Durch Verfügung des L. f. d. B. vom 31. März 1924 wurde Herr Prof. Erckmann mit Wirkung vom 1. Dezember 1923 zum Oberstudienrat ernannt.
Am 29. April 1924 wurde Herr Studienrat Herrberg an die Handelsrealschule in Mainz versetzt. Sein Nachfolger war Herr Studienassessor Dr. Hans Ertel vom Realgymnasium in Mainz.
Am 30. April 1924 wurde Herr Studienrat Anton L.ucas am Gymnasium in Büdingen zum Oberstudiendirektor am Gymnasium und der Realschule in Bingen ernannt. Er konnte seinen Dienst aber erst am 27. Mai 1924 nach Zulassung durch die Besatzungsbehörde antreten. Seine Familie konnte erst im Juni 1925 infolge der herrschenden Wohnungsnot ihren dauernden Wohnsitz nach Bingen verlegen.
Herr Studienassessor Erwin Fritz wurde Herbst 1924 wieder nach Mainz abgerufen. Herr Studienassessor Dr. Luckhard wurde mit Wirkung vom 1. Dezember 1924 und Herr Studien- assessor Schmahl mit Wirkung vom 1. Januar 1925 zum Studienrat an unserer Schule ernannt. Mit Wirkung vom 15. Februar 1925 wurde Herr Reallehrer Rügner von hier nach Worms, bald darauf nach Offenbach versetzt. Am 18. Mai 1925 trat Herr Reallehrer Karl Plaul seinen Dienst an unserer Schule an. Herr Studienassessor Kuhn nahm im Sommer 1925 drei Wochen an einem Turnkursus in Mainz teil.
Am 16. August 1925 erlitt Herr Oberstudiendirektor Lucas einen schweren Herzanfall, der ihn zwang, den Dienst auszusetzen. Herr Prof. Erckmann übernahm die Vertretung des Direktors, die Amtsgenossen Prof. Kunkel und Dr. Hahn den Unterricht des Erkrankten. Zur Entlastung und Aushilfe wurde vom L. f. d. B. Herr Studienassessor Wilhelm Fritz geschickt, der aber erst am 28. Oktober 1925 den Dienst antreten konnte
Am 28. November 1925 starb unerwartet nach kurzem Krankenlager der
Studienrat Herr Dr. Ludmig Luckhard.
Seine sterbliche Hülle wurde nach seiner Heimat Weyhers bei Fulda überführt. Vor der Ueber- führung widmete Herr Studienrat Lennert im Namen des Kollegiums dem in der Jugendkraft hinweggenommenen Amtsgenossen tiefempfundene Abschiedsworte. Mit ihm ist ein hochbegabter, dabei bescheidener und liebenswürdiger Mann und Lehrer gestorben. Nur vier Jahre durfte er an unserer Anstalt wirken. Auch sein Andenken bleibt in unserer Schule unvergeßlich.
Herr Oberstudiendirektor Anton Lucas
sollte von seinem Leiden nicht wieder genesen. Er starb am 15. April 1926. Nur eine kurze Zeit, vom 30. April 1924 bis 15. April 1926, lag die Leitung der Binger höheren Schule in seinen Händen, und selbst während dieser Zeit mußte er vom 16. August 1926 ab, wie oben erwähnt, wegen Krankheit den Dienst aussetzen. Sein früher Tod riß tiefe Wunden. Schmerzerfüllt und tief erschüttert mußte das Lehrerkollegium die Nachricht von seinem Tode bekannt geben. In der kurzen Zeit seines Wirkens hier hat er„durch sein tiefes Wissen, durch seine ernste Berufs- auffassung, sowie durch sein einfaches, mit Wohlwollen und Gerechtigkeit verbundenes Wesen es verstanden, ein dauerndes Andenken bei Eltern und Schülern, bei seinen Amtsgenossen und Freunden sich zu sichern“. Unter zahlreichem Geleite fand die Beisetzung des Verstorbenen am 19. April 1926 auf dem Mainzer Friedhof statt. Worte tiefer Trauer und warmen Gedenkens wurden im Namen der Schule von Herrn Oberstudienrat Prof. Erckmann am Grabe gesprochen.
Am Schluß des Schuljahres 1925/26 verließen die Herren Rabbiner Dr. Appel und Herr Studienassessor Kuhn unsere Schule. Ersterer, der seit November 1910 an der Binger Anstalt gewirkt hatte, folgte einer Berufung nach Dortmund, während Herr Amtsgenosse Kuhn an die Realschule nach Ober-Ingelheim versetzt wurde.
Das Schuljahr 1926/27
begann am 19. April 1926 mit den Aufnahmeprüfungen. Die Vertretung des am ersten Tage des Schulbeginns beigesetzten Direktors lag weiter in den Händen des Herrn Prof. Erckmann. Um die Aufstellung des Stundenplanes für das neue Schuljahr hat sich Herr Studienrat Dr. Hahn große Verdienste erworben. Die endgültige Aufstellung des Stundenplanes konnte erst in den Sommerferien erfolgen.
Vom 7. 6. 1926 bis zu den Sommerferien mußte Herr Studienrat Ofenloch wegen Er- krankung Urlaub nehmen. Mit seiner Vertretung wurde St.-Ass. Karl Lüll von Gießen betraut.
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