Jahrgang 
1927
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V. Gur Geſchichte der Rnſtalt.

1. Das Schuljahr begann am 19. 4. 26 mit den Aufnahmeprüfungen; der Unter⸗ richt nahm am 20. 4. ſeinen Anfang. Die Schule hatte in dieſem Jahre 13 Klaſſen. Zu Unter⸗ und Obertertia, Unter⸗ und Oberprima beſtand je eine Parallelklaſſe. Da je⸗ doch nicht die nötigen Lehrkräfte zur Verfügung ſtanden, konnte die Teilung der Klaſſen nicht vollſtändig durchgeführt werden. In einzelnen Fächern mußten die Klaſſen unge⸗ teilt bleiben und bis zu 41 Schüler zuſammen unterrichtet werden. Es iſt leicht ein⸗ zuſehen, daß dadurch ein Eingehen auf die beſonderen Anlagen und Fähigkeiten des Schülers dem Lehrer unmöglich gemacht wird, ganz abgeſehen von der erhöhten Inan⸗ ſpruchnahme ſeiner Kraft, wie ſie das Unterrichten in überfüllten Klaſſen namentlich Mittel⸗ und Oberklaſſen mit ſich bringt. Auch die Quarta hätte eigentlich geteilt wer⸗ den müſſen. Es war jedoch kein Zimmer mehr für eine neue Klaſſe vorhanden. Alle⸗ früher für Sammlungen beſtimmten Räume, ſowie Zeichenſaal und Phyſikſaal dienen bereits als Klaſſenzimmer. Vielfach müſſen die Klaſſen zwiſchen den einzelnen Stun⸗ den in andere Räume wandern, die gerade frei ſind.

2. Für den zur Zeit beurlaubten Studienrat Heinſtadt hatte Studien⸗ aſſeſſor Diehm zunächſt die volle Vertretung. Am 11. Oktober wurde dem Studien⸗ aſſeſſor Dr. Düringer der Vertretung übertragen. Er übernahm bis zum Ende des Schuljahres in IIIa* 2 franzöſiſche, in IIIb 3 Geſchichtsſtunden. Sonſt war er bei der Aufbauſchule beſchäftigt. Zweimal wurde durch ſchwere Erkrankung von Lehrern längere Vertretung nötig. Den erkrankten Studienrat Tritſch vertrat von den Pfingſtferien bis zum 10. Juni Referendar Ludwig Schneider, den erkrankten Studien⸗ rat Wolf von Ende Januar bis zum Ende des Schuljahres Studienaſſeſſor Delp. Oberreallehrer Kayſer war vom 11.17. Oktober zur Teilnahme an der Reichsſchulmuſikwoche in Darmſtadt beurlaubt. Der Direktor nahm am 23. 10. an der Hauptverſammlung der heſſiſchen Direktoren teil. Die Studienräte Dr. Ruhl und Weißmann vertraten die Anſtalt bei Beratungen in Darmſtadt zwecks Einführung neuer Lehrbücher. An einer ſtaatsbürgerlichen Bildungs⸗ tagung, die von der Reichszentrale für Heimatdienſt am Sonnabend, den 26. März hier in Bensheim veranſtaltet wurde, nahmen die Studienräte Hofferberth und Lüke teil.

3. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war zufriedenſtellend. Selbſt von der Grippeepidemie wurden nicht allzuviele Schüler erfaßt. Zum erſtenmal war es in dieſem Jahr möglich, Spielſtunden einzurichten. Jede Klaſſe hatte ihren Spiel⸗ nachmittag auf dem neuen, uns vom Turnverein in liebenswürdigſter Weiſe zur Ver⸗ fügung geſtellten Sportplatz. Das Schwimmen wird von den Schülern noch nicht in dem wünſchenswerten Umfang betrieben. ZumTeil ſind die ungenügenden Raumverhält⸗ niſſe der Badeanſtalt daran ſchuld. Im nächſten Jahre ſoll von der Schule aus verſucht werden, mit der Stadtverwaltung eine Regelung herbeizuführen, die allen einheimiſchen Schülern der Anſtalt das regelmäßige Baden zu ermäßigtem Preiſe ermöglicht. An

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