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Volksbücher, die Bucher der Deutschen Dichter-Gedächtnisstiftung, Schaffsteins grune und blaue Bänd- chen, Teubners Geschichtsquellen, Velhagen und Klasings„Volksbucher“, die Meisterbilder des Kunst- warts, die Kunstgaben der Lehrervereinigung fur Kunstpflege usw. Angeleitet wurde zur Betrachtung des gestirnten Himmels, mitgeteilt ein Wildunger Haus-Inventar aus dem Jahre 1612, gesprochen uber die Heahrverfa aung Deutschlands in alten und neuen Zeiten, uber die Aufgaben des Staats, uber eine Gemeinderatssitzung, über den Reichstag, uüber die Wehrvorlage des Jahres 1913, uber die oriental. Frage, über die Fortschritte in unseren Rolofon⸗ sodann über Zeichnen und Malen, uber die deutsche Romantik: Cornelius, Rethel, Richter, Schwind, Eichendorff, uber Durer, Thoma und Mörike, uber Riehl und Max Eyth; weiter über die Kunst des Wanderns, uber den Alkohol u. a. m.— Proben wurden ausser von den genannten Schriftstellern besonders auch aus der deutschen Mundarten-Dichtung geboten: Reuter und Brinckmann, Stieler, Hebel u. a.
Von den im Orte wohnenden Schülern der Klasse nahmen die meisten regelmässig an den Zusammenkünften teil
Bei der Entlassung wurde allen Schülern der Klasse das Heftchen„Heb mich auf“ des Dürerbundes mitgegeben.
An sonstigen Belehrungen wurden in der Schule selbst für Schüler aller Klassen geboten: Ein Lauten-Vortrag Hunyadi's, ein Vortrag des Herrn G. Soelle über Deutsch-Neugui- nea, des Herrn Fr. Hintze über seine Erlebnisse als deutscher Krankenpfleger im Balkankrieg und des Herrn A. Einwald über unsere Kolonien in Afrika und seine Reise nach dem Cap rivi-Zipfel(mit Lichtbildern); ferner war den Schülern Gelegenheit gegeben zum Besuch eines physikalischen Demonstrationsvortrages des Herrn Dähne, zweier vom Kolonialverein veranstalteter Vorträge über Togo und die französische Fremdenlegion, einer Reihe von Vorträgen von Frl. Müffelmann über Sternkunde und eines Demonstrations-Vortrages des Herrn Scheffler über das Radium. Die Schüler der Kl. IV— I wurden am 22. September 1913 zu der fast vollendeten Sperrmauer der Edertalsperre geführt, wo Herr Regierungsbaumeister a. D. Stober sehr ein- gehende und fassliche Erläuterungen über den Zweck, die Bauweise und Einrichtung des unter seiner technischen Leitung entstandenen grossartigen Werkes bot.
Einige Schüler der Kl. I unter Führung des Herrn Oberlehrers Böttger nahmen wäh- rend der Sommerferien vom 29. Juli bis 4. August an den vom deutschen Schillerbund ver- anstalteten Nationalfestspielen für die deutsche Jugend in Weimar teil. Siesahenunentgeltlich Goethes„Götz“, Kleists„Hermannsschlacht“, Wildenbruchs„Väter und Söhne“ und Schillers „Wilhelm Tell“, lernten alle Erinnerungsstätten und Kunstschätze Weimars kennen und be- suchten dazwischen die Rudelsburg. Sehr befriedigt und vielseitig und nachhaltig angeregt kehrte die kleine Schar von dem mit verhältnismässig recht geringen Geldopfern erkauften Ausfluge an die geweihten Stätten des deutschen Idealismus zurück.
2. Leibesübungen.
Der Turnunterricht fand in der Schulturnhalle und auf dem zugehörigen Turn- platze statt, die auch von der Stadtschule benutzt werden. Es wurde in 3 Abteilungen ge- turnt, und zwar turnten in Abteilung I die Schüler der I und II, in Abteilung II die der III und IV, in Abteilung III die der V und VI.
Im Wiaterhalbjahr wurde die Turnhalle ausserdem je 2 Stunden wöchentlich zum Kürturnen freigegeben. Die Aufsicht führten bei den Schülern der oberen Klassen Direktor Dr. Reichardt, bei denen der unteren Realschullehrer Behnken.
Anleitung zu Jugendspielen wurde vorzugsweise im Sommer auf dem Schulturn- platze im Rahmen der Turnstunden gegeben. Besondere Spielnachmittage sind bisher nicht eingerichtet worden.


