Dr. Bergmann, alte Freunde und Bekannte des Directors, beiwohnten. Während des Mahles gedachte der Director in einem Trinkſpruche des Namensfeſtes Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs mit dem Wunſche, daß der Himmel den geliebten Landesvater dieſen Tag noch recht oft geſund und rüſtig erleben laſſen möchte, wobei er an alles Das erinnerte, was in den letzten Jahren für die Schule und die Lehrer geſchehen war. In das dreifache„Hoch“ ſtimmten ſämmtliche Anweſende be⸗ geiſtert ein. Nach dem Mahle wurde die Burg Klopp erſtiegen und hier auf's Neue die wunderbare Schönheit dieſes geſegneten Fleckes Erde bewundert. Der freundlichen Einladung des Herrn Tabaksfabrikanten Gräff folgend, wurde nun eine Beſichtigung ſeiner ausgedehnten Fabrik, in welcher ſich die mannichfachſten Thätigkeiten auf dem Ge⸗ biete der Tabaksfabrikation entfalteten, vorgenommen. Hr. Gräff und deſſen Sohn geleiteten die Beſuchenden durch die ſämmtlichen Maſchinen⸗ und Arbeitsräume, wobei den Seminariſten nicht nur ſehr ſchätzenswerthe, anſchauliche Belehrungen über die Dampf⸗ maſchine und deren Wirkung durch Transmiſſion, ſondern auch über viele andere Ma⸗ ſchinen und Einrichtungen, zu Theil wurden. Die rege Thätigkeit von mehreren hundert Arbeitern, ſowie die hier vollſtändig durchgeführte Theilung der Arbeit und die dadurch erzielten, ſtaunenswerthen Reſultate machten auf Alle einen ſichtlichen Eindruck. Nachdem Hr. Gräff noch die Reiſegeſellſchaft mit einem Faſſe köſtlichen Bieres bewirthet hatte, wobei er und Hr. Kreis⸗Schulinſpector Krämer Worte der Ermunterung im Streben nach tüchtiger Ausbildung an die Seminariſten richteten, wurde der Marſch nach der Eiſenbahnſtation Bingerbrück angetreten, von wo aus der Bahnzug die Reiſenden um 5 Uhr nach Kreuznach brachte. Nach kurzem Aufenthalte zur Beſtellung des Mittagsmahles für den folgenden Tag ſchickte ſich die Geſellſchaft zum Marſche nach dem eine Stunde von Kreuznach entfernten Hackenheim an, wo Nachtquartier genommen werden ſollte. Herr Lehrer Metzler zu Hackenheim, von welchem zwei Söhne unter den Seminariſten waren, hatte nämlich mit dankenswerther Bereitwilligkeit und Freund⸗ lichkeit die ſämmtlichen Reiſenden zum Beſuche eingeladen mit dem Bemerken, daß ſich die Bewohner Hackenheim's ein Vergnügen daraus machen würden, die Seminariſten und ihre Lehrer auf eine Nacht gaſtlich aufzunehmen. Gegen 7 Uhr Abends fand unter den Klängen heiterer Geſänge der Einzug in das beflaggte, freundliche Dorf ſtatt, woſelbſt in einer Werſe für das Unterkommen ſämmtlicher Reiſenden Vorkehrung getroffen war, die einerſeits von der in Hackenheim herrſchenden Wohlhabenheit einen Beweis gab und anderer⸗ ſeits darlegte, in welcher Achtung Herr Lehrer Metzler in ſeiner Gemeinde ſteht, und was dieſelbe ihm zu Liebe thut. Bei einem Rundgange, den der Director und Seminarlehrer Helm, welche im Schulhauſe gaſtlich aufgenommen waren, nach den verſchiedenen Quar⸗ tieren der Seminariſten machten, konnten ſie ſich überzeugen, daß ſich die guten Hacken⸗ heimer wie zu einem Feſttage gerüſtet und ihre Gäſte reichlich verſorgt hatten mit Allem, was Küche und Keller vermochten. Am andern Morgen nach eingenommenem Frühſtücke zogen die Seminariſten vor die Wohnung des Herrn Bürgermeiſters, ſangen daſelbſt einen Abſchieds⸗ gruß, nach welchem Seminariſt Fauſt demſelben nochmals den Dank der ganzen Geſellſchaft für die freundliche Aufnahme in Hackenheim ausſprach. Von Herrn Lehrer Metzler begleitet und geführt, erreichten die Reiſenden auf einem ſchönen Wege durch Fluren und Wald zu Fuß die Höhe des Rheingrafenſteines, wo ſie auf's Neue ein mit
Jahrgang
1876
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