— 16—
Königl. Prov.-Schul-Collegiums Herr Bork, bis dahin wissenschaftlicher Hülfslehrer am Königl. Gymnasium zu Hanau.
Paul Bork, geboren den 30. Januar 1852 zu Posen, absolvirte das Königl. Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin, von welchem er Ostern 1870 mit dem Zeugniss der Reife entlassen wurde. Hierauf studirte er auf den Universitäten Leipzig und Berlin klassische Philologie. Im Jahre 1875 von der Königlichen wissenschaftlichen Prüfungs-Commission zu Berlin geprüft, übernahm er nach Ableistung seines Probejahres am Königl. Gymnasium zu Hersfeld von Michaelis 1877 ab eine wissenschaftliche Lehrerstelle am Königlichen Gymnasium zu Hanau.
Für das Rectorat der höheren Bürgerschule wurde vom Königl. Prov.-Schul-Collegium der unterzeichnete Referent Dr. Gruno gewählt und vom Herrn Minister der geistlichen ete. Ange- legenheiten bestätigt.
Dr. Adolf Gruno, geboren den 8. Februar 1840 zu Jüterbog, besuchte die Königliche Landesschule Pforta, von welcher er Ostern 1861 mit dem Zeugniss der Reife entlassen wurde. Ilierauf studirte er auf den Uni- versitäten Leipzig und Berlin Theologie und klassische Philologie. Ostern 1864 trat er als ordentliches Mitglied in das püdagogische Seminar für Gymnasien und Realschulen in Stettin ein und übernahm ebendaselbst Michaelis 1865 eine Collaboratur an der Friedrich-Wilhelmsschule(Realschule 1. O.). Am 27. October 1865 wurde er auf Grund seiner Abhandlung:„De digammatis usu apud poëtas Lesbios“ von der Universität Halle zum Dr. phil. promovirt und darauf bestand er am 14. November 1865 vor der wissenschaftlichen Prüfungs-Commission zu Berlin die Prü- fung pro facultate docendi. Michaelis 1867 wurde er als ordentlicher Lehrer an die Realschule zu Brandenburg a. H. berufen und Ostern 1870 trat er als erster ordentlicher Lehrer an der zu Abgangsprüfungen berechtigten höheren Bürgerschule zu Eberswalde ein. Seit Ostern 1876 war er als Oberlehrer am Königlichen Kadettenhause Oranienstein bei Diez a. d. L. angestellt.
Im Druck ist von ihm erschienen:„Ueber Herbarts praktische Philosophie mit besonderer Berück- sichtigung der Jdee der Billigkeit“. Programm-Abhandlung der Realschule 1. O. zu Brandenburg a. H., Ostern 1869, und:„De Agesilai qui fertur Xenophontei elocutione atque dictione commentatio“. Programm-Abhandlung der höheren Bürgerschule zu Eberswalde, Ostern 1873.
Zur Freude der Schule wurde durch Rescript des Königlichen Provinzial-Schul-Collegii vom 22. November dem Herrn Dr. Mertz von Sr. Excellenz, dem Herrn Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten, der Titel„Oberlehrer“ verlichen.
Die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs wird am 22. März be- gangen werden. Die Festrede hält Herr Oberlehrer Dr. Mertz.
Mit dem Schluss des Wintersemesters wird Herr Pfarrer Uhrig, Mitglied des Curatoriums, von uns scheiden, um eine Pfarrstelle in Gross-Umstadt im Grossherzogthum Hessen zu überneh- men, ein Verlust, welchen die Schule sehr empfindet, bei der es unvergessen bleiben wird, welch' rege Theilnahme Herr Pfarrer Uhrig unserer Anstalt gewidmet hat.
Aus dem Monat December ist noch ein höchst wichtiges und erfreuliches Ereigniss zu berichten.
Am 11. und 12. December besuchte der Herr Oberpräsident Freiherr von Ende unsere Stadt, um mit den Interessenten über den projectirten Bau einer Secundär-Eisenbahn von Kölbe über Biedenkopf nach Laasphe zu verhandeln. Bei dieser Gelegenheit unterzog der Herr Oberpräsident in Begleitung des Herrn Regierungs- und Baurath Lange von Cassel, des Herrn Kreis- baumeister Trainer und sämmtlicher Mitglieder des Curatoriums hierselbst die Räumlichkeiten des jetzigen Schulhauses einer eingehenden Besichtigung, wobei sich herausstellte, dass der bereits seit Jahren von den städtischen Behörden beabsichtigte Bau eines neuen Schulhauses für unsere An- stalt dringend nothwendig sei. Mit Freude und Dank berichten wir, dass die Ausführung des Baues in nächster Aussicht steht, und erwähnen wir dies um so mehr, als die finanziellen Mittel unserer Stadt zur Zeit auch durch den projectirten Bau der Eisenbahn nicht wenig in Anspruch genommen werden.


