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werden und nur die unter dem Durchſchnitt II geprüft werden. Die meiſten der Prüflinge werden nur zur Probe aufgenommen. Die Probezeit erſtreckt ſich gewöhnlich bis zum Beginn der Sommerferien. Es werden alſo danach nur Schüler, die mindeſtens über mittlerer Begabung ſtehen, in die Aufbauſchule aufgenommen. Erweiſen ſich trotzdem noch Schüler als nicht fähig mitzukommen und bleiben ſie in einer der zwei unteren Klaſſen ſitzen, müſſen ſie austreten. Der Ballaſt dieſer Sitzengebliebenen, der ſonſt ſo hemmend für den Unterricht wirkt, fällt alſo weg. Aus anderen höheren Schulen werden nur ausnahmsweiſe Schüler aufgenommen. Sie müſſen als Durchſchnittsnote mindeſtens eine gute„Drei“ haben und ſich einer Aufnahme⸗ prüfung unterziehen. Wer alſo anderweit Schiffbruch gelitten, für den iſt am allerwenigſten in der Aufbauſchule Platz.
Nach alle dem begreifen wir nun die Möglichkeit, in der Aufbauſchule in den erſten 3 Jahren das nachzuholen, was gegenüber den anderen höheren Schulen noch fehlt.
Bemerkt ſei noch in dieſer Beziehung, daß die wöchentliche Stundenzahl in der Auf⸗ bauſchule in einzelnen Klaſſen auch höher iſt als in den anderen Schulen.
Im Mittelpunkt des Unterrichts ſteht in der Aufbauſchule das Deutſche, 34 Stunden kommen von ſämtlichen Wochenſtunden in den 6 Klaſſen auf dieſes Fach. Ziel des deutſchen Unterrichtes— kurz Deutſchkunde genannt— iſt, in dem Schüler vertieftes Verſtändnis für das Werden, das Weſen und die Aufgabe des geſamten deutſchen Kulturlebens, insbeſondere die deutſche Sprache und ihr Schriftium zu erwecken.
Danach wäre der Geſchichtsunterricht zu erwähnen, der ſich in erſter Linie auf das eigne Volk erſtreckt, ein anſchauliches Bild ſeines Schickſals, ſeines Lebens und ſeiner Kultur zu vermitteln erſtrebt. Fremde Völker werden daher nur inſoweit herangezogen, als ſie für das deutſche Volk oder die allgemeine Menſchheitsgeſchichte von Bedeutung ſind. Beſonderes Augenmerk wird auf die Geſchichte der Heimat gerichtet. Ur⸗ und Vorgeſchichte des deutſchen Volkes ſollen ausführliche Förderung erfahren. Bürgerkunde wird im Zuſammenhange mit der Geſchichte erteilt. Uber die Pflege der Muſik heißt es im urſprünglichen Lehrplane:„Der Muſtkunterricht ſoll die harmoniſche Ausbildung der Schüler durch muſikaliſche Kunſterziehung, vervollſtändigen. Geſang und Inſtrumentalſpiel, Muſiklehre und muſikgeſchichtliche Erörterungen und Kunſtbetrachtung ſollen die in jedem Menſchen in irgend einer Form vorhandenen Anlagen entwickeln“. Die Muſik nimmt alſo im Plane der Aufbauſchule eine ganz andere Stellung ein, als in den anderen Schulen, was auch ſchon äußerlich daran erkenntlich iſt, daß in jeder Klaſſe 1 Stunde Geſang und 1 Stunde Unterricht in einem Inſtrument erteilt wird. Außerdem werden in den oberen Klaſſen noch 3 Stunden Muſiktheorie gegeben.
Klavierſpiel ſollen alle Schüler erlernen, daneben iſt noch Gelegenheit geboten, auch Violinſpiel und ſogar Orgel näher kennen zu lernen. Neben den ſonſt üblichen Zielen des Zeichenunterrichtes werden noch die nachfolgenden angegeben:„Pflege des Schönheitsgefühls und Erziehung zum guten Geſchmack. Pflege des Kunſtverſtändniſſes und des anregenden erfriſchenden Kunſtgenuſſes im Dienſte der ſittlichen Erneuerung unſeres Volkes.“
Zu dieſen beiden zuletzt genannten Fächern, die der Aufbauſchule eine gewiſſe eigenartige Färbung geben, kommt noch der Handfertigkeitsunterricht in dieſer Beziehung in Betracht. Leider erſtreckt ſich ſeine Pflege nur auf die drei unteren Klaſſen. Wer je Gelegenheit hatte, dieſem Unterrichte beizuwohnen und die Friſche und Freude der Schüler bei der Betätigung im Handfertigkeitsunterrichte ſah, der kann nur ſagen, daß mit Einführung dieſes Faches ein ungemein glücklicher Griff getan wurde.


