Uebergang an das Erzbistum Mainz im Jahre 1233 wurde es 1301 von Kaiſer Albrecht I. belagert und zerſtört. Es muß raſch wieder erſtanden ſein, denn 1320 verlieh ihm der Erzbiſchof von Mainz die Rechte und Freiheiten einer Reichsſtadt. 1461 wurde es von Kurmainz an den Pfalzgrafen bei Rhein verpfändet. 1504 hielt es einer längeren Be⸗ lagerung des Landgrafen Wilhelms II. von Heſſen und ſeiner Verbün⸗ deten ſtand.(Heſſenkirchhof im ſüdweſtl. Teil des heutigen Kurparks.) 1623 wurde Bensheim wieder Kurmainziſch. Groß waren die Leiden während des 30jährigen Krieges. 1644 wurde Bensheim von Fran⸗ zoſen und deutſchen Truppen unter dem ſchwediſchen Generalmajor von Roſa geſtürmt und im gleichen Jahre von Bayern unter den Generalen de Mercy und von Werth eingenommen und geplündert. Aus dieſer Schreckenszeit ſtammt die ſpäter entſtandene, übrigens jeder hiſtoriſchen Unterlage entbehrende Sage von der„Fraa vun Benſem“. Auch in ſpäteren Kriegsjahren wurde Bensheim ſchwer heimgeſucht, bis es 1803 an Heſſen fiel.
Bensheim entwickelte ſich raſch zu einer beachtenswerten Mittelſtadt, die ſich im letzten Jahrzehnt vor dem Weltkrieg zu einer Garten⸗ und Villenſtadt aufſchwang. Aber erſt unter nationalſozialiſtiſcher Füh⸗ rung, alſo in ungeahnt kurzer Zeit, ſtieg Bensheim zu der Höhe, auf der es heute ſteht. Das Stadtbild hat in dieſen drei Jahren eine ge⸗ radezu grundlegende Aenderung erfahren. Dabei ſei als bemerkens⸗ wert hervorgehoben, daß die Bereicherungen und Verbeſſerungen ledig⸗ lich aus Erſparniſſen oder durch die Opferwilligkeit der Bensheimer Bevölkerung beſtritten wurden. Im folgenden ſei eine kurze Zuſam⸗ menſtellung der hauptſächlichſten Neuerungen gegeben.
An erſter Stelle nenne ich da den auf dem ehemaligen Rodenſtein⸗ ſchen Grundſtück errichteten Kurpark. Infolge ſeiner zentralen Lage, ſeines ſtets wechſelnden Blumenflors und nicht zuletzt durch ſeine zahl⸗ reichen prächtigen Kunſtwerke, bildet er heute bereits das Reiſe⸗ und Wanderziel vieler auswärtigen Gäſte. Neben ihm haben die gründliche Umgeſtaltung der ehemaligen„Anlage“(heute„Hindenburganlage“) ſowie die neuerſtandene Rodenſteinanlage(längs der Bahnlinie) dem Stadtbild ein weſentlich anſprechenderes Aeußere verliehen.
Anheimelnd wirkt auch die kleine Anlage an der„Stadtmühle“. Im Mittelpunkt ſteht hier die wohlgelungene Brunnenfigur der„Fraa vun Benſem“. Aus einem unſcheinbaren ſchmutzigen Winkel wurde da
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