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F. Zur Geſchichte der Anttalt.
Mit Beginn des Schuljahres 1912/13, am 23. Kpril 19135, wurden die heſſiſchen Lehrerſeminarien 6klaſſig, und dem Unterricht zunächſt nur in der VI. Klaſſe der neue vom Großh. Miniſterium ausgearbeitete Seminarlehrplan zu Grunde gelegt. Dieſer ſoll erſt nach und nach durchgeführt werden, ſodaß 1913/14 ſchon die beiden unterſten Klaſſen nach ihm unterrichtet und der Lehrplan nach 5 Jahren zur Anwendung in allen Klaſſen kommen ſoll. Im verfloſſenen Jahre waren alſo die V. und IV. Klaſſe noch Präpa⸗ randenklaſſen, und die III., II. und I. Klaſſe wurden nach dem alten Lehrplan ausge⸗ bildet.
Mit Allerhöchſter Ermächtigung Sr. Kgl. hHoheit des Großherzogs ſind nämlich mit Wirkung vom Beginn des neuen Schuljahres die Präparandenanſtalten in Vorſeminarien umgewandelt und durch neue Lehrpläne in organiſche Verbindung mit den hHauptſemina⸗ rien gebracht worden. Mit der Führung der örtlichen Verwaltungsgeſchäfte wurden die dienſtälteſten Lehrer beauftragt.
Es beſteht alſo das Vorſeminar zu Lindenfels zur Zeit aus einer VI. Seminarklaſſe und einer II. präparandenklaſſe.
Der Ausbau des Ernſt⸗Ludwigs⸗Seminars wurde noch vervollſtändigt durch die am 15. April 1912 erfolgte Eröffnung einer vierklaſſigen Seminarſchule mit 119 Rindern, der erſten in hHeſſen, in der die Lehrſeminariſten im praktiſchen Unterrichten und in der Führung der übrigen Dienſtgeſchäfte des Lehrers geübt werden ſollen. Infolge der genann⸗ ten Erweiterung der Anſtalt durch 3 Klaſſen und die Seminarſchule war eine ſtattliche Der⸗ mehrung der Lehrkräfte notwendig.
Am 16. April 1912 traten als Lehrer am Seminar ein die Seminarlehrer: Dr. Georg Kilian und Albert Schmidt, beide ſeither an Großh. Präparandenanſtalt in Lich, Dr heinrich Glöckner, Lehramtsaſſeſſor, Philipp Gutzler, ſeither cand. päd. auf der Landes⸗ Univerſität und als hilfslehrer Wilhelm Schuchmann, bis dahin Schulverwalter in Ober⸗ Ramſtadt.
Als Lehrkräfte am Vorſeminar Lindenfels wurden unter Zuerteilung der Rechte als Seminarlehrer der ſeitherige Präparandenanſtalt⸗Vorſteher Peter Joſeph Jans und präpa⸗ randenlehrer Wilhelm Unobeloch übernommen. Erſterer trat am 1. Oktober 1912 wegen geſchwächter Geſundheit nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit in den Ruheſtand und wurde bei ſeinem Scheiden aus dem Umte durch gnädige Verleihung der Rrone zum Ritterkreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen ausgezeichnet.
Zum Rachfolger des Seminarlehrers Jans am Vorſeminar wurde der Reallehrer an der Caubſtummenanſtalt Bensheim Gottfried Kremer ernannt. Dieſer unterzog ſich mit Er⸗ folg im Dezember 1912 der erweiterten Prüfung.
Leider konnte ſich Seminarlehrer Jans, der noch einige Muſikſtunden am Dor⸗ ſeminar erteilte, nicht lange des wohlverdienten Ruheſtandes erfreuen. Er ſtarb infolge eines Magenleidens, das ihn ſchon einige Jahre quälte, in der Frühe des 1. Februar 1913. Bei ſeiner Beerdigung am 3. Februar in Lindenfels war das Ernſt⸗Ludwigs⸗Seminar durch den Direktor. 2 Lehrer und je 2 Schüler aus den à4 oberen Klaſſen vertreten. Erſterer legte nach geziemender Anſprache den von der Anſtalt gewidmeten Kranz an dem Grabe nieder.


