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benen Freunde, Lehrer und Schüler des Seminars ein Trauer⸗Gottes⸗ dienſt ſtatt, welcher von Herrn Pfarrer Selinger aus Erbes⸗Büdes⸗ hein gehalten und bei welchem von den Seminariſten ein Requiem ge⸗ ungen wurde. Bald darnach machten ſämmtliche Feſttheilnehmer und die jetzigen Zöglinge des Seminars einen gemeinſamen Spaziergang nach dem Schloſſe Schönberg und von da in das Hochſtätter Thal, wo ſie das Bergwerk bei bengaliſcher Beleuchtung beſichtigten und dann der Rückweg nach Bensheim antraten. Daſelbſt wurde im deutſchen Hauſe für des Magens Bedürfniſſe geſorgt, und nun blieb die ganze Verſammlung noch bis zum Abende in freundſchaftlicher Unterhal⸗ tung zuſammen. Muntere Lieder, Toaſte und Reden verkürzten die Zeit, ſo daß die Stunde der Trennung nur zu früh kam. Die Feſtge⸗ noſſen ſchieden dann in beſter Stimmung, und ſie werden gewiß noch lange der ſchönen Stunden eingedenk bleiben, die ſie bei dem Seminar⸗ Jubiläum verlebt haben, wie dies auch bald darnach ein Herr Lehrer in einem öffentlichen Referate mit den Worten ausſprach:„Die von dem Comité mit Fleiß und Geſchick arrangirte Feſtlichkeit ver⸗ lief ohne Störung und befriedigte alle Feſttheilnehmer ſo ſehr, daß ſie noch lange mit herzlichem Vergnügen und Dank ſich des Feſtes erinnern werden.“
Um den Lehrern auch einen praktiſchen Nutzen bei dem Feſte zu bieten, war in den Räumen des Seminars für die Zeit des Jubi⸗ läums und einige darauffolgende Tage eine große Lehrmittel⸗Aus⸗ ſtellung veranſtaltet worden. Die beſten und neueſten Apparate für den Volksſchulunterricht, wie auch für Fortbildungsſchulen waren mit der entſprechenden Literatur nach Fächern gruppirt. Zur Herſtellung dieſer vollſtündigen und lehrreichen Sammlung waren zunächſt die Lehr⸗ mittel des Seminars benutzt, aber dazu noch durch freundliche Mit⸗ wirkung der hieſigen Lehrmittel⸗Anſtalt eine große Menge wichtiger Apparate und Bücher von nah und fern herbeigeſchafft worden, ſo daß alle Beſucher über dieſe intereſſante Ausſtellung höchſt erſtaunt waren und es offen ausſprachen, daß ſie nicht ge⸗ ahnt hätten, wie viel Schönes und Nützliches ihnen das Seminar⸗ jubiläum bieten würde. Mit Rührung und Dank drückten daher Manche beim Scheiden den Wunſch aus:„Möge dieſes Jubelfeſt noch lange ſeine ſegensreichen Wirkungen entfalten und das Seminar ſelbſt immer mehr emporblühen und Gutes ſtiften, um einſtens einen noch großartigeren Gedächtnißtag der 100 jährigen Wirkſamkeit feiern zu können“. Wir nehmen dieſen wohlgemeinten Segenswunſch mit Dank an und ſtimmen von Herzen in denſelben ein.


