22e IV. Geſchichte der Anſtalt.
Durch Miniſterialverfügung vom 7. April 1898 wurde der proviſoriſche Gymnaſiallehrer Dr. F. Schmidt an das Ludwig⸗Georgsgymnaſium in Darmſtadt verſetzt; wir ſahen den fleißigen, trefflichen Lehrer und liebenswürdigen Kollegen nur ungern von unſrer Anſtalt ſcheiden, an der er längere Jahre mit großem Erfolg gewirkt hat.
An ſeine Stelle trat durch Miniſterialverfügung vom 9. April 1898 Herr Lehramtsaſſeſſor Auguſt Keßler aus Darmſtadt; er wurde am 18. April in ſeinen Dienſt eingewieſen.
Die durch das Ableben des Gymnaſiallehrers Herrn M. Schließmann erledigte Stelle wurde durch hohes Dekret vom 1. April 1898 dem Lehrer an der Gemeindeſchule zu Laubach Herrn Konrad Mohr übertragen, der ſeinen Dienſt am 18. April antrat.
Konrad Mohr, geboren am 23. Oktober 1854 zu Oſtheim im Kreiſe Friedberg, wurde nach dreijährigem Seminarkurſus in Friedberg im Jahre 1874 entlaſſen und nach einander in den, Orten: Lauerbach(Kreis Erbach), Erbach, Groß⸗Gerau und Grünberg verwendet.
Die Schlußprüfung beſtand derſelbe im Herbſte 1876, definitiv angeſtellt wurde er in Grünberg im Früh⸗ jahr 1885. Im Februar 1898 erfolgte ſeine Ernennung als Lehrer an die Gemeindeſchule zu Laubach. Dieſen Dienſt trat er jedoch nicht an, da er alsbald mit Wirkung vom Beginne des Schuliahres 1898/99 an das Großh. Gymnaſium zu Bensheim verſetzt wurde.
Durch Miniſterialverfügung vom 18. April 1898 wurde dem Lehrer an unſrer Anſtalt Herrn Prof. Dr. Häling ein halbjähriger Krankenurlaub bewilligt. Herr Prof. Häling konnte ſchon in den letzten Wochen des Winterſemeſters nur mit Aufgebot ſeiner ganzen Willenskraft ſeinen Dienſt verſehen, während der Oſterferien verſchlimmerte ſich ſein Zuſtand derart, daß er ſich genötigt ſah, um einen längeren Urlaub zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit nachzuſuchen. Leider hatte dieſer Urlaub nicht den ge⸗ wünſchten Erfolg; er kehrte vielmehr ſchwer leidend aus ſeinem Sommeraufenthalt zurück, ſo daß er ſich genötigt ſah, nach Ablauf des Urlaubs um ſeine Verſetzung in den Ruheſtand nachzuſuchen; doch er erlebte die ehrenvolle Genehmigung ſeines Geſuches nicht mehr. Am 10. September 1898 erlag er ſeinen ſchweren Leiden. Als geborener Bensheimer war er aufs innigſte mit den Verhältniſſen unſrer Anſtalt verwachſen, der er 25 Jahre lang ſeine Dienſte gewidmet hat; wir haben in ihm einen gewiſſenhaften, von dem Ernſt ſeiner Aufgabe tief durchdrungenen Lehrer, einen zuverläſſigen, treuen Freund und Kollegen verloren, dem wir ein treues Gedächtnis bewahren werden. Die ganze Schule erwies ihm bei ſeiner Beſtattung die letzte Ehre.
Mit der Vertretung des erkrankten Kollegen Häling während des Sommerſemeſters wurde durch hohe Verfügung vom 19. April 1898 Herr Lehramtsacceſſiſt Heinrich Geißler aus Darmſtadt beauftragt; am 20. April trat er ſeinen Dienſt an.
Bei Beginn des Winterſemeſters wurde die durch das Ausſcheiden des Herrn Prof. Dr. Häling erledigte Lehrerſtelle durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. Auguſt 1898 dem Großherzoglichen Reallehrer zu Wimpfen Herrn Karl Berger übertragen; er trat ſeinen Dienſt am 12. September an.
Karl Berger, geboren am 27. April 1861, ſtudierte zu Berlin und Gießen klaſſiſche Philologie, Ge⸗ ſchichte und Deutſch, war Mitglied des pädagogiſchen Seminars zu Worms und Darmſtadt, verſah eine Lehrer⸗ ſtelle zu Mainz von Oſtern 1891 bis 1. April 1897, von da bis 12. September 1898 an der Realſchule zu Wimpfen, von wo er an das Gymnaſium zu Bensheim verſetzt wurde.
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. Mai 1898 wurde der proviſoriſche Gymnaſiallehrer Herr Lehramtsaſſeſſor Dr. Heinrich Schrohe, der ſchon ſeit mehreren Jahren an der Anſealt thätig iſt, zum Lehrer am Gymnaſium zu Bensheim ernannt.
Heinrich Schrohe iſt geboren am 28. April 1864 zu Mainz. Er beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vater⸗ ſtadt und beſtand an dieſem die Reifeprüfung. Er widmete ſich zu Bonn und Straßburg dem Studium der


