Jahrgang 
1911
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Im Einverständnis mit dem ursprünglichen Geber, Herrn Geh. Schulrat Jäger, gingen aus dem Inventar der nunmehr cingehenden höheren Bürgerschule für Mädchen eine Dynamoma- schine nnd ein Apparatentisch in unser Eigentum über.

Weiter überwiesen der Anstalt: Das Kuratorium der höheren Bürger-(Mädchen)Schule da- hier sämtliche Lehrmittel und Bücher für den tremdsprachlichen Unterricht. Herr Fabrikant Trös- ter 2 eiserne Rohre für Turnspiele. Herr Fabrikdirektor Vogt 6 künsthiche Marmorplatten in 3. verschiedenen Entwicklungsstadien, Herr Apotheker Speth Sacharin-Tabletten, Carrageen und Renntierflechte, die Firma Buchholz in München 2 Nahrungsmittelpräparate, Herr Adolf D a- maschke seine Geschichte der Nationalökonomie, ferner die Schüler Hauerllb AuerbachsWald- fried, Erich Melchior IV eine Anzahl Scesterne von Borkum und Herbold VI Steine aus dem Odenwald.

Endlich sind wir einer Anzahl Verlagsfirmen zu Danke verpflichtet, die Werke ihres Ver- lags unserer Bibliothek überwiesen haben.

Allen Gebern sei hiermit herzlicher Dank abgestattet.

7. Schülerselbstverwaltung.

Dem Lehrerrat erschien es wünschenswert bei einer Anzahl Fragen des Schullebens, ins- besondere der Schulordnung und der Schulzucht, die Mitarbeit der Schüler in ähnlichen Formen zunächst jedoch nur versuchsweise in Anspruch zu nehmen, wie sie für die Mitarbeit des Staatsbürgers am Staatsganzen bestehen. Auf diese Weise können die nach Betätigung ver⸗ langenden Kräfte der Schüler nutzbringend beschäftigt werdeu. Durch diese Mitarbeit sollen die Schüler zur Selbständigkeit erzogen, dazu angeleitet werden, in gutem Sinne aufeinander einzuwir- ken, und lernen, sich willig einer dem anderen unterzuordnen. Weiter gewinnen die Schüler hier- durch Einsicht in die Notwendigkeit von Ordnung und Disziplin. Diese Einsicht bewirkt, dass die Schüler nicht mehr aus Zwang den Forderungen des Schullebens nachkommen werden, sondern dass sie aus freiwilligem Pflichbewusstsein heraus und mit einem gewissen Stolze das Verlangte leisten.

Hierbei sollen die Lehrer keineswegs bei Aufrechterhaltung der Ordnung ausgeschaltet wer- den, aber es sollen die Schüler als willkommene Helfer bei der durchaus notwendigen Beobachtung so vieler Finzelheiten der äusseren Ordnung angesehen werden Auqdererseits ist zu erwägen, dass unsere Schüler noch unfertige Menschen sind, und dass ihnen darum die Verwaltung nur unter einer gewissen Kontrolle überlassen werden kann. Durch diese ständig auszuübende Kontrolle bleibt den Lehrern noch genug zu tun übrig.

Von diesen Erwägungen ausgehend, haben wir versuchsweise die Aufsicht in Haus. und Hof den Sekundanern übertragen und in allen Klassen ausser der VI. Vertrauensschüler mit tolgenden Obliegenheiten wählen lassen:

a) Aufsicht über die Ordnung in der Klasse,

b) Gehilfe der aufsichtführenden Schüler, soweit es ihre Klasse angeht. c) Verhütung von Nachlässigkeiten in und ausser der Schule,

d) Mittelsperson zwischen Klasse und Lehrer und

e) von IIIb ab aufwärts Verwaltung der Schülerbibliotheken.

Ausserdem wählt die Gesamtheit der Mädchen eine Vertrauensschülerin, der die Behand- lung aller Fragen obliegt, die die Mädchen allein angehen

Auf Grund der bis jetzt gemachten Erfahrungen können wir feststellen, dass sich diese Ein- richtung durchaus bewährt hat, und dass die Schüler mit freudigem Stolze und mit sichtlichem In- teresse ihre Obliegenheiten erfüllen.

VIII. Mitteilungen an die Eltern.

1. Zur Abwehr der Schundliteratur.

Eine starke Bewegung geht durch die deutschen Lande, um das Unreine in Wort und Bild von der Jugend fernzuhalten. Allororten regt es sich, um die Schundliteratur mit ihren verderb-