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Schaden minderwertiger und den Nutzen bildender und fördernder Erzeugnisse der Literatur und Kunst immer wieder aufmerksam zu machen und dadurch für die Mitarbeit an der geistigen und sittlichen Förderung unserer Jugend zu gewinnen.
In Vertretung: An die Königlichen Provinzial-Schulkollegien Unterschrift.
II. Ghronik der Schule.
Im Lehrerkollegium der Realschule wurden im Laufe des Schuljahres wiederholt kürzere und längere Beurlaubungen und Vertretungen notwendig. Vom 1. Mai ab war Oberlehrer Böttger, vom 31. Mai ab Oberlehrer Konrad zu achtwöchiger militärischer Dienstleistung einberufen. Der erste wurde durch den Probekandidaten Hermann Bergmann aus Cassel ver- treten; in die Vertretung für den anderen teilten sich die übrigen Mitglieder des Kollegiums. Am 21. September musste Professor Knobeloch einer ernsten Erkrankung wegen seine unterrichtliche Tätigkeit einstellen. Er erhielt zur Herstellung seiner Gesundheit Urlaub bis Ostern 1913. Die Vertretung übernahmen bis Weihnachten Herr Pfarrer Gottheis in Alt-Wildungen und die übrigen Lehrer der Realschule, von Weihnachten ab der Probekandidat Johannes Wisseler aus Frankfurt a. M. Ausserdem wurden verschiedene andere itglieder des Kollegiums kürzere Zeit durch Erkrankung oder private Behinderung der Schule ferngehalten. Herr Zeichenlehrer Hocefer nahm in den Sommerferien an einem Ausbildungskursus für den Unterricht in Knaben- handarbeit in Leipzig teil. Herrn Oberlehrer Dr. Ortloff verlieh der Herr Minister kurz vor Weihnachten 1912 den Charakter als Professor.
Nach den Herbstferien wurde der Kandidat des höheren Lehramts Oskar Hartn uss, bis- her an der höheren Knabenschule zu Ziegenhain, der Realschule zur Ableistung seines Probe- jahres überwiesen.
Zu Ostern 1913 scheidet nach dreijähriger Wirksamkeit an der Realschule Herr Elementar- lehrer Wollenhaupt aus dem Lehrerkollegium der Anstalt aus. Er wird als treuer Kollege und gewissenhafter Lehrer, wie als väterlicher Freund seiner Schüler und vor allem seiner Wandervögel Schülern wie Lehrern in dankbarer Erinnerung bleiben. Die besten Wünsche be- gleiten ihn zur Universität, wohin eifriges Streben nach höheren Zielen ihn führt.
Ueber den Gesundheitszustand unter den Schülern war im allgemeinen nicht zu klagen.
Das Schuljahr begann mit der Aufnahmeprüfung am 15. April 1912 und wird am 15. März 1913 geschlossen. Die Pfingstferien dauerten vom 25.— 30. Mai, die Sommerferien vom 13. Juli bis 12. August, die Herbstferien vom. 6.— 21. Oktober und die Weihnachtsferien vom 24. Dezember 1912 bis 6. Januar 1913.
Wegen Hitze wurde der Unterricht ausgesetzt am 11. und 12. Juli von 11 Uhr vor- mittags ab.
Zum Besuche des Religionsunterrichts an der Realschule erschien im Auftrage des fürst- lichen Konsistoriums zu Arolsen Herr Konsistorialrat von Haller am 19. März 1912. Am 29. und 30. August nahm Herr Provinzialschulrat Kanzow Einsicht in den Unterrichtsbetrieb der Anstalt
Die Schulausflüge wurden am 21. Mai 1912 unternommen. In drei Wandergruppen geteilt streiften die Schüler unter Führung ihrer Klassenlehrer durch die nähere und fernere Um- gebung unseres Ortes, über den Kellerwald nach Jesberg, über Waldeck, Bringhausen und den Elmsberg, sowie zum Auenberge, wo die unteren Klassen sich mit Spielen und wandervogel- mässigem Abkochen ergötzten.
Am 10. Juni wurde im Anschluss an das XIV. Gauturnfest des Nordhessisch-Waldeck- schen Turngaues in Gegenwart des Herrn Landesdirektors Präsidenten von Glasenapp ein Schauturnen aller Wildunger Schulen abgehalten.


