Jahrgang 
1936
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Eigenartigerweiſe iſt dieſe ſo dürftig bezeugte Wiederſehensfeier von 1869 im übrigen vollkommen in Dunkel gehüllt. Da die Feier im Jahre 1863 ſo eingehend vorbereitet war und die Feier des Jahres 1869 doch ſicher als Wiederholung, unter Beteiligung wohl vieler Teilnehmer der erſten Feier, zu gelten hat, iſt es ſehr auffallend, daß keinerlei Be⸗ lege für dieſe Feier aufzufinden ſind. Dazu kommt, daß auch ein Schü⸗ ler aus dieſer Zeit nichts von dieſer Wiederſehensfeier ehemaliger Gymnaſiaſten weiß. Rechnungsrat G. A. Herrmann in Wilmshauſen (Kreis Bensheim) beſuchte von 18651873 das Bensheimer Gymna⸗ ſium. Er ſchreibt hierzu:

Wenn der verſtorbene Rechnungsrat Feldhofen an einer Feier im Jahre 1869 beteiligt geweſen wäre, müßte ich das wiſſen, da ich mit Feldhofen von 1864 bis zu ſeinem Tode befreundet geweſen bin und wir beide manchmal darüber geſprochen haben, ob wir eine Wieder⸗ holung der Feier von 1863 noch erleben würden. Allerdings war da⸗ mals die Meinung verbreitet, daß ſich die Wiederſehensfeiern alle 50 Jahre wiederholen würden, eine Meinung, die ſich ja ſpäter als irrig erwieſen hat.

Wenn auch dieſe früheren Feiern ehemaliger Gymnaſiaſten in keinem unmittelbaren Zuſammenhang mit der VereinigungBens⸗ heimer Scholaren ſtehen, ſo ſollte doch feſtzuſtellen verſucht werden, ob tatſächlich 1869 eine Wiederſehensfeier veranſtaltet worden iſt. Zeugen doch auch dieſe beiden Veranſtaltungen von dem Gemeinſchaftsgeiſt, der von jeher in dem Gymnaſium Bensheim vorbildlich gepflegt wor⸗ den iſt.

Der äußere Anlaß zur Gründung der jetzigen Vereinigung BensheimerScholaren wurde durch die jährlich ſtattfindende Zuſammenkunft der Abiturienten des Jahrgangs 1892 gegeben. Zu dieſem Jahrgang gehört ſeit vielen Jahren als pater familias der allverehrte Prof. Dr. Biel, und Gaſt iſt jeweils der Direktor des Gymnaſiums. Bei der zweiten Anweſenheit in dieſem Kreiſe feierte Oberſtudiendirektor Gg. Joſeph Diehl(1919 bis 1924) in einer begeiſterten Anſprache die vorbildlich gepflegte Lebens⸗ freundſchaft, die ein Ziel gerade humaniſtiſcher Anſtalten ſein müßte, und zog in Erwägung, ob es nicht möglich ſein ſollte, in gleichem Geiſte alle ehemaligen Schüler zuſammenzuführen. Der Plan fand ebenſo begeiſterte Zuſtimmung.

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