Bensheim an der Bergſtraße und der Nibelungenſtraße
iſt heute ein gernbeſuchter Kurort mit 11 000 Einwohnern. Es iſt Schnellzugsſtation und hat in einer Entfernung von 4 km bei Lorſch eine unmittelbare Zufahrtſtraße zur Reichsautobahn. Kraftpoſtverbin⸗ dungen vermitteln den Verkehr längs der Bergſtraße und in den vor⸗ deren Odenwald.
Bensheim iſt Ausgangspunkt lohnender Spaziergänge und Aus⸗ flüge. Es vermittelt infolge ſeiner beſonders bevorzugten Lage eine günſtige Verbindung von Stadt⸗ und Landleben. Als Kreisſtadt iſt Bensheim Sitz mehrerer Behörden und gutbeſuchter Schulen.
In nüchternen Worten iſt damit geſagt, was ſchon ſo oft über Bensheim geſchrieben und gedruckt wurde. Mit gleichem Recht kann man Aehnliches auch anderen Städten nachrühmen. Ein charakteriſtiſches Bild von Bensheim iſt alſo damit nicht gegeben. Um Bensheim ge⸗ recht zu werden, muß man mehr ſagen. Bensheim iſt eben Bensheim. Es iſt die Stadt der Blüten und des Weines, die Stadt fröhlicher Stunden, behaglicher Ruhe, die Stadt alter Erinnerungen und moder⸗ nen Aufblühens.
Wer als ſtiller Beobachter die trauten Straßen durchwandert und in ſeinen maleriſchen Ecken und Winkeln Umſchau hält, der wird ſich der Eigenheit Bensheims erſt recht bewußt. Denn Bensheim iſt eine alte Stadt mit einer bewegten Vergangenheit. Es war einſt eine wehr⸗ hafte Stadt mit feſten Türmen und Mauern. Leider ſind uns nur ſpärliche Reſte davon erhalten geblieben.(Ueberreſte der alten Stadt⸗ mauer hinter dem Adam'ſchen Anweſen in der Hauptſtraße, der ſog. blaue Turm, der Turm am Dalberger Hof und das verſtümmelte Rinnentor.) Alte Adelshöfe künden heute noch von der einſtigen Be⸗ deutung Bensheims als Herrenſitz. Genannt ſeien hier: Der Dalberger Hof(heute Heimatmuſeum), der Hoheneckſche Hof(Haus Flegler), der Wambolderhof, der Oberhof, bez. Waltersdorfſcher Hof, der Probſthof oder Steinerhof(jetzt zerfallen), der Rodenſteiner Hof und das Haus der Echter von Meſpelbrunn. 4
Bensheim, urkundlich im Jahre 765 zum erſten Mal erwähnt, war von ſeiner Gründung an bis 1232 im Beſitze des Kloſters Lorſch. Nach
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