſeinem Weſen und ſeiuer Beſtimmung; Begriff der wahren Erziehung; das Kind und deſſen Eigenthümlichkeiten; die Erziehungsfaktoren; Zweck der Volksſchule und Verhältniß derſelben zu den andern Erziehungsfaktoren; die Perſönlichkeit des Lehrers, ſein Leben und Wirken; Bild einer guten Schule; Ueberblick der Geſchichte des Elementarſchulweſens; Anführung und Beſprechung von Hauptwerken aus der Literatur der Volksſchule; Wiederholung der naſſauiſchen Schul⸗ kunde; pädagogiſche Aufſätze. Kehrein.
11. Schreiben.
IIl. Kl. wöch. 3 St. Einüben der deutſchen und engliſchen Alphabete; Wort⸗ und Satzſchreibübungen. Il. Kl. wöch. 1 St. Deutſche, engliſche und Frakturſchrift. II.— I. Kl. wöch. 1 St. Wie oben, außerdem abwechſelnd. Schreiben nach Diktat. Meiſter.
12. Zeichnen. a. Allgemeines.
II. Kl. wöch. 3 St. Elementar⸗ und ornamentales Konturzeichnen; geometriſches Zeichnen. II. Kl. wöch. 3 St.(mit III. Kl. vereint.) Ornamenten⸗, Thier⸗ und Landſchaftszeichnen; Linearperſpektive.
I. Kl. wöch. 2 St. Ornamenten⸗, Thier⸗, Landſchafts⸗ und Figurenzeichnen in größeren Ausführungen; Studien mit mehreren Kreiden. Zirvas.
b. Gewerbliches. (Für beſonders geeignete Schüler aus Kl. II— I. wöch. 2 Stunden:
II. Kl. Die Linien⸗, Flächen⸗ und Körperdeſeriptive: Fortſetzung des ornamentalen Zeichnens.
1. Kl. Wiederholung der Deſeriptiven und Anwendung derſelben auf Steinſchnitt und Bauzeichnen; ſachliches Zeichnen aus verſchiedenen Gewerbsbranchen. Zirvas. 5
4. Disciplin.
Die disciplinariſchen Zuſtände waren im Ganzen recht befriedigend, was ſowohl von den im Internat, als den in der Stadt wohnenden Schülern gilt. Wenn ich einerſeits die mir ge— wordene gewiſſenhafte Unterſtützung aller Lehrer bei Ueberwachung der Schüler hier öffentlich zu erwähnen mich gedrungen fühle; ſo muß ich andererſeits gleich anerkennend hervorheben, daß ich auch einer Mitwirkung in wahrhaft chriſtlichem Sinne von den Bewohnern der Stadt, be⸗ ſonders von der hochw. Geiſtlichkeit und den Lehrern, ſo wie von den meiſten Koſtwirthen mich zu erfreuen hatte.
5. Geſundheitszuſtand.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im Ganzen gut. Ein recht hoffnungsvoller Schü⸗ ler der II. Klaſſe, Adam Dillmann von Niederbrechen, ſtarb am 3. April 1858, weshalb ſein Tod im vorjährigen damals ſchon gedruckten Programm nicht erwähnt werden konnte. Er lag nur kurze Zeit an einer ſchweren Krankheit im Internat darnieder, liebevoll gepflegt von ſei⸗ nen Mitſchülern, bis ihn der Allmächtige in ein beſſeres Jenſeits abrief, nachdem er vorher die hl. Sterbeſakramente empfangen und ſich mit kindlichem Vertrauen ſeinem Heiland empfohlen hatte. Lehrer und Schüler begleiteten den Verſtorbenen zum Grabe, wo der Hr. Religionsleh⸗ rer Müller ihm noch einen verdienten Nachruf widmete und tief ergriffen und ergreifend zu den Eltern und Mitſchülern des Verſtorbenen ſprach. Friede der Aſche des Geſchiedenen!


