Jahrgang 
1872
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wie er von Herzen kam, auch lebendig auf die Herzen der Zuhörer einwirkte.*)

Unterdeſſen waren die Augenblicke raſch verfloſſen und die Zeit des Mittagsmahles herangekommen. Um 1 Uhr begann das Feſteſſen, welches im Gaſthauſe zur Traube abgehalten wurde und die Thrildehiner ebenfalls ſehr befriedigte. In der großen Ver⸗ ſammlung herrſchte die heiterſte Stimmung, welche noch durch die Klänge einer guten Muſik gehoben wurde. Dazwiſchen wurden viele Reden gehalten und verſchiedene Toaſte ausgebracht. Der erſte Toaſt, welcher Sr. Königlichen Hoheit dem Großherzoge galt, wurde von Herrn Oberſtudien⸗Director von Willich ausgebracht und von Allen mit freudigſter Begeiſterung aufgenommen. Der zweite war dem Hochwürdigſten Herrn Biſchofe Wilhelm Emmanuel von Ketteler gewidmet und von Herrn Lehrer Gölz aus Klein⸗Rohrheim ausgebracht; Herr Domdekan und Generalvicar Dr. Heinrich dankte hierauf und toaſtirte auf die höchſten Schul⸗ behörden, insbeſondere auf die Großherzogliche Oberſtudien⸗Direction und auf deren anweſende Vertreter. Herr Oberſtudien⸗Director von Willich brachte alsdann auf den Director und die Lehrer des Seminars zu Bensheim einen Toaſt aus, worauf Director Weinheim dankte und den heſſiſchen Lehrerſtand hoch leben ließ. Herr Domdekan Dr. Heinrich toaſtirte auf Herrn Kreisrath Knorr, und dieſer erwiederte mit eirem Hoch auf Herrn Dom⸗ dekan Dr. Heinrich und Domcapitular Ohler. Mehrere Herrn Lehrer gedachten der früheren Directoren und Lehrer des Seminars, worauf Telegramme an Herrn Dekan Goy und Herrn Seminar⸗ lehrer Kunkel abgeſendet wurden, welche herzliche Schreiben an die Feſtverſammlung gerichtet und ihre Abweſenheit durch wichtige Verhinderung entſchuldigt hatten. Als das Telegramm an den ehe⸗ maligen Seminarlehrer, Herrn Pfarrer Selinger, kaum abge⸗ ſchickt war, trat derſelbe plätlich noch in die Nerſäitulun ein und wurde von den Anweſenden freudig begrüßt. Auch von verſchie⸗ denen ehemaligen Schülern, die verhindert waren, trafen herzliche Glückwünſche durch den Telegraph ein, ſo daß ſich den Verſammelten feſt jeden Augenblick etwas Intereſſantes darbot. So ſchwanden auch dieſe glücklichen Stunden ſchneller dahin, als man es nur ahnte. it den Abendzügen mußte zwar eine größere Anzahl on Felttheinehmern wegreiſen; allein der andere Morgen brachte die Gäſte aus der Nähe wieder und dazu nach eine neue Anzahl von Feſttheilnehmern, welche durch unüberſteigliche Hinderniſſe am erſten Feſttage von der Reiſe abgehalten waren.

Am zweiten Jubiläumstage fand morgens um 8 Uhr für die verſtor⸗

*) Derſelbe wurde gedruckt und nebſt mehreren entſprechenden Feſtliedern von demſelben Autor an die Feſttheilnehmer vertheilt. Auch die Feſtpredigt von Herrn Generalvicar und Domdecan Dr. Heinrich wurde auf Wunſch der ganzen Verſamm⸗ lung dem Drucke übergeben.