Jahrgang 
1917
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III. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr wurde am 4. Mai 1916 mit der Aufnahmeprüfung der neu an- gemeldeten Schüler eröffnet und am 31. März 1917 geschlossen. Während dieses ganzen Zeitraums tobte der Weltkrieg ununterbrochen weiter, ja steigerte sich noch zu größter Heftigkeit. Denn zu dem schmachvollen Treubruch Italiens in 1915 ge- sellte sich am 28. August 1916 der heimtückische Ubertritt derlateinischen Schwe- sternation Rumänien in die Reihen unserer Feinde, die, von demneutralen Ame- rika in jeglicher Form unterstützt, durch gewaltige Offensiven die eherne Mauer des Vierbundes zu durchbrechen hofften. Doch fest und unerschütterlich stand seine treue Wacht in Ost und West, in Nord und Süd, ja sie holte zu vernichtenden Schlägen gegen den rumänischen Räuber aus, der als gefräßiger Aasgeier schon seine Fänge in eine todeswunde Beute schlagen zu können glaubte. Das Geset- über den vaterländischen Hilfsdienst vom 5. Dezember 1916, das alle noch brach- liegenden Kräfte des deutschen Volkes dem bedrängten Vaterlande zur Verfügung stellte, das ebenso hochherzige wie aufrichtige Friedensangebot unseres Kaisers und seiner Verbündeten vom 12. Dezember 1916, das allerdings von dem feind- lichenZehnverband mit Spott und Hohn zurückgewiesen wurde, die Erklärung der vollständigen Seesperre gegen Großbritannien, Frankreich, Italien und das öst- liche Mittelmeer vom 31. Januar 1917, die einZurück nicht kennt, trotzdem der Friedenspräsident Wilson am 3. Februar die diplomatischen Beziehungen Nord- amerikas zu uns abbrach und in stolzen Botschaften alle Neutralen zu gleichem Vorgehen einlud, und der Aufruf unseres Kaisers an die deutsche Marine vom 15. Februar 1917, der zum Entscheidungskampf gegen unseren hartnäckigsten und gehässigsten Feind England auffordert, sind ebensoviele Zeugnisse besonnener Ruhe und eines guten Gewissens, wie bewußter Kraft und stahlharter Entschlossenheit, die den uns von neuem aufgezwungenen Kampf um unser Dasein unter vollem Ein- satz aller Waffen zu einem guten Ende durchzuführen bereit sind. Und mit diesem Endkampfe wollen und müssen wir alle opferfreudige Mitstreiter sein, bis ein ehren- voller Friede errungen ist.

Während so der Weltkrieg die Grenzen des Vierbundes umbrandete, konnte unser deutsches Volk in der Heimat ruhig seinen Geschäften nachgehen, und auch unsere Schule, obwohl nicht unberührt von dem tosenden Kriegslärm, doch im gro- Ben und ganzen unbehindert sich ihren friedlichen Aufgaben widmen.

Das Lehrerkollegium war, von einer unbesetzten Stelle abgesehen, voll- zählig, da Lehramtsassessor Wolf, ab 1. Oktober 1916 zum Oberlehrer an unserer Anstalt ernannt, für unabkömmlich erklärt wurde, und als Ersatz für die am 29. No- vember 1915 eingerückten Oberlehrer Dr. Ruhl und Adler, die mittlerweile zu Unteroffizieren befördert worden sind, der Lehramtsassessor Schalk unserer An- stalt gelassen sowie Lehramtsassessor Dr. Paul Kadel durch Verfügung vom 6. April 1916 zugewiesen wurde. Allerdings litt der regelmäßige Verlauf des Unterrichts unter mannigfachen Erkrankungen und sonstigen Abhaltungen von Lehrkräften nicht unerheblich. Denn an mehr als 120 Schultagen mußten fehlende Lehrer von den Mitgliedern des Lehrkörpers selbst vertreten, und außer- dem für 2 wegen Erkrankung beurlaubte Herren Ersatzkräfte eingestellt werden. So wurde durch Verfügung vom 28. April 1916 Lehramtsreferendar Dr. Hermann Buß zu Gießen mit der Verwaltung einer Lehrerstelle für den noch bis zu den Sommerferien beurlaubten Prof. Dr. Rainfurtbetraut, und dem Lehramtsreferen- dar Dr. Anton Stiefenhofer aus Darmstadt am 26. August 1916 die Vertretung des ab 12. August 1916 zunächst bis zu den Herbst- und dann noch bis zu den Weihnachtsferien beurlaubten Prof. Goehle übertragen. Neben den persönlichen Umständen, die teilweise auch durch die Zeitverhältnisse mitbestimmt wurden, griffen letztere durch ihre sachliche Schwere ebenfalls hemmend in den Unterrichtsbetrieb