Jahrgang 
1913
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Wahrend das ſtattliche feſte Haus gleich im erſten Jahre ſeines Beſtehens einem hef⸗ tigen, es in ſeiner ganzen Länge erſchütternden Erdbeben, ſtandhielt, ohne Riſſe und Sprünge zu erhalten, war es, teilweiſe wenigſtens, durch ein anderes elementares Ereignis ge⸗ fährdet. Am 21. Juni 1912 ſchlug nämlich nachts ½2 Uhr ein Blitzſtrahl in die Nord⸗ kuppel ein und entzündete einen Balken des Dachſtuhles der Turnhalle. Dank der Wach⸗ ſamkeit einiger im hauſe wohnender Zöglinge und der tatkräftigen hilfe des Perſonals gelang es mittelſt der Hydranten den Brand zu löſchen, ehe er weiter um ſich greifen konnte. Ein weſentliche Verſtärkung der Blitzableiteranlage, die daraufhin vorgenommen wurde, wird hoffentlich künftig die Seminarbewohner vor ähnlichem Schrecken bewahren.

Die Bibliotheken und die Sammlungen der Anſtalt fanden im letzten Jahre manche Ergänzung. Ramentlich erfreute ſich erſtere reicher Zuwendungen durch viele Verlags⸗ anſtalten, denen hierfür beſtens gedankt wird.

Beluche, Kusflüge und Beſichtigungen.

Die üblichen Frühjahrsausflüge wurden am 13. Mai ausgeführt.

Die VI. Klaſſe beſah ſich mit ihrem Klaſſenführer Gutzler die Sehenswürdigkeiten der Stadt Frankfurt a. M.

Die beiden Klaſſen V und IV machten unter Führung der Klaſſenführer Schmidt und Dr. Kilian die bekannte Cour nach Schwetzingen, Speyer und hHeidelberg. Seminarlehrer Muth unternahm mit ſeiner III. Klaſſe eine Sahrt ins Rahetal, beſichtigte die Umgebung von Münſter am Stein und fuhr am Rachmittag tiefer in den hunsrück nach Rhein⸗ böllerhütte. Don hier wurde dann eine Fußwanderung nach Bacharach, eine Bootfahrt nach Bingen unternommen und am Kbend die heimreiſe nach Bensheim mit der Bahn vollendet.

Die II. Klaſſe fuhr mit den herrn Dr. Glöckner und Dr. Spilger nach Kronberg, beſtieg den Altkönig und nach Beſichtigung des römiſchen Ringwalls den Feldberg. Nach ſtärkender Raſt ging es nach der Saalburg mit ihrem neuen Raſtell und weiter nach der vornehmen Badeſtadt homburg, dem Endziel vor der heimreiſe.

In umgekehrter Richtüng wie Klaſſe II machte die I. Klaſſe dieſe Cour mit profeſſor Geißler.

Der Unterricht fand auch im verfloſſenen Jahre vielfache Ergänzungen durch Beſuche des hHoftheaters, der Muſeen in Darmſtadt, Frankfurt und Worms, durch Beſuch der Darm⸗ ſtädter KusſtellungDer Menſch ſowie durch botaniſche und mineralogiſche Exkurſionen in die Umgebung von Bensheim, Vorträge und Konzerte in Bensheim und Auerbach.

U. a. beſuchte die I. Klaſſe dieNibelungen von hHebbel, denWallenſtein und den Fliegenden holländer, ſowie das Goethehaus, das Städelſche Inſtitut und das ſtädtiſche Muſeum in Frankfurt.

Eine anregende Belehrung wurde Kieſer Klaſſe durch einen Beſuch des Landerziehungs⸗ heims Odenwaldſchule in Ober⸗hambach, und den Vortrag ihres Leiters, herrn Geheb, dem auch hier beſtens gedankt wird.

Die II. Klaſſe war in den Aufführungen der Ribelungen und des Freiſchütz und die III. nur im Freiſchütz. AKuch bot der Ui ematograph öfters geeignete Vorführungen zur Belehrung unſerer ö5öglinge.