Jahrgang 
1912
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Mit dem RufeIm Ramen Gottes öffnete der Direktor das Portal, und die Menge ſtrömte durch die weiten Gänge nach der reichgeſchmückten Turnhalle, die als Feſtſaal für die nun beginnende akademiſche Feier diente. 4 Das nachſtehende Programm ſpiegelt den Verlauf dieſes Feſtaktes. Dortragsfolge.

der 6 6. pſalm, Chor a capella 4... D. Lachner.

1. 4. 2. Prolog, gedichtet von dem Schüler der Oberklaſſe Karl Gener, geſprochen von dem Schüler der Oberklaſſe Adam Müller. 3. Anſprache Seiner Exzellenz des herrn Miniſters des Innern G v. hombergk zu Dach.. 4. O Schutzgeiſt alles Schönen, Chor mit Orcheſterbegleitung. W. H. Mozart. 5. Rede des Direktors. 6. Dankgebet aus den altniederländiſchen Dolksliedern für Männer⸗ und Rinderchor mit Orcheſterbegleitung.. 3. Ed. Kremſer. 7. Begrüßungsanſprachen. 8. FeſtmarſchSur Weihe des hHauſes für Orcheſter... M. Döbert.

(Den jetzigen und ehemaligen Schülern des Bensheimer Semi⸗ nars gewidmet.) Kls erſter Redner beſtieg Se. Exzellenz der Herr Miniſter v. Hombergk zu Vach die Bühne und hielt folgende Anſprache:

Durchlauchtigſte Herrſchaften, meine verehrten Damen und herren! Bei der Schlüſſel⸗ übergabe habe ich denen gedankt, die an dem Bau mitgeholfen haben, es erübrigt mir aber auch noch den Körperſchaften den Dank auszuſprechen, die den Bau überhaupt ermöglicht haben. Dank gebührt den Ständen, die die beträchtlichen Mittel in Höhe von dreiviertel Millionen Mark auf Anforderung der Regierung zur Verfügung geſtellt haben, ferner der Stadt Bensheim, daß ſie durch einen beträchtlichen Bauzuſchuß die Finanzierung erleichtert hat. Seit dem Beſtehen des Seminars in Bensheim ſeit nunmehr bald 100 Jahren haben ſich große Wandlungen in dem Lehrerbildungsweſen vollzogen. Durch den weit⸗ räumigen Neubau wird die Durchführung der längſt geplanten Seminar⸗Reform ermöglicht: Die Einrichtung der 6. Seminarklaſſe und damit eine Vertiefung und wiſſenſchaftliche Aus⸗ geſtaltung der Lehrerbildung. In Derbindung mit dem Seminar ſoll eine vierklaſſige Übungsſchule eingerichtet werden, um den Seminariſten Gelegenheit zu bieten, unter Anleitung das praktiſche Unterrichten zu erlernen. Wir hoffen, daß dieſe Einrichtung einer Muſterſchule mit kleinen Klaſſen auch bei der Bevölkerung Anklang finden wird. Weite Räume ermöglichen die Berückſichtigung neuzeitlicher Forderungen. Die vollſtändige Kufhebung des Internats muß als ein Jortſchritt bezeichnet werden. Die großen ſchönen Geſellſchaftsräume, Leſe⸗ und Spielzimmer ſollen den Seminariſten während der Erholungs⸗ ſtunden zum Kufenthalt dienen. Spielhöfe und ein großer Garten bieten Gelegenheit zur ausgiebigen Bewegung im Freien und zur eingehenden Beſchäftigung mit der Ratur. Ich beglückwünſche Lehrer und Schüler zu der neuen ſchönen Stätte ihrer Tätigkeit. Mögen an dieſer Anſtalt ſtets Männer als Lehrer zu wirken berufen ſein, die von ihrer hohen Kufgabe die künftigen Lehrer des Volkes heranzubilden ganz durchdrungen, es verſtehen, die ihnen anvertraute Jugend nicht nur zu unterrichten, ſondern auch in der rechten Weiſe zu erziehen. Mögen die aus der Anſtalt heraustretenden jungen Lehrer nicht nur ausge⸗ rüſtet ſein mit den zur Kusübung des Lehramts erforderlichen Kenntniſſen und Fähigkeiten, ſondern auch geſtählt an Körper und Geiſt, erfüllt ſein von echter Berufsfreudigkeit, von religiös⸗ſittlichem Ernſt und unerſchütterlicher Daterlandsliebe. Denn nur wenn in der Lehrer⸗ ſchaft dieſer Geiſt herrſchend bleibt, kann die Volksſchule die ihr durch das Geſetz zuge⸗ wieſene Kufgabe vollſtändig erfüllen. In der feſten Fuverſicht, daß das Seminar in Bens⸗ heim auf dieſem Wege fortſchreiten und in der Ausbildung der jungen Lehrer immer Voll⸗ kommeneres zu leiſten beſtrebt ſein werde, haben Se. Königliche Hoheit der Großherzog der