Stadtſchule allein einzuräumen. Weiter wurden auf Betreiben des Bürgermeiſters Dr. Othenberg andere Schul⸗Neubauten(in Celle und Gottingen) durch Vertreter der Stadtverwaltung und der Realſchule beſich⸗ tigt und Pläne für ein neues Realſchul⸗ oder Oberrealſchulgebäude entworfen. Auch die Handesregierung wie das Provinzialſchulkollegium in Kaſſel bezeugten bei einer Beſprechung der beiderſeitigen Vertreter in Wildungen am 23. November ihre lebhafte Teilnahme und die Hilfsbereitſchaft der Staatsverwaltung gegenüber den Wildunger Schulplänen. Doch hatten alle dieſe Bemühungen nach dem Ausſcheiden des Buͤrgermeiſters Dr. Othenberg aus ſeiner hieſigen Stellung nur das Ergebnis, daß der Gemeinderat am 21. Januar noch einmal den Neubau einer Realſchule beſchloß, über den Ausbau derſelben zur Vollanſtalt aber die Beſchlußfaſſung ſolange ausſetzte, bis die finanziellen Fragen vollſtändig gelöſt ſeien. Es bleibt zum Beſten der Gemeinde und ihrer weiterſtrebenden Jugend zu wünſchen, daß die gefaßten Beſchlüſſe oiesmal auch praktiſche Wirkungen zeitigen möchten.
b) Die Lehr⸗ und Oernmittel der Realſchule wurden nach Möglichkeit vermehrt, wenn auch ihre ordnungsmäßige Unterbringung und Erhaltung immer größere Schwierigkeiten macht.
c) Von beſonderen Sinrichtungen iſt Neues nicht zu berichten.
7. Chronik der Realſchule.
Das Schuljahr begann mit den Aufnahmeprüfungen am 17. April 1928. Die Oage und Dauer der Ferien entſprach den amtlichen Anoronungen für die höheren Schulen der Provinz Heſſen⸗Naſſau. Ab⸗ geſehen von den allgemeinen Feiertagen(Himmelfahrt, Reformationstag, Buß⸗ und Bettag, Waldeckſcher Bußtag am 1. März 1920), ſowie den vorgeſchriebenen Wandertagen und turneriſchen Wettkämpfen (vol. 4 h) fiel der Unterricht aus zu den amtlich angeoroͤneten Schulfeiern: der Verfaſſungsfeier und Jahn⸗ feier am 11. Auguſt 1928, der Schubertfeier am 19. November 1928 und der Oeſſingfeier am 22. Januar 1929. Am Verfaſſungstage ſprach Studienrat Freſe über die Erziehung zum Staatsbürger. Daran ſchloſſen ſich die Reichsjugenoͤwettkämpfe der Realſchule und Stadtſchule, worauf Herr Stadtſchulrektor Krummel in einer Anſprache an die geſamte beteiligte Schuͤlerſchaft die Erinnerung an Friedrich Oudwig Jahn wachrief. Zum Gedächtnis Franz Schuberts gab Oberſchullehrer Dahms ein Bild von deſſen Oeben und Wirken, erläutert durch muſikaliſche Proben ſowie geſangliche und inſtrumentale Vorträge von Schülern. Auch bei der Heſſingfeier wurden die Schüler mit gutem Erfolg zur Mitwirkung herangezogen. Eine Wurdigung Oeſſings durch Studienrat Dr. Waga wurde umrahmt durch einen Schülervortrag uͤber Leſſings Oebensgang und die Wiedergabe geeigneter proſaiſcher und poetiſcher Stücke aus Oeſſings Werken.— Am Nachmittag des 21. Dezember verſammelte die Schulgemeinde ſich wieder mit Eltern und Freunden der Schule zu einer Weihnachtsandacht unter dem brennenden Chriſtbaum, welche diesmal von dem Direktor und den Oberſchullehrern Hoefer und Dahms vorbereitet worden war. Eine ſtabile Krippe, welche auch zu künftigen Feiern benutzt werden kann, fertigten unter Obſchl. Hoefers Anleitung Schüler verſchiedener Klaſſen. Die Feier ſelbſt ſetzte ſich aus Oeſangs⸗ und Inſtrumentalvorträgen, Rezitationen und Vorleſungen zuſammen, welche größtenteils von den Schulern ſelbſt geboten wurden.— Das landesübliche Schulfeſt wurde am 24. Juni von der Realſchule und Stadtſchule gemeinſam begangen. Die Stadͤtſchule führte auf einer Freilichtbühne eine Anzahl Märchenſpiele und Tänze vor; die Realſchule beteiliate ſich mit einer Aufführung des Hans Sachs⸗Schwankes„Der farend ſchuͤler im paradeis“ durch eine Schülerin der U II und zwei Schüler der O III.— Die Klaſſenwanderungen(ſ. 4 hh dienten neben der körperlichen Ertüch⸗ tigung zugleich geographiſchen, wirtſchaftlichen und geſchichtlichen Beobachtungen und Belehrungen. Sie erſtreckten ſich uͤber das ganze Oebiet des Ederkreiſes und darüber hinaus zur Weidelsburg, nach Fritzlar und zum Großkraftwerk Borken. Mit Benutzung der Eiſenbahn wurden die Bruchhäuſer Steine bei Wil⸗ lingen aufgeſucht. Eine größere Anzahl von Schülern der drei oberen Klaſſen durchwanderten unter Hei⸗ tung von Studienrat Konrad und Studienaſſeſſor Dr. Tapp vom 30. Auguſt bis 1. September die hohe Rhon. Außerdem beſuchten die drei Oberklaſſen die Ausſtellung der„Grünen Woche“ in Kaſſel am 16. Mai, und die Schüler der Ul ll und O III nahmen teil an Aufführungen von Mozarts„Zauberflöte“ und Oortzings„Waffenſchmied“ im Staatstheater daſelbſt am 7. November und 23. Januar. Von beſonderen Darbietungen am Orte ſelbſt ſind zu nennen: eine reichhaltige Ausſtellung von Farbendrucken der Firma Vineta in Dresden am 6. Mai, eine Vorführung des Weltkriegsfilms am 11. Juni, Beſichtigung der Tier⸗ ſchau Hagenbeck(Zirkus Alberty) am 8. Auguſt, die höchſt wertvolle Ausſtellung Marburger Töpferei durch Herrn Hinder(Norderney) am 15. Auguſt, Hans Sachs⸗Spiele der Schauſpielergruppe Redlich am 8. November, ein Oichtbild⸗Vortrag des Herrn Studienrats Göns aus Kaſſel über das Germaniſche Nationalmuſeum in Nürnberg am 17. November, eine Rezitation deutſcher Dichtungen durch Frau Valerie
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