Jahrgang 
1880
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tüchtige Mitglieder des Staates und der Gemeinde in der Anstalt ausgebildet würden. Nach einem vom Herrn Oberlehrer Dr. Mertz gedichteten und dem Gesanglehrer Herrn Köhler componir- ten Gesange erfolgten die üblichen Hammerschläge, eingeleitet und beschlossen vom Rector durch Worte in poetischer Form. In einer Flasche wurden dann ein statistische Angaben enthaltendes Schriftstück, das letzte Programm der Anstalt und ein Exemplar der Nr. 84 des Hinterländer Anzeigers, vom 18. October 1879, in den Grundstein eingelegt. Mit dem Gesange der Choral- strophe:Nun danket alle Gott wurde die einfache und würdige Feier geschlossen.

Am 4. December, Nachmittags 2 Uhr, unternahmen Lehrer und Schüler der Anstalt einen gemeinsamen Spaziergang nach dem in Folge der anhaltenden Kälte zugefrorenen grösseren Weiher in der Nähe der Amalienhütte, um sich auf dem Eise durch Schlittschuhlaufen zu ergehen. Bei eintretender Dunkelheit wurde in geordnetem Zuge der Rückweg pach der Stadt angetreten.

Als Beisteuéer zur Errichtung des Niederwald-Denkmals wurden von den Schülern der Anstalt 11 M. gesammelt, eine Gabe, die dazu beitragen wird, den Zöglingen der höheren deutschen Schulen mit jenem Denkmal zugleich ein dauerndes Andenken zu begründen.

Die Vorfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs wird am Freitag, den 19. März, um 10 ½ Uhr Vormittags, durch Vorträge patriotischer Gedichte und Lieder, sowie durch eine Festrede des Rectors in der Schule begangen werden.

Zum Ostertermin 1880 wurden die drei Obersecundaner: Oscar Erlenbeck, Heinrich Heinzerling und Ferdinand Starck zur Reifeprüfung zugelassen, die vom 24 28 Februar die schriftlichen Arbeiten anfertigten. Die mündliche Prüfung wird unter Vorsitz des mit der Stellvertretung des Königl. Commissarius beauftragten Rectors am 16. März d. J. statt finden.

Ueber die Aufgaben zu den schriftlichen Prüfungsarbeiten, sowie über den Ausfall der mündlichen Prüfung wird das nächste Programm berichten.

Aus dem Monat Dezember ist noch ein höchst wichtiges und erfreuliches Ereigniss zu berichten:

Durch Erlass Sr. Excellenz des Herrn Unterrichtsministers vom 30. Jan. 1879 ist der hie- sigen königlichen höheren Bürgerschule in Bezug auf die Ausstellung von Zeugnissen für den einjährig-freiwilligen Militärdienst Gleichstellung mit den Real- schulen 1. Ordnung verliehen worden. In Folge dieser Anerkennung alsvollberech- tigte höhere Bürgerschule ist dieselbe am höchsten Ziele, welches sie als solche erreichen kann, angelangt. Der einjährige erfolgreiche Besuch der Secunda(ohme Abgangsprüfung) berechtigt gegenwärtig zum einjährig-freiwilligen Militärdienst.

Ist es nun den vereinten Bemühungen der Schule und der Opferwilligkeit der Stadt ge- lungen, auch diese für das fernere Gedeihen der Anstalt so wichtige Gleichstellung mit den Real- schulen 1. O. zu erlangen, so verdient das erreichte Ziel jetzt als ein zu fernerem Streben ermun- terndes Zeichen besonderen Vertrauens der vorgesetzten Königlichen Behörden, insbesondere des Königlichen Provinzial-Schul-Collegiums zu Gassel, in jeder Weise hochgehalten zu werden.

Wünschenswerth wäre es, wenn die Mehrzahl unserer Schüler sich fortan mit der blossen Erwerbung eines militärischen Befähigungszeugnisses nicht begnügen, sondern auch in Zukunft eine Ehre darin suchen würde, die einen besseren Abschluss der Schulbildung gebende Ent-

lassungsprüfung zu bestehen.