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5u Lehrern an der Seminarſchule wurden mit Wirkung vom 16. April 1912 und definitiv am 1. November 1915 die Lehrer der hieſigen Stadtſchulen: heinrich Michel, Immanuel Gerſtenmaier, Karl Back und Schulverwalter Karl heberer in Biebesheim er⸗ nannt. Mit der Erteilung des Religionsunterrichts an genannter Schule in je 4 Stun⸗ den wurden die herren Oberlehrer am Seminar prof. Lenhart und Lic. theol. Gaul und mit der Erteilung des Unterrichts in weiblichen handarbeiten Frl. Anna Laiſt beauftragt.
Die Gründung und Beſiedelung der paritätiſchen Seminarſchule, die 30 Kinder, Rnaben und Mädchen in jeder Klaſſe aufnehmen kann, erfolgte ohne Schwierigkeit, und auch ihr Betrieb verlief im erſten Jahre ihres Beſtehens in harmoniſcher und erfolgreicher Weiſe. Der Zuzug an Schülern wird auch künftig geſichert ſein. Die Seminarſchule unterrichtet außer in den Fächern der Volksſchule noch in Franzöſiſch und Stenographie.
wWährend mehrerer Wochen war vor Weihnachten aus Schülern der Seminarſchule für die Unterrichtsübungen der Lehrſeminariſten eine einklaſſige Schule neben der Aklaſſigen gebildet worden. Nachdem die Seminarſchullehrer nach genau verabredetem Plane und feſtgelegtem Lehrſtoffe den Betrieb in der einklaſſigen Volksſchule in den wichtigſten Lehr⸗ fächern und namentlich den abteilungsweiſen Unterricht vorgeführt hatten, begannen die Seminariſten ihre Übungen. Dieſe fielen nach allen Richtungen zufriedenſtellend und ohne nachteil für die beteiligten Schulkinder aus, ſodaß dieſer DVerſuch als geglückt angeſehen werden kann und künftig allemal von Herbſt bis Weihnachten durchgeführt werden ſoll.
Am 1. Mai 1912 wurden Seminarlehrer Johann Bentz, am 1. März 1913 Seminar⸗ diener Wehling endgültig angeſtellt.
während der Sommerferien mußte Oberlehrer profeſſor Geißler wegen Krankheit be⸗ urlaubt werden. Da ſeine Erkrankung nach den Sommerferien noch nicht behoben war, vertrat ihn Lehramtsaſſeſſor Dr. Wilhelm Heyl vom hieſigen Gymnaſium in der Seit vom 4. HKuguſt bis 8. September.
Knfangs Auguſt nahm der Seminarlehrer Muth mehrere Tage an dem internationalen Zeichenkongreß in Dresden teil.
Die Anſtalt wurde am 19. September und am 12. Dezember 1912 von herrn Geh. Ober⸗ ſchulrat Dr. Scheuermann beſucht, der hauptſächlich dem Unterricht der neuen Lehrer an⸗ wohnte und ſich den Betrieb in der Seminarſchule anſah.
Die Entlaſſungsprüfung der 36 Abiturienten fand am 17.—20. Sebruar 1913 ſtatt.
zu Anfang des Schuljahres wurden durch Ausbau der beiden Kuppeln zu Muſik⸗ räumen für etwa 25 Zöglinge Mietwohnungen hergeſtellt, an denen es damals in der Stadt mangelte. Etwa 23 Schüler haben ietzt im Anſtaltsgebäude helle, luftige und ge⸗ ſunde Wohnungen, die ſehr begehrt ſind. Der Geſundheitszuſtand war bei Lehrern und Schülern im ganzen Jahre gut. Rur gegen Schluß traten einige Erkrankungen an Schar⸗ lach und Maſern auf.
Im Monat Dezember hielt herr Oberſt von Kalinowsky im Seminar einen Vortrag über die Beſtrebungen des Jungdeutſchlandbundes. Kuf ſeine Anregung hin fanden verſchie⸗ dene Geländeübungen und Kriegsſpiele ſtatt, an denen ſich die Seminariſten eifrig betei⸗ ligten. Dem hHerrn Oberſten ſei hierfür auch an dieſer Stelle beſtens gedankt.
Der Unterrichtsbetrieb ſpielte ſich im neuen hauſe ohne jede Störung ab, und die Be⸗ haglichkeit und Wohnlichkeit nahmen im letzten Jahre derart zu, daß die 5öglinge ſich mehr im Seminargebäude und im Garten, als in ihren Zimmern in der Stadt aufhalten.


