An Stelle des seit Mitte Mai erkrankten Herrn Oberreallehrers Gerhard wurde am 14. 6. 1926 Herr Lehrer Fritz Mohr, seither an der Volksschule Mainz-Kostheim, geschickt.
Durch Dekret des L. f. d. B. vom 12. Mai 1926 wurde der Unierzeichnete, seither Studien- direktor an der Realschule zu Gernsheim, mit Wirkung vom 1. 6. 1926 zum Oberstudiendirektor an dem Gymnasium und der Realschule in Bingen ernannt. Den Dienst hat er am 7. 6, 1926 angetreten..
Seit Anfang Juni mußte Herr Oberstudienrat Prof. Erckmann krankheitshalber dem Dienste fernbleiben. Auf Grund des Altersgrenzengesetzes wurde er mit Wirkung vom 1. Juli 1926, ebenso Herr Oberreallehrer Gerhard mit Wirkung vom 1. April 1926 in den Ruhestand versetzt. Herr Prof. Erckmann hat seit 8. April 18901 an der Binger höheren Schule eine erfolgreiche Lehrtätigkeit ausgeübt. Zweimal hat er längere Zeit die Geschäfte der Direktion bei Todes- fällen mit kluger Umsicht geführt. Zum Abschied hat er dem diesjährigen Jahresbericht der Schule, an der er über ein Menschenalter gewirkt hat, noch eine wissenschaftliche Arbeit äber den Chemiker Friedrich Wöhler beigegeben. Herr Oberreallehrer Gerhard kam im Okt. 1898 an die Binger Schule, an der er früher vor allem den Turnunterricht und später den Zeichen- unterricht gegeben hat. In den von ihm erteilten Fächern hat er seinen Schülern sein Bestes gegeben. Beiden Herren dürfen wir für ihre segensreiche Arbeit im Dienste unserer Schule herzlichen Dank sagen und ihnen noch einen langen und gesegneten Ruhestand wünschen.
Die Vertretung für Herrn Prof. Erckmann übernahm zunächst Herr Studienreferendar Dr. Blässer aus Alzey, der bis zu den Sommerferien hier blieb. Nach den Ferien wurde er durch Herrn Studienassessor Wilh. Fritz abgelöst. Herr Fritz war beim Dienstantritt des Unterzeich- neten nach Sprendlingen an die höhere Bürgerschule versetzt worden, konnte jetzt aber wieder an die Binger Schule zurückkehren. Er hat auch in dankenswerter Weise die Rechnergeschäfte der Anstalt übernommen. Die Stelle des Herrn Oberreallehrers Gerhard übernahm Herr Mohr.
Am 5. 7. 1926 beteiligte sich eine Anzahl von Herrn des Kollegiums an einer ersten Tagung der heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft in Nieder-Ingelheim unter dem Vorsitz des Herrn Kreisschulrats Müller in Bingen. Herr Prof. Como referierte ausführlich über die zu behandelnden Fragen.
Mit Beginn der Sommerferien hatten die Herren Assessor Lüll und Referendar Dr. Blässer ihre Vertretung beendigt. Herr Studienrat Ofenloch nahm nach den Sommerferien seinen Dienst wieder auf. Von jetzt ab konnte der den veränderten Verhältnissen Rechnung tragende Stundenplan bis zum Ende des Schuljahres durchgeführt werden.
Ab 1. 9. 1926 wurde der Hausmeister Franz Knell wegen Krankheit in den Ruhestand versetzt. Herr Knell hatte seit Okt. 1907 den Dienst des Amtsgehilfen versehen. Die Schule wünscht ihm einen gesegneten Ruhestand.
Während der Sommerferien hatten wir der Jugendherberge unseren Aufenthaltsraum für die auswärtigen Schüler zur Verfügung gestellt. Er wurde fleißig benutzt.
Die Schule beklagt den Tod des braven und fleißigen Oberprimaners Josef Kirschbaum,
der am 6. September 1926 beim Baden im Rhein ertrunken ist. An seiner Beisetzung am 10. 9. 1926 in Weiler bei Bingerbrück beteiligte sich eine größere Anzahl von Lehrern und Schülern. Der Klassenführer und die Klassenkameraden legten unter ehrenden Worten Kranzspenden am Grabe nieder.
Am 13. 9. 1926 fand in unserer Turnhalle die Hauptversammlung des hessischen Tierschutz- vereins statt. Der Unterzeichnete und einige Herren des Kollegiums nahmen an den Verhand-
lungen teil.
Herr Prof. Como war vom 22. bis 24. September 1926 nach Düsseldorf zur Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte beurlaubt. Er hat dort die in Bingen gefundenen chirur- gischen Instrumente aus der Römerzeit vorgefünrt. Ebenso war Herr Pfarrer Germer vom 4. bis 9. Oktober 1926 nach Düsseldorf zur Gustav-Adolf-Versammlung beurlaubt.
Vom 2. 10. 1926 ab mußte Herr Studienrat Prof. Wilh. Müller wegen Krankheit für 6 Wochen den Dienst aussetzen; mit der Vertretung wurde Herr Studienassessor Dr. Fritz Heichelheim aus Gießen beauftragt.
Mit Genehmigung des L. f. d. B. haben wir mit Rücksicht auf die aus Preußen kommenden Schüler die Weihnachtsferien erst am 23. 12. 1926 begonnen. Der Unterricht im neuen Jahr nahm dann erst nach dem Dreikönigsfest, am 7. 1. 1927, seinen Anfang.
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