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Gesamtunterrichts geworden. Nicht nur in der Turnhalle und auf dem Sportplatz, sondern bei jeder sich bietenden Gelegenheit soll der Erzieher auf das körperliche Wohlergehen des Schülers achten. Das lange Sitzen in der Klasse kann durch eine schnell ausgeführte Haltungs- und Dehnungsübung unschädlich gemacht werden, man kann auch in der Pause, bei Spaziergängen usw. die Schüler an gute Haltung und an einen leichten Gang gewöhnen, man kann sie auch hier anstellig und gewandt machen.
Der Turnunterricht selbst wird dann eine planvolle Aufbauarbeit leisten müssen, die die Freude des Schülers an einzelnen Ubungen gebührend berücksichtigt, die aber die Ausbildung des ganzen Körpers zum Ziel haben muss.
Licht, Luft und Sonne sind immer noch die besten Krzte und deshalb muss für den Betrieb der Leibesübungen erstes Gesetz sein: UÜbe im Freien, wenn es irgendwie möglich ist.
So wurden denn auch in den Sommermonaten besonders leichtathletische UÜbungen im Freien betrieben. Die Schüler brachten es infolge ihres Eifers in einzelnen Übungen zu recht erfreulichen Leistungen. Diese Freude der Schülerschaft an Spiel und Sport fand einen bedeutsamen Ausdruck in der Gründung eines Schülerturnvereins an unserer Anstalt, dem ein gutes Drittel der Gesamt- schülerschaft angehört und der seine Mitglieder zu einer besonderen UÜbungsstunde in der Woche verpflichtet.(Gründungstag: 9. August 1925.) Der Erfolg der Arbeit in den Turn- und Spiel- stunden zeigte sich deutlich bei den Reichsjugendwettkämpfen am 9. August in Gladenbach. Die Schüler des Realgymnasiums konnten in allen Jahresklassen die ersten Preise erringen und blieben auch in der 400-m-Staffel zweiter Sieger. Am 23. September fand als Abschluss des Sommer- trainings ein Schulturnfest statt, das gleichzeitig eine Leistungsprüfung in den leichtathletischen Übungen sein sollte. Der.upfen wurden die Forderungen der Reichsjugendwettkämpfe zugrunde gelegt. Hier zeigten l sonders die Ober- und Unterstufe gute Leistungen. Es erfüllten 34 Proz. der Schüler die Forderungen der Reichsjugendwettkämpfe. Da infolge des schlechten Wetters das Schulturnfest vorzeitig abgebrochen werden musste, wurden die eingeübten Freiübungen am letzten Schultag vor den Herbstferien(29. Sept.) vorgeführt. Besondere Berücksichtigung fanden Atmungs-, Haltungs- und Gewandtheitsübungen, ausserdem wurden vorbereitende Übungen für die Leicht- athletik gezeigt.
Hemmend wirkte auf den Turn- und Sportbetrieb die Tatsache, dass die Schule keinen eigenen Spielplatz und keine eigene Halle besitzt. Der früher benutzte Spielplatz des hiesigen Fussball- vereins war in diesem Sommer gesperrt. Auch für einen erfolgreichen Turnbetrieb fehlen noch die notwendigsten Geräte. Ferner sind die neuzeitlichen Freiübungen in unserer Halle in keiner Weise voll auszuwerten, da die Turnhalle nach kurzer Zeit schon viel zu staubig ist. Genau so grosse Schwierigkeiten bietet die Ausführung orthopädischer Übungen, die ein Ministerialerlass als Vorbeugungsmittel gegen Rückgratsverkrümmungen verlangt. Das Fehlen jeglicher Geräte(wir besitzen nicht einmal eine Sprossenwand) macht die häufige und erfolgreiche Ausführung dieser wichtigen Ubungen unmöglich.
Der Schwimmsport wurde in der hiesigen Badeanstalt bei günstigem Sommerwetter ausgeübt. Theoretische Anweisungen erhielten die Quintaner und Quartaner.
An den Spielnachmittagen wurden im Sommer Ballspiele und leichtathletische Ubungen be- trieben, im Winter wurde deutsches Geräteturnen geübt.
Auch der Rodel- und Schneeschuhsport kam zu seinem Rechte, so oft uns die Winternatur zur Fahrt in unsere schönen Heimatberge einlud.
Siege errangen: UInd
1. bei den leichtathletischen Bezirksmeisterschaften in Wallau:
1. Hans Frese im Weitsprung mit 6,30 m(1. Preis) 2.„»„„ Stabhoch„ 3,05 m(1,„)


