5 4
8 8 4 8
— *
G. Mittellungen aus dem Unterrichtsbetrlebe. 1. Gelstesblldung.
Die Lehraufgaben für die einzelnen Lehrfücher und Klassenstufen entsprechen den allgemeinen Vorschriften für Realschulen in den»Lehrplänen und Lehraufgaben für die höheren Schulen in Preussen«.(Min-Erl. vom 29. Mai 1909. U II 1694).
Gelesen wurde
im Deutschen: in Kl. 0 III: Homers»Ilias«„Uebersetzung im Auszuge) und Körners „Zriny«; zu Hause: Nibelungenlied und»Meier Helmbrecht« in Schul- ausgaben;
in Kl U II: Lessings»Minna von Barnhelm«, Goethes»Hermann und Dorothea«, Schillers»Wilhelm Tell«, Proben aus der Lyrik der Befreiungs- Kriege, der Kriegsdichtung von 1914 und aus Goethes Werken. Als Haus- lektüre: Novellen von C. F. Meier, Storm und ausgewählte Reden Bismarcks.
im Französischen: in Kl. U III und 0 III: Kühn:»La France et les Français«. in Kl. U II: Souvestre:»Au coin du feu« und About:»Le roman d'un brave homme«;
im Englischen: in Kl. 0. III: Marryat:»Masterman Ready«;
„
in Kl. U II: Mellin:»A Tour through England«, Graham:»The Victorian Eraz.
Daneben wurden die Schüler zur verständigen Benutzung der Klassen-Bibliotheken angehalten.
Uebungen im schriftlichen und mündlichen Gebrauch der Muttersprache wurden von unten auf eifrig betrieben. Die Schüler der Klasse U II lieferten 7 Aufsätze(ohne die Prüfungsarbeit), darunter drei Klassenarbeiten, je eine schriftlich ausgearbeitete und in der Klasse mündlich wiedergegebene kleine Abhandlung sowie je einen kurzen freien Vortrag.
Die Aufsätze behandelten: 1. Was macht den Rhein zum Lieblingsstrom des Deutschen?— 2. Frau von Marloff.— 3. Klassenarbeit: Spangenberg.—- 4. Inwiefern führt der erste Gesang von Goethes Hermann und Dorothea in die Dichtung ein?— 5. Was ich bin und was ich habe, dank ich dir mein Vaterland.— 6. Klassenarbeit: Wie rechtfertigt Tell sein Wort: »Der Starke ist am mächtigsten allein«?— 7. Klassenaufsatz: Krieg heisst jetzt die Losung auf Erden.
In den freien Vorträgen wurden die deutschen Kriegshäfen, die Flotte und die deut- schen Kolonien behandelt.
Auch im Gebrauch der Fremdsprachen wurde durch regelmässige Uebungen im Anschluss an die Lektüre oder an Kriegsereignisse eine gewisse Freiheit zu erzielen gesucht
In den Morgenandachten und im Klassenunterricht wurde durch die Klassenlehrer oder den Geschichtslehrer auf die wichtigsten Ereignisse und den Verlauf des Krieges hingewiesen. (Min.-Erl. vom 6. November 1914.)
Am 9. Dezember 1914 besuchten die Schüler der UII unter Führung des Oberlehrers Dr. Waga eine Aufführung von Schillers»Wilhelm Tell« im Casseler Hoftheater.
Einem Fritz Reuterabend im Januar wohnten zahlreiche Schüler der oberen Klassen bei.
Bei der Entlassung wurde allen Schülern der UII das Heftchen»Heb mich auf« des Dürerbundes mitgegeben.


