Jahrgang 
1849
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urſacht ſie ſich ſelbſt dadurch den empfindlichſten Schaden, abgeſehen von der Ungerechtigkeit gegen Leib und Seele eines Mitmenſchen, welcher mehr als der Vollſinnige auf die weiſe Fürſorge der menſchlichen Geſellſchaft An⸗ ſpruch hat.

Aber vielleicht ſagt man, jeder Elementarlehrer müſſe ja im Stande ſein, die taubſtummen Kinder ſoweit zu bringen, daß ſie die nöthigſten Vor kenntniſſe in das Leben mitnehmen. Darauf antworte ich: Nein! Der Ele⸗ mentarlehrer hat Mühe und Arbeit genug, wenn er in ſeiner Schule den ge⸗ ſetzlichen Forderungen gehörig entſprechen will, und es kann ihm nicht zuge⸗ muthet werden, in der kargen Erholungszeit ſich einer neuen und weit größe⸗ ren Anſtrengung zu unterziehen. Die unbedeutende Belohnung, die ihm da⸗ für zu Theil würde, erkauft ihm die geopferte Geſundheit nicht wieder.

Aber geſetzt auch, daß der Elementarlehrer den Unterricht des Taubſtum⸗ men übernehmen wollte, ſo fehlen ihm alle die Hilfsmittel, die zum Taub⸗ ſtummen⸗Unterricht unentbehrlich ſind. Welch' unſägliche Anſtrengung aber es koſtet, um ohne dieſe Mittel auch nur das Unentbehrlichſte dem taub⸗ ſtummen Kinde mitzutheilen, das beweiſen zur Genüge die öffentlichen Berichte derjenigen, welche, ohne mit der Methode des Taubſtummen⸗Unterrichts be⸗ kannt zu ſein, aus Liebe zu einem oder dem andern armen Kinde in ihrer Umgebung ſich dieſem Geſchäfte unterzogen haben. Ja, wenn auch jede Un⸗ terrichtsweiſe zum Ziele führen ſollte, ſo iſt jedenfalls die eine leichter und kürzer, als die andere. Dieſe leichtere und kürzere Methode hat aber nur der Lehrer ganz in ſeiner Gewalt, der ſich nur mit dem Unterrichte der Taubſtummen zu beſchäftigen hat. Das iſt nun die Aufgabe der Lehrer un⸗ ſerer naſſauiſchen Taubſtummen⸗Anſtalt und der Zweck, der dadurch erreicht werden ſoll, iſt: die Heranbildung der Taubſtummen zu guten Menſchen und zu brauchbaren Mitglieder der bürgerlichen Geſellſchaft. Die möglichſte Ver⸗ wirklichung dieſes Zweckes war es, welche dem ſel. Freiherrn Hugo von Schütz bei der Gründung des Taubſtummen⸗Inſtituts vorſchwebte und dem verehrten Manne den Muth gab, aus einem ruhigen Leben in die dornenvolle Bahn eines Taubſtummen⸗Lehrers überzutreten. Wie warm er ſeine Zöglinge im